0:1 – Mit knapper Niederlage in den Winter

Mit betretenen Mienen stiegen die Borussen nach der längsten Auswärtsfahrt der Saison aus dem Bus. Den Jahresabschluss beim FC Hennef 05 konnten sie nicht erfolgreich gestalten. Während die Gastgeber durch das knappe 1:0 auf Tabellenrang drei vorstießen, müssen sich die Borussen mit dem achten Platz zur Winterpause anfreunden. Dem Spielfazit von Hennefs Sportlichem Leiter Dirk Hager, der Sieg ginge „aufgrund der zweiten Halbzeit sicher in Ordnung“, widersprach Freialdenhovens Trainer Wilfried Hannes: „Wenn einer dieses oft ausgeglichene Duell gewinnen durfte, wären wir das gewesen. Wir investierten viel mehr, hatten häufiger Chancen.“

Die erste davon stellte sich in der sechsten Minute ein: Von Marco Weingart bedient, stürmte Christos Draganidis auf den gegnerischen Kasten zu. Sein, möglicherweise zu früh abgegebener, Schuss geriet aber zu zentral und wurde zur Beute des FCH-Torwarts. Anschließend ließ der Starkregen etwas nach, der bereits während der Gedenkminute für den kürzlich verstorbenen Vater eines Hennefer Spielers niederprasselte (unser Mitgefühl auch von dieser Stelle!). 05 wurde in der neunten Minute gefährlich, als Kuss Kunzika den zuvor verlagerten Ball ans Außennetz drosch.

Ansonsten verteidigten die Schwarz-Weißen mit den zentral agierenden Alexandru Daescu und Gérard Sambou leidenschaftlich und sicher. Die äußeren Abwehrmänner Yannick Kuhnke und Claas Heinze bekamen defensiv wenig zu tun und schalteten sich nach Balleroberungen immer wieder nach vorne mit ein, um Draganidis und Oskar Tkacz (Foto oben) zu unterstützen. Dadurch kam die Borussia „oftmals wunderbar durch“, lobte Hannes, der eine spürbare Steigerung gegenüber der Nullnummer gegen Schlusslicht Eilendorf ausmachte. Jedoch entsprangen daraus zu wenige echte Möglichkeiten. Entweder hatten die Abschlüsse nicht genug Power, die Querpässe und Flanken fanden keine Abnehmer oder das Leder versprang auf dem sehr tiefen, schwer zu bespielenden Naturrasen.

„Auch in der zweiten Halbzeit kämpften wir weiter stark gegen gute Hennefer und mussten eigentlich führen, wenn wir eine unserer vielen vielsprechenden Angriffsaktionen zu Ende gespielt hätten“, haderte Hannes damit, dass stattdessen den Hausherren in der 62. Minute das goldene Tor des Nachmittags gelang. In der Entstehung rutschte Alain N’Goua beim Versuch per Kopf zu klären aus. So konnte André Klug seinen Kollegen Hasan Akcakaya in Szene setzen. Dieser vollendete in höchst abgezockter Manier: Erst ließ er Freialdenhovens Keeper Mertcan Akar mit einem Haken aussteigen und verzögerte vor seinem Schuss nochmals, um Daescu vorbeigrätschen zu lassen.

Glück hatten die Borussen zehn Minuten später, als Akar zunächst die Kugel an Hennefs Stürmer Klug verlor und dann gegen diesen nachsetzte. Sicher hätte der ein oder andere Referee auf Elfmeter entschieden. Davon abgesehen drängten Niklas Koppitz & Co. auf den Ausgleich und machten ihn auch – doch der Treffer wurde aberkannt wegen einer Abseitsstellung des eingewechselten Pascal Schneider. Der staubte ab, nachdem Draganidis am Torhüter scheiterte. Auf der Gegenseite zielten die das Resultat über die Zeit bringenden Hennefer aus einem Konter heraus an den Innenpfosten (Kunzika, 86.) – eine der wenigen Dinge, die Freialdenhoven neben dem entscheidenden Tor zuließ. Hannes: „Wir würden die Mannschaft nochmal genauso auf- und einstellen. Die Jungs machten das sehr gut. Von der Leistung her gibt es wenig auszusetzen.“

Aufstellung: Akar – Kuhnke, Daescu, Sambou, Heinze (70. Iskra) – Szymczewski, Koppitz, N’Goua – Draganidis, Weingart (63. Schneider), Tkacz (80. Ruhrig)
Tor: 1:0 Akcakaya (62.)
Gelbe Karten: Özdemir, Kouekem / Weingart, Koppitz, Iskra
Schiedsrichter: Schmidt (Köln)
Zuschauer: 135 im Anton-Klein-Sportpark

Foto: FuPa