Borussen ernteten Respekt

Die große Kulisse war sich einig: Es war ein verdienter 3:1-Sieg der Aachener, aber die Borussia hielt trotz und gerade wegen der ungleichen Verhältnisse gut mit und erntete den Respekt des Publikums. „Im Vorfeld erstellte ich eine Plus-Minus-Liste und der einzige Pluspunkt war, dass wir ein Heimspiel hatten“, verriet Freialdenhovens Trainer Wilfried Hannes bei der Pressekonferenz nach der Partie. „Die Aachener sind Profis, wir sind Amateure. Sie sind schon im Ligabetrieb, wir nicht. Und sie sind blendend drauf, wir wissen noch gar nicht, wo wir stehen. Also, Hut ab vor der Mentalität meiner Mannschaft. Trotz der Niederlage können wir aufs Team stolz sein.“ Was die Medien schreiben, haben wir hier zusammengeführt.

RevierSport:
Aachen im Pokal-Halbfinale

Es läuft aktuell sehr gut für Alemannia Aachen. Die Mannschaft für die neue Saison nimmt Konturen an und am Samstag konnte das Halbfinal-Ticket im Mittelrheinpokal gelöst werden. „Alle sind heiß und wollen im Spiel des Jahres dabei sein“, sagte Wilfried Hannes (61) vor dem Duell mit Alemannia Aachen. Der Trainer des Mittelrheinligisten Borussia Freialdenhoven wollte die Sensation schaffen. Doch das misslang dem Underdog. Dank einer seriösen Leistung, wie Fuat Kilic es auch im Vorfeld gefordert hatte, siegte die Alemannia mit 3:1 in Freialdenhoven. Vor 2000 Zuschauern trafen Robin Garnier (21.), Dimitry Imbongo (28.) und Manuel Glowacz in der Nachspielzeit für den Regionalligisten, der aus den ersten drei Ligaspielen im Jahr 2019 sieben Punkte holte und noch keinen Gegentreffer kassierte. Neben Aachen stehen auch der 1. FC Düren und Mittelrheinligha-Tabellenführer FC Wegberg-Beeck im Halbfinale des Mittelrheinpokals. Der vierte Semifinalist wird zwischen der VIktoria und Fortuna Köln (Dienstag, 26. März, 18 Uhr) ausgespielt.

Aachener Zeitung:
Kumm, loss mer fiere!

Am Samstag gastierte die Alemannia im Rahmen des FVM-Pokals in Freialdenhoven. Gegen die heimische Borussia stand das Viertelfinale auf dem Plan. Am Ende waren bei Trainer zufrieden, der Aachener Anhang jubelte und Karneval ist nun auch am Tivoli erlaubt. Ein dreimal kräftiges Alaaf!

Im ganzen Rheinland wird seit Donnerstag ausgelassen Karneval gefeiert. Wirklich im ganzen Rheinland? Nicht ganz. Auf den Trainingsplätzen der Alemannia aus Aachen und der Borussia aus Freialdenhoven brannte nicht nur das Licht, sondern auch die Spieler auf dem Platz. Denn für beide Mannschaften stand am Samstagnachmittag das Viertelfinale im FVM-Pokal an. Für den Mittelrheinligisten das Spiel des Jahres. Auch für die Kaiserstädter war das Spiel von großer Bedeutung. Denn der Sieg des Verbandspokals bedeutet die Teilnahme am DFB-Pokal in der kommenden Saison und garantierte Mehreinnahmen, die Kaderplaner Kilic in die Mannschaft investieren könnte. Entsprechend gespannt waren auch die schwarz-gelben Fans auf die Partie.

Zwischen dem Tivoli und dem Stadion an der Ederener Straße liegen noch nicht einmal 25 Kilometer, sodass sich gleich 2.000 Fans auf den Weg nach Freialdenhoven machten. Die Verantwortlichen beim SC hatten aber für ausreichend Parkplätze gesorgt und so standen am Samstag auf den Wiesen rund um die Sportanlage keine Kühe oder Pferde sondern jede Menge Autos. Und auch für das leibliche Wohl war gesorgt. Der gut informierte Stadionsprecher ließ alle Zuschauer an seinem Wissen teilhaben: Die Cafeteria, das Gebäude mit dem großen Freialdenhoven-Schriftzug, hatte geöffnet. Zudem gab es an beiden Eingängen Getränke und heiße Würste und last but not least gab es einen weiteren Verpflegungsstand in der Nähe der Cafeteria.

Nachdem alle verpflegt waren, konnte das Geschehen auf dem Platz starten. Wie ernst es Kilic mit dem Pokal meint, machte die Startaufstellung der Schwarz-Gelben deutlich. Da gab es keine Experimente, da wurde wie im Ligabetrieb aufgestellt. Stichwort Ligabetrieb: Den hatte Borussia Freialdenhoven noch nicht wieder aufgenommen. Ganz im Gegensatz zu den Aachener, die schon drei Pflichtspiele in diesem Jahr absolviert hatten. Und dabei ungeschlagen und ohne Gegentor blieben.

Kurz vor 15 Uhr betraten die Akteure den Platz und dann ging es auch gleich los. Das Spielgeschehen in der ersten halben Stunde ist schnell erzählt: Der Underdog suchte zu Beginn seine Chance, aber mit zunehmender Spieldauer übernahmen die Gäste das Heft des Handelns und machten das im Großen und Ganzen sehr souverän. Nach 20 Minuten lupfte Dimitry Imbongo den Ball auf den freistehenden Robin Garnier, der keine Probleme hatte das Leder aus wenigen Metern ins Tor zu köpfen. Keine zehn Minuten später wurde aus dem Vorbereiter der Torschütze: Imbongo legt das 2:0 mit einem feinen Füßchen nach und streichelte den Ball ins rechte untere Eck. Doch die Spieler von SC-Trainer Wilfried Hannes stecken nicht auf. Kurz vor dem Halbzeitpfiff gab es für die Gastgeber einen Freistoß, den Freialdenhovens Nummer 9, Kevin Kruth, ins Aachener Tor köpfte. Das erste Pflichtspielgegentor 2019 für die Alemannia war damit gefallen.

In den zweiten 45 Minuten zeigte die Alemannia über weite Strecken wieder ihre Abgeklärtheit in der Defensive und bei der Spielkontrolle. Allein das Klagelied der vergebenen Chancen wurde weiter gesungen: In der 53. Minute hatte Garnier eine Chance auf sein zweites Tor, nur eine Minute späte folgte ein Kopfball von ihm, der seinen Weg ins Ziel nicht fand, in der 57. Minute versuchte sich Vincent Boesen, in der 75. Minute eroberte Stipe Batarilo den Ball mit einer schönen Grätsche in der eigenen Hälfte, über eine schöne Kombination ging es vor das Freialdenhovener Gehäuse, allein das dritte Tor für die Alemannia fiel nicht. Als es dann in der 80. Minute fiel, wurde auf Abseits entschieden.

Es dauerte bis in die Nachspielzeit bis der eingewechselte Manuel Glowacz den Deckel drauf machte und mit einem Schuss von der 16-Meter-Grenze ins lange Eck die Schwarz-Gelben jubeln ließ. Abpfiff, Halbfinale! Der Aachener Traum vom DFB-Pokaleinzug lebt damit weiter. Und wie versprochen, gab Fuat Kilic seinen Jungs nach dem Spiel zwei Tage frei, um Karneval zu feiern oder entspannen zu können. Genau wie die Fans. Das nächste Spiel findet am kommenden Samstag zuhause gegen den Wuppertaler SV statt. Bis dahin gilt aber: Kumm, loss mer fiere! Alaaf!

Offizielle Internetseite Alemannia Aachen:
Alemannia löst das Halbfinal-Ticket

Die Alemannia hat ihre Aufgabe am Karnevalssamstag beim Mittelrheinligisten Borussia Freialdenhoven gemeistert und sich den Einzug ins Halbfinale des Bitburger-Pokals gesichert. Vor rund 2.000 Zuschauern erzielten Robin Garnier, Dimitry Imbongo und Manuel Glowacz die Treffer für die Schwarz-Gelben.

Bei der Alemannia gab es es lediglich eine Änderung im Vergleich zum letzten Ligaspiel. Kapitän Peter Hackenberg rückte anstelle von Alexander Heinze in die Startelf. Die Schwarz-Gelben brauchten ein paar Minuten, um sich mit den Rahmenbedingungen anzufreunden und übernahmen dann wie erwartet das Kommando. Die erste gute Gelegenheit bescherte den Tivoli-Kickern dann auch prompt die Führung. Imbongo hätte im Strafraum selber schießen können, lupfte die Kugel aber auf den langen Pfosten, wo Garnier sträflich freigelassen zum 0:1 einköpfen konnte (21.). Im Anschluss an den dritten Eckball präsentierten sich die Alemannen erneut effektiv im Abschluss. Die Gastgeber bekamen den Ball nicht aus der Gefahrenzone, Imbongo behielt im Strafraum den Überblick und vollendete aus acht Metern zum 0:2 (27.). Nachdem Idrizi mit einer Einzelaktion die frühzeitige Vorentscheidung verpasste (37.), kamen die Gastgeber zum überraschenden Anschlusstreffer. Szymczewski schlug einen Freistoß in den Strafraum und Kruth traf per Kopf zum 1:2 ins rechte Eck (39.). Für die Alemannia war es der erste Pflichtspielgegentreffer im Jahr 2019. Sekunden vor dem Pausenpfiff bekam Borussia-Keeper Kemmerling die Kugel nicht unter Kontrolle, doch Boesen konnte im Nachsetzen kein Kapital draus schlagen.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich an den Kräfteverhältnissen auf dem Platz wenig. Die Alemannia kontrollierte das Geschehen und kam zu weiteren Möglichkeiten. Imbongo legte an der Strafraumgrenze quer auf Garnier, dessen Schuss nur wenige Zentimeter am linken Pfosten vorbei stegelte (53.). Sekunden später konnte ein Kopfball von Boesen noch vor der Linie entschärft werden. Idrizi (67.) und Boesen (74.) schafften es zunächst nicht, Kemmeling ein weiteres Mal zu überwinden. Dies gelang Idrizi auf Zuspiel von Imbongo in Minute 81, der Schütze stand allerdings im Abseits. So wurde die Entscheidung in die Nachspielzeit vertagt. Der eingewechselte Glowacz nahm von der Strafraumgrenze Maß und versenkte die Kugel mit Hilfe des linken Innenpfostens zum 1:3-Endstand in die Maschen (90+2). „Wir hätten den Deckel viel früher zumachen müssen, dennoch bin ich mit der Art und Weise unseres Auftretens zufrieden“, resümierte Fuat Kilic das Weiterkommen im Anschluss an die Partie.

Alemannia-Fan-Seite Ochehoppaz:

Zum zweiten Mal traf die Alemannia in einem Pflichtspiel auf Borussia Freialdenhoven. Anders als 2015, als das Heimrecht getauscht wurde, fand das diesjährige Viertelfinale am Karnevalssamstag auf dem Platz an der Ederener Straße statt. Im Gegensatz zu den ersten beiden Runden konnte es sich Fuat Kilic gegen den Dritten der Mittelrheinliga nicht leisten, Stammkräfte auf der Bank zu lassen.

Die Borussia war im ersten Durchgang nach Spielanteilen zu großen Teilen ebenbürtig, die Alemannia präsentierte sich aber effektiver. Eine präzise Flanke von Imbongo köpfte Garnier zum 0:1 ins linke Eck. Sechs Minuten später war es Imbongo selbst, der aus dem Gewühl im Anschluss an eine Ecke zum 0:2 flach ins rechte Eck traf. Eher unnötig kam die Hannes-Elf noch vor der Pause zurück ins Spiel. Kruth übersprang bei einem Freistoß aus zentraler Position Salata und köpfte zum 1:2 ins rechte Eck.

Die Alemannia zeigte im zweiten Durchgang ihre technische Überlegenheit und hielt den Gegner vom eigenen Tor fern. Zweimal Garnier und in der Schlussphase zweimal Boesen, dem jeweils der Ball zu weit vom Fuß sprang, verpassten jedoch die Entscheidung. Zwischendurch verpasste Schneider nach Vorarbeit von Kuhnke den möglichen Ausgleich. In der Nachspielzeit traf der eingewechselte Glowacz nach einer Einzelaktion zum 1:3-Endstand den linken Innenpfosten. Beim Torjubel brachten unsere betrunkenen Ultras eher unabsichtlich die Bande zu Fall und purzelten auf das Spielfeld, was lustig aussah, für den, der den Schaden bezahlen muss, aber letztlich weniger lustig ist.

Die Alemannia steht mit dem am Ende standesgemäßen Sieg zusammen mit dem FC Düren, Wegberg-Beeck und dem Sieger aus Viktoria – Fortuna im Halbfinale. An die Borussia geht ein Sonderlob für das exzellente Kuchenbuffet.