0:2 – Auch Borussia geht in der Festung leer aus

Wie jede andere Gastmannschaft im Waldstadion in dieser Saison, hatte auch die Borussia auswärts gegen den FC Wegberg-Beeck das Nachsehen. Während des ebenbürtigen und umkämpfen Klassikers am Donnerstag machten ein Elfmeter (72.) und ein abgefälschter Freistoß (85.) den Unterschied zu Gunsten des Spitzenreiters. Das 2:0 war der siebte Beecker Heimsieg in Folge ohne Gegentor.

Mit gleich drei personellen Veränderungen wartete Freialdenhoven zum Dauerduell zwischen den besten Mannschaften der Kreise Heinsberg und Düren auf. Für Leo Engels, Hussain Alawie und den verletzten Claas Heinze begannen Wolfgang Nock, Kevin Kruth und Leon Ruhrig. Letzterer erhielt damit nochmal die Gelegenheit, gegen seinen Vater zu spielen, bevor Dirk Ruhrig am Saisonende in Beeck aufhört (siehe Vorbericht). Vor allem aber war der Freialdenhovener Teamauftritt ein anderer, als noch vier Tage zuvor gegen Arnoldsweiler. Die Schwarz-Weißen streckten sich und sorgten für eine Begegnung auf Augenhöhe. Die forderte in der Festung des Mittelrheinliga-Primus natürlich besonders konsequente Defensivarbeit.

Da die Beecker ihrerseits auch Respekt vor den Borussen zeigten, blieben die Schlussmänner Stefan Zabel und Stefan Kemmerling lange beschäftigungslos. In den guten Anfangsminuten der Gastgeber flog ein Schuss von André Mandt aus gefährlicher Position über den Kasten (5.). Ebenfalls drüber zischten ein Freistoß (20.) und ein Drehschuss von Shpend Hasani (34.). Freialdenhoven hielt einen etwas zu hohen Kopfball von Wolfgang Nock entgegen (12.). Zu kurzer Erregung an den Bänken führte ein Tor von FC-Akteur Riad Chakroun, das wegen vorherigem irregulären Einsatzes von Nils Hühne zurückgepfiffen wurde (31.).

Clásico-like ging es nach der Halbzeit mit intensiven Zweikämpfen und hohem läuferischen Engagement weiter. Der Schiedsrichter bekam nun mehr Arbeit und zückte für beide Seiten je dreimal Gelb (darunter die fünfte Verwarnung für Alexandru Daescu). Auf packende Torszenen warteten die 222 Zuschauer allerdings, zumal das torlose Remis für Freialdenhoven bei der gnadenlosen Beecker Heimdominanz durchaus einen Erfolg bedeutet hätte. Im engmaschigen Borussen-Netz bei fremdem Ballbesitz verhedderten sich die Hausherren. Die Partie blieb ausgeglichen und lebte von der Spannung. Beecks Trainer Friedel Henßen: „Es war eine zähe Aufgabe. Gegen einen unbequemen Gegner erarbeiteten wir uns die drei Punkte. Wir konnten auf unsere Geduld vertrauen.“ Und auf Abgebrühtheit bei ruhenden Bällen. So nutzte Armand Drevina die Elfmeter-Chance in der 72. Minute eiskalt. Vincenz Borgelt hatte Chakroun im linken Teil des Strafraums gefoult.

Wilfried Hannes reagierte mit der Hereinnahme von Offensivkräften, doch der Versuch, den Schalter umzulegen, funktionierte nicht mehr. Stattdessen wurde fünf Minuten vor Schluss ein 25-Meter-Freistoß Hasanis von der Mauer abgelenkt, sodass die Kugel unerreichbar für Kemmerling einschlug. Noch auf dem Rasen trommelte Hannes seine Schützlinge nach Spielende in einen Kreis zusammen. Seine Botschaft übermittelte Lob für die „sehr gute Leistung“ sowie die spürbare Reaktion auf den vergangenen Sonntag. „Ich bin enttäuscht, weil die Mannschaft für ihren Aufwand nicht belohnt wurde“, schickte der Fußballlehrer hinterher. Am 12. Mai geht es weiter. Im letzten Lokalkampf dieser Saison kommt der SV Breinig an die Ederener Straße.

Aufstellung: Kemmerling – Borgelt, Kreutzer, Weber, N’Goua – Ruhrig (75. Rubaszewski), Daescu, Nock (80. Engels) – Kuhnke, Kruth (66. Alawie), Szymczewski
Tore: 1:0 Drevina (72./Foulelfmeter), 2:0 Hasani (85.)
Gelbe Karten: Hühne, Leersmacher, Thelen / Szymczewski, Kreutzer, Daescu
Schiedsrichter: Kohling (Köln)
Zuschauer: 222 im Waldstadion

Foto: FuPa