Spätes Schneider-Tor für verdienten Punkt

In der ersten Mittelrheinliga-Partie nach der langen Winterpause trennte sich die Borussia vom VfL Vichttal auswärts mit 1:1. Die Freialdenhovener steigerten sich in der zweiten Halbzeit gegen aggressive Gastgeber und nahmen durch den späten, aber hochverdienten Ausgleich vom eingewechselten Pascal Schneider einen Punkt mit. Von einem „gerechten Resultat“ sprachen auch die Trainer Wilfried Hannes und Andi Avramovic nach einem Match bei in vielerlei Hinsicht unbequemen Bedingungen.

Zusätzlich zum bekannt klein bemessenen Kunstrasen fegten starker Wind und Hagelschauer über den Dörenberg, sodass die Auswechselspieler sich zu den Zuschauern auf die dreireihige Tribüne kuschelten. Nach einer absolvierten Viertelstunde wurde es auf dem Feld zu ungemütlich; Schiedsrichter Kevin Mießeler unterbrach für drei Minuten. Als es weiterging, verbuchten die bissigen Stolberger die erste Möglichkeit: Freialdenhovens Keeper Stefan Kemmerling entschärfte den 14-Meter-Spannschuss von Marvin Iskra mit dem Fuß (23.). Spielfluss entstand vor den Augen des Aachener Städteregionsrats Dr. Tim Grüttemeier selten. Aufgrund des begrenzten Raumes und des gegenseitigen energischen Anlaufens wurden die Aktiven ständig in Zweikämpfe verwickelt. Kaum konnte ein Akteur den Ball verarbeiten, ohne dass einer oder zwei Gegner ihn körperbetont bedrängten (siehe auch Foto oben mit Kevin Kruth als Gefoultem). Heraus kamen auch viele Standardsituationen.

Einmal gewährten die Borussen auf ihrer linken Seite die Zeit zu einer gezielten Flanke. Kanischka Taher legte diese vom zweiten Pfosten mit dem Kopf zurück und Iskra versenkte aus fünf Metern zum 1:0 (38.). Kurz darauf musste Kemmerling einen strammen Freistoß von Sebastian Wirtz wegfausten (41.). „Vichttal war präsenter und kaufte uns über Kampf den Schneid ab. Wir wirkten manchmal irritiert vom Wind“, meinte Hannes. Eine Chance zur Antwort gab es dennoch: Wolfgang Nock lief in eine Freistoß-Hereingabe von Yannick Kuhnke, köpfte aber wenige Zentimeter links daneben (45.).

Freialdenhoven kehrte zum zweiten Durchgang mit Leidenschaft auf den Platz zurück, wo das Wetter nun statt der Böen nur noch vereinzelte Regengüsse bereithielt. Rechtsaußen Kuhnke setzte sich kurz hintereinander mehrfach in Szene: Der 26-Jährige prüfte den VfL-Schlussmann aus der Distanz im linken oberen Eck, jagte einen Freistoß knapp drüber und verpasste bei einem von Claas Heinze eingeleiteten Gegenzug das rechtzeitige Abspiel auf Hussain Alawie. „Als die äußeren Bedingungen besser wurden, zeigten wir gleich, dass wir spielerisch besser sind“, beobachtete Hannes und ordnete mit drei Offensivwechseln (Schneider, Leo Engels und Patrick Rubaszewski kamen) eine höhere Schlagzahl an. Während Vichttal nur bei einem Konter in Tornähe rückte (Kemmerling stahl Iskra den Ball vom Fuß, 82.), besaßen die Schwarz-Weißen in der weiter sehr umkämpften Begegnung zwei Top-Gelegenheiten: Kuhnkes Abschluss nach Pass von Schneider blieb aus sechs Metern an einem hineingegrätschten Feldspieler hängen (70.), Alexandru Daescu knallte die Kugel aus über 30 Metern an die Unterkante der Latte (72.).

Das fällige 1:1 fiel in der 88. Minute: Kuhnkes Hereingabe von rechts erreichte Schneider am Fünf-Meter-Raum, der zwischen Verteidiger Stephan Kaulartz und Torhüter Moritz Stehling mit der Fußspitze einnetzte. In der Nachspielzeit wurde eine Engels-Flanke noch von Stehlings Handschuhen abgelenkt, sonst hätte Kruth möglicherweise sogar zum Sieg einköpfen können. „Das wäre wohl des Guten zu viel gewesen“, räumte Hannes ein, der durch die Ausfälle von Christian Kreutzer, Marcus Weber, Moritz Kraus und Leon Ruhrig speziell defensiv improvisieren musste. Hannes: „Die Ergebnisse auf den anderen Mittelrheinliga-Plätzen demonstrierten, wie schwer es am ersten Spieltag nach dem Winter ist. Wir hatten dazu diese kurzfristigen Umstellungen. Doch gerade das Innenverteidiger-Duo mit Daescu und Vincenz Borgelt machte seine Sache gut. Mit der zweiten Hälfte sind wir zufrieden, bei den Einwechslungen verspürte man frischen Wind.“ Das galt nicht nur für die Einwechslungen an diesem Sonntag auf dem Dörenberg…

Aufstellung: Kemmerling – Kuhnke, Borgelt, Daescu, N’Goua (67. Schneider) – Nock (71. Rubaszewski), Sambou – Alawie (67. Engels), Szymczewski, Heinze – Kruth
Tore: 1:0 Iskra (38.), 1:1 Schneider (88.)
Gelbe Karten: Wirtz, Taher, Abdullah / Szymczewski, Daescu
Schiedsrichter: Mießeler (Mechernich)
Zuschauer: 150 im Sportpark Dörenberg
Besonderes Vorkommnis: Partie wegen starker Niederschläge für drei Minuten unterbrochen (15.)