1:0! Dank Schneider geht „All In“-Plan auf

Durch eine druckvolle zweite Halbzeit und den späten Treffer von Pascal Schneider gelang der Borussia ein verdienter 1:0-Erfolg bei Fortuna Köln II. Es war der dritte Sieg hintereinander und der zweite in Folge zu Null. Somit steigt Freialdenhoven in der Mittelrheinliga-Tabelle auf Rang sieben.

Schon im Vorfeld der Partie in der Südstadt sprach Trainer Wilfried Hannes von notwendiger Geduld. Diese sollte sich gegen Ende der temporeichen und kampfbetonten 90 Minuten auszahlen. Leicht war das Unternehmen des Auswärtssieges nicht. Die durchweg jungen und gut ausgebildeten Kölner pressten und störten bereits bei der Ballannahme die Borussen, bei denen es gegenüber dem 2:0 in Arnoldsweiler zwei Änderungen gab. Luc Roex verteidigte für den beim Training an der Leiste verletzten Claas Heinze und Mertcan Akar besetzte den Kasten anstelle von Tobias Werres. Der Deutsch-Türke bekam durch die nachhaltige Defensivarbeit seiner Vordermänner jedoch kaum etwas zu halten, obwohl die Fortuna-Reserve vier Akteure aufbot, die schon in die Regionalliga hinein schnuppern durften (Miguel Blanco-López stand sogar bei zwei Bundesliga-Spielen im Kader von Eintracht Frankfurt).

Freialdenhoven besaß hingegen drei Möglichkeiten: Marco Weingart zielte am langen Pfosten vorbei (24.), gefährlicher geriet der über das Gehäuse der Domstädter zischende Versuch von Christos Draganidis aus halbrechter Position (30.) und eine Top-Gelegenheit ging auf das Konto von Schneider: Eine Draganidis-Flanke setzte auf dem sandigen sowie nassen Kunstrasen-Nebenplatz des Südstadions nochmal auf und Schneider schob das Leder mit der Innenseite knapp daneben (41.). So trug der souverän leitende Schiedsrichter Dominik Jolk, der nicht mal vier Kilometer Anfahrt zum Sportpark hatte, ein 0:0 auf seiner Notizkarte ein. Hannes zum ersten Durchgang: „Wir nahmen das Kampfspiel an, waren aggressiv. Mir fehlte allerdings das Spielerische.“

Das verbesserte sich nach dem Seitenwechsel auffallend. Die Schwarz-Weißen ließen die Kugel mehr laufen und sie setzten sich auf den Außen öfter gegen die doppelnden Gastgeber durch. In der 55. Minute machte Weingart einen langen Ball fest und schickte Schneider steil, der den Außenpfosten zum Scheppern brachte. Nach einer vom gut postierten Draganidis nicht richtig erwischten Flanke (62.) hatte die Borussia mit dem nächsten Aluminiumknaller Pech: Roex traf aus halbrechts den Pfosten (73.). „Da hatten wir zweimal richtig Glück. In der letzten Viertelstunde ließen wir uns außerdem zu sehr hinten rein drängen“, beobachtete Kölns Team-Manager Stefan Kleefisch.

Verstärkt wurden die nun permanenten Angriffe Freialdenhovens durch die Hereinnahmen der offensiven Marvin Iskra und Yannick Kuhnke. „Ein Punkt war uns zu wenig bei der Spielentwicklung. Deswegen sind wir mit den Einwechslungen ,All In‘ gegangen“, pokerte Hannes. Es brachte den erzwungenen Erfolg. Bei Schneiders Schuss ins kurze Eck (81.) und Iskras Kopfball (85.) war Fortunas Schlussmann noch zur Stelle, dann aber fiel in der 86. Minute endlich das Tor: Kuhnkes Eckball verlängerte Alexandru Daescu mit dem Kopf zum am zweiten Pfosten lauernden Schneider, der die Kugel reaktionsschnell mit dem Oberschenkel über die Linie drückte (86.). Die ansonsten in der zweiten Halbzeit lediglich Entlastungsangriffe zeigenden Kölner, bei denen der technisch starke Philipp Dünnwald auffiel, hatten in der Schlussminute noch eine Chance aus 20 Metern, die Akar entschärfte. Das Fazit von Hannes: „Alle arbeiteten gut, die Viererkette mit Roex, Daescu, Marcus Weber und Mark Szymczewski stand sehr gut, wir gewannen viele Zweikämpfe und belohnten uns am Ende für unseren Offensivdrang. Eine gute Teamleistung!“

Mit dem Sieg stimmte für Kevin Kruth bei seiner Rückkehr in die Südstadt alles. Borussias Co-Trainer traf im Vereinsheim der Fortuna auf viele bekannte Gesichter, die den einstigen Torjäger und Publikumsliebling ihres Klubs gebührend empfingen.

Aufstellung: Akar – Roex (84. Kuhnke), Weber, Daescu, Szymczewski – Sambou, Koppitz (80. Iskra), N’Goua – Draganidis, Weingart, Schneider (89. Kirschbaum)
Tor: 0:1 Schneider (86.)
Gelbe Karten: Multari, Nakaya / Daescu, Schneider
Schiedsrichter: Jolk (Köln)
Zuschauer: 100 im Jean-Löring-Sportpark

Titelfoto: FuPa