Kreisderby mit besonders viel Würze

Als wäre das Kreis Düren-Duell an sich nicht reizvoll genug, verleiht der enge Tabellenstand zwischen Viktoria Arnoldsweiler und der Borussia dem Derby am Sonntag (15.00 Uhr, Bertram-Möthrath-Stadion) besonders viel Würze. Freialdenhoven liegt zwei Punkte vor den „Kleeblättern“. Wer gewinnt, hat in der Tabelle erstmal eine Reihe Mannschaften hinter sich.

Beide Teams gehen mit einem positiven Gefühl ins gegenseitige Kräftemessen. Die Borussia durch ihren 2:1-Sieg gegen Frechen und die Arnoldsweiler, indem sie die Abstiegsränge am Mittwoch verließen. Ein 4:3-Erfolg nach einem 0:3-Pausenrückstand bei Fortuna Köln II, einem direkten Kontrahenten, soll Flügel verleihen. Zusammen mit dem Pokalsieg in Breinig (2:1) trotz personeller Schwierigkeiten scheint die Trendwende geschafft. Zuvor vermittelte die Elf von Thomas Virnich bei fünf Niederlagen am Stück das Gefühl, ihr überraschender Coup in Wegberg-Beeck (3:1) hätte sie vom Weg abgebracht. Die gegenüber dem Freialdenhovener Aufgebot im Schnitt drei Jahre jüngeren Viktorianer würden die Borussia mit einem Heimsieg hinter sich lassen. In jedem Fall wollen die „Kleeblätter“, bei denen der 20-jährige Brooklyn Merl und der Ex-Borusse Arnold Lutete die Top-Scorer sind, die Basis für die nächsten Wochen mit den Partien in Hürth, gegen Breinig und in Eilendorf legen.

Auch auf Freialdenhoven – das ist eine weitere Parallele – warten anschließend mit Fortuna Köln II, Hürth und Breinig weitere Tabellennachbarn. Gelingt den Schwarz-Weißen jetzt ein Lauf, wäre das in der Tageszeitung schon gebrauchte Wort des „Abstiegskampfes“ dauerhaft beiseite gewischt. „Mit Arnoldsweiler beginnend kommen einige Sechs-Punkte-Spiele. Mit denen wollen wir uns zurückfighten“, sagt Gérard Sambou. Der Vize-Kapitän und seine Kollegen sind zuversichtlich, dass sich der gefeierte Last-Minute-Dreier gegen Frechen positiv auswirkt. Diese Hoffnung bestand allerdings auch schon nach dem 3:2 gegen Deutz, als das Team ebenfalls einen Rückstand drehte. Darauf folgte dann das trostlose 0:4 in Vichttal. Entsprechend bleibt Trainer Wilfried Hannes vorsichtig: „Ich glaube schon, dass uns die Erlebnisse gegen Frechen richtig gut taten, aber wir müssen konzentriert sein. Bis auf Düren und Beeck kann jeder jeden schlagen, Kleinigkeiten entscheiden.“

Zu erkennen war jedenfalls am vergangenen Wochenende, dass die Mannschaft lebt. Auch die sich zunächst auf der Bank bereithaltenden Spieler brachten sich ab ihrer Einwechslung auffällig ein. Christos Draganidis glänzte als Vorbereiter beider Tore, Marvin Iskra war zum zweiten Mal der Entscheider in der Endphase einer Partie. Dass beide gestandenen Mittelrheinliga-Akteure derzeit daran zu knabbern haben, wenn der sich zerreißende „Krieger“ Marco Weingart im Angriff den Vorzug erhält, kann Hannes nachvollziehen. „Charakterlich machen sie es gut. Sie kommen rein und geben Gas. Es war ja nicht immer so, dass sie ihr Potenzial zeigen. Ich finde es großartig, wenn sie sich dann mit Torbeteiligungen belohnen.“

Das kann auch in Arnoldsweiler ein maßgeblicher Faktor sein, wo der kämpferischen Bereitschaft eine große Rolle zukommt. Daran beteiligen kann sich wieder Marcus Weber, der mit Nackenbeschwerden und Schwindelgefühlen am letzten Sonntag ausgewechselt wurde. Er trainierte ebenso wieder mit wie Yannick Kuhnke. Bleibt noch zu klären, wer hinter der Abwehrreihe (Foto oben) im Kreisderby das Tor hüten soll: Tobias Werres oder der zuletzt erstmals bevorzugte Mertcan Akar. Hannes lässt die Frage offen: „Mertcan hat als ehemaliger Junioren-Bundesliga-Keeper eine interessante Vita und trainiert sehr gut. Wir wollten ihn im Wettkampf sehen. Gegen Frechen bekam er wenig zu tun, ließ sich zugleich nichts zu Schulden kommen. Das heißt aber nicht, dass er automatisch im Tor bleibt.“

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