0:2 – Düren profitiert von irregulärem Treffer

Auch die Borussia konnte der makellosen Heimbilanz des Tabellenführers 1. FC Düren (sieben Heimspiele, sieben Siege) nicht den ersten Schaden zufügen. Sie bleibt nach der 0:2-Niederlage im Derby Tabellensechster.

Dabei brachte Freialdenhoven den Aufstiegsfavoriten, mit dem man sich wirtschaftlich nicht vergleichen kann, in deren Westkampfbahn 35 Minuten lang in Bedrängnis. Das erlebten die Anhänger des Fusionsvereins in dieser Saison noch nicht. Die Schwarz-Weißen pressten früh, stellten bereits Abstöße geschickt zu und wurden zweimal gefährlich: Alain N’Gouas 18-Meter-Schuss strich links daneben (14.), noch knapper verpasste der Kopf von Christos Draganidis eine Flanke von Claas Heinze (20.). Der sehr parteiische Reporter des Sporttotal-Livestreams (Beispiele: „Mit mir warten die Zuschauer auf die erste Chance des großen FCD“, „Hoffentlich zeigt Düren eine Steigerung“, „Endlich eine Gelegenheit für den Tabellenführer, bitte weiter so“) konnte seine Stimme zunächst nur bei einem Schuss von Gjorgji Antoski erheben, den Borussias Schlussmann Alexander Monath aus dem langen Eck holte (39.).

Es überraschte natürlich keinen im Borussen-Lager, dass die Gastgeber, gespickt mit höherklassig erfahrenen Akteuren bis hin zum früheren Bundesliga-Profi, im zweiten Durchgang zulegen konnten und das nach der ersten Saisonniederlage in der Vorwoche auch unbedingt wollten. So klärte N’Goua einen brandheißen Versuch von Vincent Geimer vor der Linie (48.). Kurz darauf fiel das 1:0, allerdings auf irreguläre Weise. Antoski brachte Armand Drevina acht Meter vor dem Borussen-Gehäuse mit einem Foul zu Fall, bevor dieser den Ball klären konnte. Der Pfiff des Schiedsrichters blieb aus. Stattdessen rollte die Kugel zu Marc Brasnic, der eiskalt verwandelte (52.). „Ich bin mit der Leistung der Jungs total zufrieden. Wir waren mutig und haben Düren Kopfschmerzen bereitet. Es ist absolut nicht in Ordnung, dass dann dieser Treffer gegeben wird“, meinte Trainer Kevin Kruth. Auch Dürens Sportdirektor Dirk Ruhrig sagte der Presse: „Da kann ich den Unmut über den Referee total verstehen.“

Freialdenhoven arbeitete eifrig daran, den Rückschlag wegzustecken. Bei einer Rückgabe Geimers zum Dürener Keeper Justin Dautzenberg wäre Draganidis beinahe entscheidend dazwischen gewesen. Zudem scheiterte Drevina aus spitzem Winkel am FCD-Schlussmann. „Wenn in einer der Szenen das 1:1 gefallen wäre, hätte es glaube ich keinen Sieger gegeben“, zollte Dürens Coach Giuseppe Brunetto den Borussen Respekt. Mehr Durchschlagskraft kam aber nicht von den Schwarz-Weißen. Das Fehlen von Yannick Kuhnke (Sperre) und Niklas Koppitz (krank) machten sich offensiv schon bemerkbar gegen die Qualität und Abgeklärtheit des Spitzenreiters, der in der 82. Minute seinen Sieg perfekt machte. Am zweiten Pfosten durfte Mario Weber einen durch den Fünf-Meter-Raum laufenden Freistoß von rechts über die Linie bugsieren. Zuvor hatte Dennis Brock eine sehr gute Chance auf dem Fuß.

Aufstellung: Monath – Peters (77. Weingart), Kreutzer, Fäuster, N’Goua – Szymczewski, Tahir, Sambou (68. Thelen), Drevina, Heinze (62. Schneider) – Draganidis
Tore: 1:0 Brasnic (52.), 2:0 Weber (82.)
Gelbe Karten: Brasnic / Sambou, Fäuster, Kreutzer, Monath, Drevina
Schiedsrichter: Meier (Hürth)
Zuschauer: 250 in der Westkampfbahn

Foto: Manfred Heyne