Szymczewski erst fair, dann Entscheider

Mit späten Toren durch Christos Draganidis (87.) und Mark Szymczewski (90.), aber definitiv verdient ist die Borussia im Bitburger-Pokal (Mittelrheinpokal) eine Runde weitergekommen. Das 2:0 im Lokalderby bei der sympathischen und sehr engagierten SG Union Würm-Lindern am Samstag führte Freialdenhoven ins Achtelfinale. Die 200 Zuschauer in Würm wurden auch Augenzeuge eines Moments besonderer Fairness.

Die Pokal-Euphorie beim Bezirksligisten war im Vorfeld zu spüren. Hätte Borussia Mönchengladbach nicht parallel ein Bundesliga-Spiel absolviert, hätten wohl deutlich mehr Besucher zu dem Match vorbeigeschaut, das die Union wegen des in Lindern fehlenden Flutlichts in den Nachbarort Würm verlegte. Auf dem von Häusern umgebenen Platz schlugen die Hausherren den Landesliga-Spitzenreiter FV Wiehl in der ersten Pokalrunde 5:0. Die Borussen waren also vorgewarnt. Sie lösten viele Situationen spielerisch, verhedderten sich aber in einigen Dribblings oder rutschten auf dem tiefen Rasen aus. Die Enge des Spielfelds half Würm-Lindern bei ihrem engmaschigen Netz aus zwei Viererketten. Für Freialdenhoven sprangen kaum Abschlüsse heraus: Jalil Tahir köpfte einen Freistoß von Niklas Koppitz drüber (15.), Mark Szymczewskis Versuch aus kurzer Distanz begrub der gegnerische Keeper unter sich (19.). Die Gastgeber wurden in der gesamten Partie nur einmal richtig gefährlich, als René Lambertz einen Freistoß knapp links daneben setzte (45.). Zu dem Zeitpunkt hatte die Borussia schon einmal wechseln müssen. Marco Weingart humpelte nach einem unabsichtlichen Foul der sehr fairen Unioner mit einem Eispaket am Knöchel Richtung Kabine.

Dass auch zu Beginn der zweiten Hälfte nur ein freistehend verzogener Schuss von Koppitz für den Favoriten entstand (48.), stimmte die heimischen Anhänger, darunter 30 lautstarke Unterstützer („Die Malocher in der Westkurve“), sehr zufrieden. Applaus aller Zuschauer brandete in der 60. Minute auf. Szymczewski bewegte sich da mit dem Leder am Fuß vom Tor weg, Union-Schlussmann Stefan Nöhles streckte sich nach dem Ball und der Borusse fiel im Fünf-Meter-Raum hin. Schiedsrichter Patrick Dupont, in einem sehr umsichtigen Team mit seinen Assistenten Marlon Ganser und René Stoll, entschied auf Elfmeter. Doch Szymczewski machte klar, er habe sich selbst in die Hacken getreten und ein Strafstoß sei nicht gerechtfertigt – und das beim Stand von 0:0 in einem Pokalmatch.

Freialdenhoven wurde nun aber zwingender. Tahir (61.) und Christos Draganidis (62./65.) scheiterten. „Es geriet zum Spiel auf ein Tor. Wir hätten früher für Ruhe sorgen können“, meinte Trainer Kevin Kruth. Allerdings blieben seine Mannen geduldig, versuchten gegen das kampfstarke und gut sortierte Würm-Lindern weiter gefällig zu kombinieren, womit sie sich nach weiteren Versuchen wie von Armand Drevina (74.) in der 87. Minute belohnten: Drevinas Freistoß von links wurde im Gewühl abgewehrt und Draganidis drückte die Kugel hinein. In der Schlussminute machte Szymczewski alles klar. Von Pascal Schneider angespielt, vollendete der Linksfuß ein Strafraum-Tänzchen herrlich mit der Hacke zum 2:0.

„Für uns wäre die Verlängerung ein Erfolg gewesen, aber wir verkauften uns sehr gut“, war Union-Coach Hermann-Josef Lambertz trotz des Ausscheidens zufrieden. Kevin Kruth sagte: „Bei uns stimmte die Mentalität in dieser schönen Atmosphäre. Wir zollen dem Gegner Respekt, haben uns jedoch gerecht durchgesetzt.“

Aufstellung: Monath – Thelen, Fäuster (79. Heinze), Sambou, N’Goua – Kuhnke (58. Schneider), Drevina, Tahir, Szymczewski (90. Körfer) – Koppitz (85. Nock), Weingart (44. Draganidis)
Tore: 0:1 Draganidis (87.), 0:2 Szymczewski (90.)
Gelbe Karten: Janes, König / Fäuster, N‘Goua
Schiedsrichter: Dupont (Herzogenrath)
Zuschauer: 200 am Wilhelm-Dohmen-Sportplatz in Würm