3:2! Borussen haben das letzte Wort

Was für ein Finish in Freialdenhoven! Die Borussia sah nach 75 Minuten nach einem Krachertor von Christos Draganidis (23.) und dem fein herauskombinierten 2:0 von Niklas Koppitz (34.) wie der sichere und verdiente Sieger aus. Dann aber schlug der FC Pesch in der 78. und 89. Minute (direkter Freistoß) doppelt zu. Doch die Schwarz-Weißen hatten das letzte Wort: Niklas Koppitz (Foto oben) machte das 3:2 in der Schlussminute, womit die Borussen drei ihrer ersten vier Saisonspiele gewonnen haben!

Freialdenhoven begann mit der gleichen Startelf wie beim starken 4:1 in Frechen und drückte der Partie, die wegen des anhaltenden Regens Tags zuvor auf den Kunstrasen verlegt wurde, zügig den Stempel auf. Nachdem der von Yannick Kuhnke geschickte Niklas Koppitz im direkten Duell mit dem Pescher Schlussmann den Kürzeren zog (6.), besaß der lauffreudige „Sechser“ Jalil Tahir (Foto) zwei größere Gelegenheiten: Bei Pascal Schneiders Eckball von rechts war der 24-Jährige überrascht, dass das Leder zu ihm durchdrang und daher verpasste er es, aus drei Metern einzunicken (10.). Von der anderen Seite brachte Kuhnke eine Ecke zu Tahir, dessen Kopfball vor der Linie geklärt wurde (17.). Die Führung deutete sich an. Christos Draganidis scheiterte erst noch am ausgefahrenen rechten Fuß des Kölner Torwarts (19.), netzte dann aber spektakulär ein: Schneider warf ein und den springenden Ball hämmerte der Deutsch-Grieche aus der Drehung bei 16 Meter Torentfernung ins linke obere Eck (23.).

Die Borussia blieb dran, eroberte das Spielgerät im Mittelfeld entschlossen und kam durch ausschwärmende Offensivkräfte weiter zu Möglichkeiten. So verpasste Schneider eine Flanke von Leon Ruhrig nur knapp (24.). Das 2:0 war dann das Resultat einer tollen Kombination: Schneider legte das Leder am Verteidiger vorbei, Kuhnke (Foto) stand nun blank vor dem Keeper und legte noch einmal quer für Koppitz, der nur ganz locker einschieben brauchte. Kevin Kruth ging mit zufriedener Mine in die Kabine: „Ein sehr gutes Spiel der Mannschaft, die die Vorgaben zum Gegner top umsetzte. Pesch ist ein körperlich starker Kontrahent, den man unter den ersten Fünf in der Mittelrheinliga einschätzen darf. Wir kauften ihnen den Schneid ab, zeigten guten Fußball und hätten durchaus deutlicher führen können.“

Zum Wiederbeginn stellten die Domstädter, die im ersten Durchgang lediglich durch ein Abseitstor von Iskender Papazoglu offensiv auffällig wurden, allerdings taktisch um und wurden mutiger. Freialdenhoven zeigte nicht mehr die Griffigkeit wie vor der Pause, hielt Gefahr aber vom eigenen Gehäuse fern. Der recht ereignisarme Abschnitt sollte dann gegen Ende unangekündigt eine aufregende Schlussviertelstunde bereithalten. Eine flache Hereingabe von links drückte Peschs Kai Burger aus sieben Metern ins kurze Eck (78.), was seine Teamkollegen Morgenluft wittern ließ. Nur eine Minute später musste Borussia-Torwart Alexander Monath bei einem halblinken 18-Meter-Dropkick von Ergün Yildiz übergreifen und die Kugel an die Latte lenken. In der 89. Minute wurde Monath auf dem falschen Fuß erwischt. Zu seiner Überraschung schoss Finn-Lukas Springer den zentralen 27-Meter-Freistoß, der diesen mit viel Effet rechts um die Mauer herumzirkeln sollte.

Die wohlverdienten drei Punkte schienen aus der Hand gegeben worden zu sein. Aber nicht mit den Borussen! Sie schüttelten sich nur ganz kurz und holten postwendend zum entscheidenden Schlag aus. Weingart spitzelte den Ball zu Koppitz, der vom Elfmeterpunkt aus etwas nach links auswich, um den Ball platziert mit Unterstützung des Innenpfostens im Tor unterzubringen – der umjubelte Siegtreffer in der letzten Minute! Trainer Kruth: „Pesch kam offensiv gut zurück. Das ist ein Zeichen ihrer hohen Qualität. Aber was sich durch die Vorbereitung und durch die ersten Saisonspiele zieht: Unsere Jungs zeigen eine Reaktion, richten sich schnell wieder auf. Auch nach dem 2:2-Schock glaubte jeder daran, dass wir das Spiel noch gewinnen können. Das zeigt unseren Mannschaftsgeist. So macht es Spaß!“

Aufstellung: Monath – Ruhrig, Fäuster, Kreutzer, Sambou (58. Drevina) – Szymczewski, Tahir, Koppitz – Kuhnke, Draganidis (71. Weingart), Schneider
Tore: 1:0 Draganidis (23.), 2:0 Koppitz (34.), 2:1 Burger (78.), 2:2 Springer (89.), 3:2 Koppitz (90.)
Gelbe Karten: Fäuster, Ruhrig / Papazoglu
Schiedsrichter: Geyer (Spiesen-Elversberg)
Zuschauer: 100 am Kunstrasen Ederener Straße