Mit klarem Auftrag ans Siebengebirge

Das letzte Spiel im Jahr 2021 führt die Borussen am heutigen Donnerstagabend (Anstoß 20 Uhr) im Bitburger-Pokal-Achtelfinale zum TuS Oberpleis. Die Fahrt ans Siebengebirge ist laut Kevin Kruth mit einem klaren Auftrag verbunden: „Wir wollen im Pokal überwintern. Dabei ist völlig egal, ob es mit Glanz passiert oder mit einem dreckigen 1:0“, möchte der Trainer, dass die Mannschaft den vollen Fokus auf den Einzug ins Viertelfinale richtet.

Dabei soll das Team „zielstrebiger und gefährlicher in Richtung des gegnerischen Tores“ agieren als am vergangenen Sonntag bei der Partie gegen den FC Hürth (1:1). Da schritten die Freialdenhovener enttäuscht von der eigenen Sportanlage. Claas Heinze hatte bei seinem artistischen Treffer mit der Hacke dem Begriff „World-Claas“ eine neue Bedeutung gegeben. Das anschließende Gegentor in der Nachspielzeit verhinderte aber den Sprung über die 30-Punkte-Marke. Nach der Hinrunde liegen die Schwarz-Weißen auf dem sechsten Rang mit 29 Zählern. Im Pokal ist die Charakteristik allerdings eine andere; es gibt nur den Sieg oder die Niederlage.

Oberpleis ist Tabellenachter der Landesliga Staffel 1, aus der auch Borussias Gegner in der 1. Pokal-Runde, SSV Merten (4:2 n.V.), stammt. Nach gutem Saisonbeginn durchschritt der TuS mit seinem langjährigen Trainer Wolfgang Görgens (seit 2012) eine Talsohle mit nur einem Remis aus sechs Begegnungen. Zuletzt zeigte sich das Team um Nikolas Klosterhalfen, dem Bruder der deutschen Olympia-Langstreckenläuferin Konstanze Klosterhalfen, und dem Goalgetter Asonganyi Defang (Kamerun) wieder stabiler – mit zwei Siegen und zwei Remis in den letzten vier Pflichtspielen. Sehr zufrieden war man mit der Leistung beim 1:1 gegen Eintracht Hohkeppel vor vier Tagen. „Oberpleis sorgt mit defensiver Kompaktheit dafür, den Gegner vom Tor wegzuhalten, und schaltet dann schnell nach vorne um“, rechnet Kruth mit einem strukturierten und hartnäckigen Widersacher.

Bei knapp 120 Kilometern Anfahrt zum Kunstrasen „Basalt-Arena“ (noch weiter als die weiteste Mittelrheinliga-Auswärtstour nach Hennef) werden die Borussen wohl weitestgehend ohne Unterstützung der eigenen Fans auskommen müssen. Man darf durchaus die Frage stellen, warum die Partie nicht am spielfreien, kommenden Wochenende stattfindet, statt regulären Arbeitnehmern den Stress vorher und eine kurze Nacht nachher zuzumuten. Dem Freialdenhovener Willen, es unter die letzten Acht des Wettbewerbs zu schaffen, tut es jedoch keinen Abbruch. Die Adresse für Hartgesottene: Humboldtstraße 3a, 53639 Königswinter.

Foto: Europlan