Entschlossen gegen die Tabellensituation

UPDATE: Weil der Siegburger SV beim 2:2-Unentschieden gegen den VfL Vichttal einen nicht spielberechtigten Akteur einsetzte, wurde die Partie nachträglich mit 2:0 für Vichttal gewertet. Siegburg steht somit punktlos am Tabellenende.

Zum ersten Mal in 23 Jahren Verbands-, beziehungsweise Mittelrheinliga ist die Borussia Tabellenletzter (nicht mehr gültig, siehe Update oben). „Wahrscheinlich hatten wir aber auch nie ein Startprogramm mit zwei so finanzstarken Aufstiegsanwärtern wie Düren und Beeck“, relativiert Wilfried Hannes mit Recht, zumal dem Tableau nach drei Spieltagen ohnehin noch die Aussagekraft fehlt. „Trotzdem sehen wir die Rangliste natürlich alles andere als gerne und müssen anfangen, Punkte zu holen. Wir stecken in einer spannenden Phase“, findet der Trainer. Die nächste Begegnung, am Sonntag auswärts bei der Spvg Wesseling-Urfeld (Anstoß 15.15 Uhr), dürfte kein Zuckerschlecken werden. Vielmehr sind emotional aufgeladene Spiele in der Industriestadt zwischen Köln und Bonn keine Seltenheit.

Hannes tut gut daran, vor der Aufgabe im Ulrike-Meyfarth-Stadion Ruhe zu bewahren und die Situation einzuordnen. So deutete jüngst im Clásico gegen Wegberg-Beeck lange nichts auf das klare Ergebnis hin, das am Ende in den Spielbericht eingetragen wurde (1:4). Hannes: „Wir haben die Mannschaft in der Saisonpause bewusst verjüngt. Es ist völlig normal, dass die Jungs noch nicht in einen Lauf fanden. Obendrein wirft uns das Verletzungspech immer wieder zurück. Wir müssen die Spieler zwangsweise auf anderen Positionen einsetzen. Hinzu kamen wie gesagt die schweren Gegner.“ Demnach hält der Fußballlehrer nicht viel davon, „jetzt alles schlecht zu reden“. Gleichfalls stellt der Ex-Profi allerdings klar: „Im Abwehrverhalten müssen wir uns steigern. Da standen wir nicht so, wie man es braucht, um Punkte zu machen.“ Mithelfen könnte wieder der gegen Beeck kurz vor dem Anpfiff ausfallende Vincenz Borgelt (Magenverstimmung). Die genesenen Claas Heinze (Foto rechts) und Yannick Kuhnke sind eine Woche weiter. Noch etwas Zeit benötigt Alexandru Daescu (Muskelfaserriss), die vier dauerhaft Verletzten Christian Kreutzer, Leon Ruhrig, Leo Engels und Stefan Kemmerling fehlen sowieso.

Mit einer umfangreichen Ausfallliste muss sich auch Josef Farkas, Wesselings Langzeit-Trainer (seit 2004), herumschlagen. Darauf stehen laut „Kölner Stadt-Anzeiger“ sieben Akteure mit Stammspieler-Potenzial, darunter Sturm-Routinier Quinito Proenca und „Trainer-Sohn“ Daniel Farkas. „Wir sind leider sehr gebeutelt. Daher heißt die Devise: Nicht untergehen und versuchen, sich so gut wie möglich aus der Affäre zu ziehen“, stapelt der 56-Jährige tief, der noch am Dienstag ein 4:0 seiner Mannen im Kreispokal Rhein-Erft beim Bezirksligisten Germania Geyen beobachtete. Im Sommer feierte Josef Farkas pünktlich zum 100-jährigen Vereinsbestehen seinen dritten Mittelrheinliga-Aufstieg mit Wesseling. Damit gelang die direkte Rückkehr nach nur einer Landesliga-Spielzeit. Zum Auftakt dieser Saison gewannen die Grün-Blauen 2:1 in Siegburg. Dem folgten zwei Niederlagen gegen Frechen (2:3) und in Arnoldsweiler (1:4), sodass Wesseling drei Punkte innehat. Mit ihrem ersten Sieg würden die Borussen (ein Punkt) also unter anderem den Gegner hinter sich lassen. Dementsprechend entschlossen fahren sie an den Rhein.

Bus / Adresse:
Busabfahrt: 13.00 Uhr vom Freialdenhovener Kirmesplatz
Stadionadresse: Jahnstraße, 50389 Wesseling

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Letzte Duelle:
Saison 2017/18 – 3:1-Sieg zuhause / 1:1-Unentschieden auswärts

Fotos: Lothar Offermanns