Arnoldsweiler Teil 1 – Auswärts in der Liga

Zweimal liefern sich die Borussia und Viktoria Arnoldsweiler in den nächsten Tagen heiße Derbys. Am Mittwochabend geht’s im Pokal in Freialdenhoven zur Sache; am Sonntag duellieren sich die Kreisrivalen aber zuerst in Arnoldsweiler um drei Mittelrheinliga-Punkte (15.00 Uhr, Bertram-Möthrath-Stadion, Hölderlinweg). „Es ist schon speziell, zwei Lokalkämpfe in so kurzer Zeit zu haben“, räumt Freialdenhovens Trainer Kevin Kruth ein, „wobei der Pokal erstmal in den Hintergrund rückt. Die Partie in der Meisterschaft hat für uns eine extreme Bedeutung. Darauf richten wir den vollen Fokus.“

Mit der Mannschaft, die 2019 und 2020 um den Klassenerhalt kämpfte, hat die Viktoria nicht mehr viel zu tun, denn: Wenn sich Nachbar 1. FC Düren zur Realisierung des Regionalliga-Vorhabens in jedem Sommer mit Jungs aus höheren Spielklassen eindeckt, können die Kleeblätter davon profitieren und einige Akteure für sich gewinnen, die bisher an der Westkampfbahn für verlässliche Leistungen standen. Im letzten Jahr überzeugte man Onur Alagöz, Dominik Behr, Dennis Dreyer und Jannis Steltzner zum Wechsel. Jetzt steigern Kanischka Taher und Musashi Fujiyoshi (bisher drei Saisontore) die Qualität im Viktoria-Kader zusätzlich. Der ebenfalls mal beim FCD aktive Julian Wiersberg nahm einen Umweg über die Sportfreunde Düren, bevor er sich jetzt den Grün-Weißen anschloss. Neben dem Verteidiger bringen mit Alexandru Daescu und Jumpei Ebisu weitere Ex-Borussen ihre Liga-Erfahrung ein.

Dass Thomas Virnich das Ensemble passend zusammenbaut, zeigen die ersten Resultate. Außer bei den recht knappen Niederlagen gegen die von vielen als Top-Favoriten angesehenen Düren (2:4) und Hennef (2:3) landete Arnoldsweiler drei überzeugende Siege: Das 3:0 gegen Fortuna Köln II, 5:0 gegen Hürth und das verdiente 2:1 bei unbequemen Frechenern führen dazu, dass die Viktorianer sich in der Tabelle, dank des besseren Torverhältnisses, einen Platz vor der Borussia befinden. „Sie haben das Potenzial für die Top fünf. Wir brauchen eine hohe Konzentration, eine gute Aggressivität und mehr fußballerische Lösungen als am vergangenen Sonntag gegen Eilendorf“, meint Kruth, den die einzige Freialdenhovener Niederlage der verkürzten Vorsaison, das 0:2 gegen Arnoldsweiler bei seiner Heimpremiere als Chefcoach vor fast genau einem Jahr, noch wurmt. „Auch die Jungs wissen, dass sie vermeidbar gewesen wäre, uns aber individuelle Fehler unterliefen. Das gilt es jetzt wettzumachen.“

Der 35-Jährige sieht sein Team gut vorbereitet. Die in den letzten drei siegreichen Spielen zu Null spielende Defensive mit Alain N’Goua (Foto) soll auch im Dürener Stadtteil die Basis bilden, um Zählbares mitzunehmen. Kruth: „Die Teams kennen sich untereinander. Diese Paarung hat immer seinen Reiz und dürfte eine enge Angelegenheit werden.“ Ausfälle bei den Borussen sind weiterhin Stefan Thelen, Christian Kreutzer und Fabian Nießen.

Foto: Christian Ebener