1:4 – Rückstand stachelt Beecker an

Der Clásico ging mit 1:4 an den FC Wegberg-Beeck. Nach einer eher unspektakulären ersten Hälfte und einem gerechten 0:0 zur Pause hatte erst die Borussia die Nase vorn. Christos Draganidis verwandelte einen Handelfmeter (53.). Der Aufstiegsfavorit aus Beeck wirkte sofort angestachelt und drehte das Resultat innerhalb von vier Minuten durch Tom Geerkens und Nils Hühne (54./57.). Mit dem 1:3 von Andre Mandt war das Derby entschieden (64.). Ex-Alemannia-Profi Shpend Hasani stellte den Endstand her (76.). Das Duell zum Nachlesen:

Vor dem Spiel: Als wäre die Ausfallliste nicht schon lang genug, muss der eingeplante Borgelt beim Aufwärmen passen. Eine Magenverstimmung erweist sich als zu störend.

2. Minute: Wegberg-Beeck meldet sich mit Hasani gleich schon mal vor dem Freialdenhovener Gehäuse an. Der wieder als Linksverteidiger eingeteilte Weber ist aber rechtzeitig da (Foto links).

5. Minute: Einen Flatterball vom Beecker Mandt aus 25 Metern lenkt Torhüter Werres zur Seite ab.

7. Minute – Großchance Beeck: Da war Luft anhalten angesagt! Eine Hereingabe von rechts macht der heute in der Abwehrkette aushelfende Kuhnke mit einer ungeplanten Ballberührung scharf. Im Fünf-Meter-Raum erwischt der lauernde Kleefisch die Kugel glücklicherweise nicht richtig (Foto rechts).

10. Minute: Einen Borussen-Konter über links flankt Tkacz ans Beecker Tor. Gästekeeper Zabel fischt das Leder vor Koppitz, der am zweiten Pfosten freistand.

12. Minute: Der 18-jährige Mittelfeldmann der „Kleeblätter“, Geerkens, schießt aus 23 Metern ans rechte Außennetz.

20. Minute: Freialdenhovens Innenverteidiger Roex ist nicht weit von einem Eigentor entfernt, als er Kleefischs Flanke wegköpfen will.

35. Minute: Die Schwarz-Weißen sind gut sortiert, halten den Aufstiegs-Top-Favoriten mit kämpferischem und läuferischem Einsatz in Schach.

Halbzeit: Es gab schon deutlich besser besuchte Clásicos, was wohl am Regenwetter im Umland liegt. Aber während es beispielsweise in Geilenkirchen oder Eschweiler schüttet, ist es an der Ederener Straße konstant trocken. Und auch ergebnistechnisch geht alles in Ordnung. Mehr als das (torlose) Remis verdienten sich beide Seiten bisher nicht.

51. Minute: Die zentral postierten Schneider und Szymczewski sollten die Adressaten von Draganidis‘ aussichtsreichem Querpass sein. Der wird allerdings abgefangen.

53. Minute – Tor für die Borussia (1:0): Oho, Freialdenhoven setzt das erste Ausrufezeichen im Derby! Der von Tkacz ausgehende Ball landet im Strafraum am Arm von Beecks Kapitän Passage. Draganidis vollstreckt vom Elfmeterpunkt (Foto rechts)!

54. Minute – Tor für Beeck (1:1): Die Freude währte außerordentlich kurz! Postwendend nach dem Wiederanstoß kann Werres noch gegen Kleefisch parieren. Aus der anschließenden Ecke von rechts fällt aber der Ausgleich. Geerkens trifft den zunächst abgewehrten Ball satt aus der zweiten Reihe. Links unten schlägt der 23-Meter-Dropkick ein.

57. Minute – Tor für Beeck (1:2): Innerhalb von vier Minuten wird aus einer sich gut anfühlenden Führung ein niederschmetternder Rückstand. Hühnes Freistoß vom linken Strafraumeck springt – abgefälscht durch die Mauer – in die lange Ecke. Diebische Freude bei den Gästen, denn bei der Borussia singt man allmählich ein Lied davon, wie oft gegen die Elf vom Grenzlandring solch „krumme Dinger“ im eigenen Netz landen.

64. Minute – Tor für Beeck (1:3): Eine lange, flache Hereingabe von Kleefisch befördert der halblinks postierte Mandt aus 18 Metern in die rechte untere Ecke. Der Innenpfosten hilft mit. Drei Treffer in zehn Minuten dürften den Clásico zu Gunsten der Burlet-Elf entschieden haben.

66. Minute – Was der FC unterstrichen hat: Er ist immer in der Lage hochzuschalten – eine der prägenden Stärken dieser Mannschaft. Der nächste Abschluss, ein Kopfball des allein gelassenen Leersmacher, tropft links daneben.

76. Minute – Tor für Beeck (1:4): Der von Mandt bediente Kleefisch scheitert noch an Werres. Dafür schiebt Hasani den Abpraller locker ein (Foto rechts).

84. Minute – Großchance Beeck: Hasanis Schuss kann Werres nur nach vorne abwehren. Lambertz versucht abzustauben, doch N’Goua erläuft das Leder noch vor der Linie.

Stimme von Trainer Wilfried Hannes:
„Das Ergebnis ist bitter für uns. Mit dem 1:0 konnten wir uns eigentlich umstellen und auf Konter gehen. Und dann ist die Führung eine Minute später wieder Makulatur. Das war der Knackpunkt. Beeck bekam Aufwind und erzielte dann das 1:2, bei dem Szymczewski und Kuhnke unverständlicherweise die Mauer öffnen und den Ball entscheidend abfälschen. Über weite Strecken haben wir es aber ganz ordentlich gemacht – wenn man unsere Personalsorgen berücksichtigt. Wir mussten ja selbst noch kurz vor dem Anpfiff die Aufstellung ändern und Sambou in die Abwehr zurückziehen.“

Stimme von Beecks Coach Michael Burlet:
„Das Team zeigte nach dem 1:3 daheim gegen Arnoldsweiler die gewünschte Reaktion. Mit der ersten Halbzeit war ich bereits zufrieden, auch wenn der letzte Pass da häufig noch fehlte. Wir sind aber geduldig geblieben, und das war wichtig. Mit Hurrafußball kann man in Freialdenhoven nämlich nicht gewinnen. Für ein Derby ist es übrigens fair und äußerst sauber abgelaufen. Das kenne ich aus meinen Breiniger Jahren bei Spielen gegen Vichttal ganz anders.“

Aufstellung: Werres – Kuhnke (78. Nock), Sambou, Roex, Weber (71. Heinze) – Szymczewski, Koppitz, N’Goua – Draganidis (64. Iskra), Schneider (78. Kirschbaum), Tkacz
Tore: 1:0 Draganidis (53./Handelfmeter), 1:1 Geerkens (54.), 1:2 Hühne (57.), 1:3 Mandt (64.), 1:4 Hasani (76.)
Gelbe Karten: Sambou, N’Goua, Tkacz / –
Schiedsrichter: Neu (Bergisch Gladbach)
Zuschauer: 210 im Stadion an der Ederener Straße

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Fotos: Lothar Offermanns