0:4 – Dreifacher Yilmaz vermöbelt Borussen

Die erste Freialdenhovener Niederlage in einem Duell mit dem VfL Vichttal geriet zur Packung. Mit 0:4 traten die Borussen die Heimfahrt vom Stolberger Dörenberg an. „Völlig zurecht verloren! Wir waren ausschließlich aufs Spielerische bedacht, der Gegner aber hat Fußball gearbeitet. Vichttal hat uns niedergekämpft und wir blieben nahezu alles schuldig“, kritisierte Trainer Wilfried Hannes sein Team, das er gegenüber dem 3:2 gegen Pesch nur auf einer Position veränderte. Für den frisch verletzten Marcus Weber (Knie) besetzte der wieder genesene Alexandru Daescu (Foto rechts bei einem Klärungsversuch) die zweite Innenverteidiger-Stelle neben Luc Roex.

Die Begegnung vor 200 Zuschauern begann ausgeglichen. Freialdenhovens ersten Vorstoß über Oskar Tkacz und den Vichttaler Angriff des steil geschickten Ilias Latiris bremsten jeweils die Torhüter (8./9.). Wie üblich standen die Aktiven auf dem engen Kunstrasen unter Stress. Wurden sie hoch angespielt oder starteten sie nicht sofort nach einem Pass in die Bewegung, ging ein Gegenspieler umgehend intensiv auf Tuchfühlung (Beispiel Foto links). Trotzdem brachten die Borussen einzelne Abschlüsse aufs Papier: Yannick Kuhnkes Distanzversuch (13.), der durch einen Verteidiger abgelenkte Drehschuss von Niklas Koppitz (25.) und die Chance von Mark Szymczewski, der aus nach links versetzter Position den VfL-Torwart zu einer Flugeinlage zwang (28.), fielen zwar relativ harmlos aus, sie verdeutlichen aber, dass es keine Anzeichen für den weiteren, klaren Werdegang des windigen Sonntagnachmittags gab. Nach exakt einer halben Stunde nahm das Unheil seinen Lauf. Weil Kuhnke in Ingo Evertz hineinrannte, verhängte Schiedsrichterin Laura Duske einen Vichttaler Freistoß auf der linken Seite. Die Ausführung von Nick Gerhards segelte an Freund und Feind vorbei, allerdings irritierte Evertz Freialdenhovens Keeper Tobias Werres mit seinem angedeuteten Kopfball, wodurch das Leder ins lange Eck flog.

„Die Führung (Foto rechts) kam den Gastgebern enorm entgegen. Sehr ärgerlich, dass die Situation eigentlich gut zu verteidigen war. Wir nahmen aber insgesamt den Kampf zu wenig an, unsere Leistung reichte einfach nicht“, kommentierte Hannes auch die nachfolgenden Szenen, in denen gegen Dogukan Türkmen geklärt wurde (38.) und das 2:0 geschah. Bei einem Pass auf die rechte Vichttaler Angriffsseite überlief Henrik Artz den zu weit eingerückten Szymczewski. Artz legte quer und am langen Pfosten bedankte sich der vollkommen unbehelligte Melih Yilmaz (40., großes Foto oben). Bis zur Pause parierte Werres noch eine Möglichkeit von Yilmaz (44.) und Borussias Christos Draganidis jagte die Pille nach einer Ecke ins Fangnetz (45.+3).

Nun machten die Schwarz-Weißen gegen Vichttal in der Vergangenheit auch schon mal einen 1:4-Halbzeitrückstand bravourös wett (Endstand 4:4). Dies im Hinterkopf ließen sie durch einen erneut gebildeten Kreis vor dem Wiederanstoß und der Einwechslung des an alter Wirkungsstätte zum Einsatz kommenden Marvin Iskra (für Szymczewski) Entschlossenheit erahnen, doch abgesehen von Gérard Sambous Schüsschen (47.) verpuffte nahezu alles. In den entscheidenden Situationen waren die Kupferstädter schlichtweg handlungsschneller und durchsetzungsfähiger – so wie beim 3:0. Da schenkte Koppitz der Elf von Coach Andi Avramovic einen Einwurf. Bei dem schüttelte Yilmaz mit einer simplen Körperdrehung den stehen bleibenden Alain N’Goua ab und erlief den springenden Ball. Sambou kam gegen den kräftigen Schuss von Yilmaz zu spät, Werres konnte die Kugel auf ihrem Weg ins Netz nur verlangsamen (50.).

Jetzt wurde es schlimm: Während Claas Heinze in der Offensive nochmal Freialdenhovener Torgefahr andeutete (56., zweimal geblockt), brachte N’Goua Werres mit einem hohen Rückpass von der Mittellinie völlig ohne Not in Bedrängnis (57.). Außerdem kochte der überzeugende Vichttaler Türkmen Roex auf der Grundlinie ab (59.). Wenigstens konnte Werres in beiden unnötigen Fällen retten. Hannes: „Vielleicht überschätzten sich einige meiner Spieler, denn die Resultate gegen Vichttal waren bislang immer eng. Ohne den entsprechenden kämpferischen Biss geht da gar nichts. Vorne konnten wir uns nicht behaupten, in der Defensive, vor allem im zentralen Mittelfeld, arbeiteten wir sehr schlecht. Dann wird man hier so vorgeführt.“ Die Bezeichnung der Vorführung galt besonders fürs 4:0. Auf dem Weg dorthin tanzte der von rechts in den Strafraum laufende Gerhards drei Freialdenhovener aus. Im Zentrum wurden die Schüsse von Evertz und Nils Schütte noch geblockt, doch Yilmaz stand goldrichtig und vollstreckte trocken (65.). Matchwinner Yilmaz strahlte über seinen ersten Dreierpack in der höchsten Amateurklasse. Die Borussen müssen sich aufrichten für die nächste Partie – zuhause gegen den Viertplatzierten Deutz.

Aufstellung: Werres – Kuhnke, Roex, Daescu, Szymczewski (46. Iskra) – Sambou, Koppitz, N’Goua – Tkacz (65. Schneider), Draganidis (65. Nock), Heinze (74. Kirschbaum)
Tore: 1:0 Gerhards (32.), 2:0/3:0/4:0 Yilmaz (40./50./65.)
Gelbe Karten: – / Heinze, Sambou, Kuhnke
Schiedsrichterin: Duske (Leverkusen)
Zuschauer: 200 auf dem Dörenberg

Fotos: Michael Schneiders
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