Trainer Kevin Kruth im Interview vor dem Start

Kevin, nach zwei Wochen Quarantäne für einen Teil des Teams hat mit dem gesamten Kader am gestrigen Freitag das Abschlusstraining stattgefunden. Wie ist die Stimmung in der Mannschaft vor dem wahrlich lang ersehnten Start am Sonntagnachmittag um 15.30 Uhr in Deutz?
Wir haben generell eine sehr gute Stimmung, sind auch während der Quarantäne immer – über die dann möglichen Wege – untereinander im Kontakt geblieben. Natürlich ist es nicht optimal, ausgerechnet die letzten beiden Wochen der Vorbereitung nicht zu haben, weil da die finalen Schritte gemacht werden hin zur letzten Spritzig- und Schnelligkeit. Dazu fehlte mir die Kommunikation mit den Spielern, die in dieser Phase kurz vor dem Start besonders wichtig ist. Ich glaube, man muss lernen während der Corona-Zeit mit solchen Situationen umzugehen. Wir möchten diese Phase jetzt hinter uns lassen und haben auch im Abschlusstraining wieder intensiv trainiert, wie sonst auch in der Vorbereitung. Daher wollen wir die Lage der letzten beiden Wochen nicht als Ausrede gelten lassen und freuen uns sehr, dass es jetzt los geht. Wir wollen als geschlossene Mannschaft nach Deutz fahren und ein gutes Ergebnis erzielen.

Das ist zugleich dein erstes Pflichtspiel als Chef-Trainer. Wie fühlt sich die neue Rolle für dich an?
Zunächst möchte ich dem Präsidenten Rolf Imdahl und dem Vorstand nochmal für das Vertrauen danken. Die neue Rolle macht sehr viel Spaß. Das Trainerteam arbeitet sehr eng zusammen. Wir haben gute Jungs. Sie ziehen sehr gut mit, sind mit Freude bei der Sache, ließen sich auch auf allerhand neue Spiel- und Übungsformen ein.

In der letzten Saison warst du Co-Trainer. Wie zufrieden bist du rein sportlich mit der vergangenen Spielzeit?
Wir kamen schwer rein, mussten gegen starke Auftaktgegner ran. Es dauerte etwas länger bis wir die Neuzugänge integriert hatten. Im Laufe der Hinrunde lief es aber besser, wir kamen zudem gut aus der Winterpause. Letztlich haben wir uns nach zähem Beginn stetig gesteigert.

Ist das die Entwicklung, die du aus der abgebrochenen Saison gezielt herausheben möchtest?
Ja. Wir standen zwischenzeitlich sehr weit unten in der Tabelle, eisten uns aber los aus dieser nicht gewohnten Tabellenregion. Vor in die Regionen, wo der Verein immer zu finden war und hingehört.

Wie lautet dein Fazit aus der Saisonvorbereitung?
Rückblickend betrachtet hat es sich wegen der Quarantäne zusätzlich ausgezahlt, dass wir früh angefangen haben. In den ersten zwei Wochen haben wir die Jungs die Freude am Fußball spüren lassen nach der langen Abstinenz, sie an die Kugel und die neuen Trainingsabläufe herangeführt. Danach arbeiteten wir an der Defensivstabilität und bestritten drei gute Tests gegen Regionalligisten. Leider zog sich Sebastian Wirtz im Test gegen Fortuna Köln eine Knieverletzung zu. Auf das genaue Ergebnis warten wir noch, aber er wird länger ausfallen, was sehr schade ist. Wir wünschen ihm natürlich eine gute Genesung und drücken die Daumen, dass er schnell wieder bei uns ist. Ansonsten sind alle fit.

Welche Zielsetzung wurde festgelegt?
Wir wollen bestätigen, dass die Borussia ein Klub ist, der einen Platz unter den ersten Fünf in der Mittelrheinliga einnimmt.

Und wen siehst du als Titelfavoriten?
Den 1. FC Düren, nicht nur durch den Pokalsieg gegen Alemannia Aachen. Bei dem, was beim FCD passiert, ist der Regionalliga-Aufstieg ein Muss. Hennef, Siegburg und Hürth sehe ich ebenfalls ambitioniert. Diese Drei sind unser Maßstab. Düren zähle ich nicht dazu, aber natürlich werden wir in beiden Derbys alles tun.

Ein Derby steht uns ja auch im ersten Heimspiel gegen Arnoldsweiler bevor. Jetzt geht’s aber erstmal nach Deutz. Wie schätzt du die Kölner ein?
Deutz habe ich in zwei Testspielen beobachtet. Das ist eine sehr junge Mannschaft, die beweisen will, dass sie entsprechende Qualität hat. Die 05er verfügen ebenfalls über einen neuen Trainer. Er verbindet viel Aggressivität und sehr viel Laufbereitschaft mit fußballerischen Ideen. Ich denke, es erwartet uns eine schwierige Auftaktpartie in einem hitzigen Umfeld. Darauf werden wir uns einstellen. Die Umstände bei uns waren in den letzten zwei Wochen nicht perfekt, wir werden also gefordert sein. Aber wir fahren auch mit Überzeugung nach Köln. Es gibt doch nichts Schöneres im Fußball, als dass es um drei Punkte geht. Insbesondere nach sechs Monaten ohne Pflichtspiel.