Das Pokal-Viertelfinale zum Nachlesen

vor dem Spiel: Während die richtig zahlreichen Fans an der Ederener Straße sich bei einer musikalischen Mischung aus Pop/Rock und – am Karnevalssamstag natürlich auch – Stimmungshits warmschunkeln, zeigen die Aufstellungen, dass Aachens Trainer Kilic seine Ankündigung wahrmacht, und seine zuletzt in der Regionalliga so erfolgreiche Top-Formation ins Bitburger-Pokal-Viertelfinale schickt. Borussen-Coach Hannes legt gegen die Profis vom Tivoli verständlicherweise Wert auf die Defensive. Mit Borgelt, Daescu und Sambou bietet er gleich drei defensiv denkende Abfangjäger vor der Viererabwehrkette auf. Zudem sollen Kuhnke und Szymczewski bei gegnerischem Ballbesitz viele Meter nach hinten machen. Beim Warmschießen der Schwarz-Gelben läuft kurzerhand ein karnevalistisch als Tiger verkleideter Alemannia-Fan auf das Feld und stellt sich ins Tor. Unter frenetischem Jubel gelingt es ihm sogar, den einen oder anderen Ball zu halten. Es passt zur freundlichen Stimmung und großen Vorfreude in Freialdenhoven.

4. Minute: Spielunterbrechung, weil die jecken Öcher Kamelle auf das Spielfeld werfen. Dank des beherzten Einsatzes eines Ordners geht es aber umgehend weiter.

5. Minute: Die Freialdenhovener verbuchen die erste Ecke des Pokal-Derbys. Nach der Ausführung gibt es laute Aufschreie der heimischen Spieler in rot-schwarz, da einem Alemannia-Verteidiger der Ball an die Hand springt. Für Schiedsrichter Dardenne kein Strafstoß.

19. Minute: Defensiv löste das die Heimelf bislang sehr diszipliniert und nach vorne hin setzt sie ebenfalls mutige Akzente. Aachen probiert es mit ruhigem Spielaufbau. Jetzt wurde es einmal gefährlich: Hoher Ball von Garnier, doch Batarilo geht nicht zum Ball – Freialdenhovens Keeper Kemmerling ist zur Stelle.

20. Minute – Tor für Aachen (0:1): Die Alemannen setzen sich kurzzeitig im Freialdenhovener 16-Meter-Raum fest. Imbongo chippt den Ball von rechts auf den im Rücken völlig freistehenden Garnier, der problemlos aus fünf Metern einnicken kann. (siehe Foto oben)

27. Minute – Tor für Aachen (0:2): In Folge einer Ecke von rechts kommt Imbongo zwischen mehreren Borussen an den Ball und zirkelt das Spielgerät auf engstem Raum aus acht Metern überlegt in die rechte untere Ecke.

35. Minute – Für offensive Lebenszeichen der Borussen sorgte bislang vor allem Rechtsaußen Kuhnke. Jetzt klappt es auch nochmal mit einem Abschluss: Käpitän Kreutzer schaltet den Vorwärtsgang ein, schlägt eine Flanke von der rechten Flanke auf Kruth, doch dessen in Rücklage ausgeführter Kopfball geht links neben das Aachener Gehäuse.

39. Minute – Tor für die Borussia (1:2): Ziemlich überraschend, aber egal – da ist der Anschluss! Freistoß aus zentraler Position, Szymczewski tritt den Ball aus 35 Metern in Richtung zweiter Pfosten. Kruth gewinnt das Luftduell gegen Garnier. Sein Sechs-Meter-Kopfball schlägt rechts unten ein.

45. Minute – Großchance Aachen: Da geht es hart zur Sache zwischen Keeper Kemmerling und Aachens Imbongo. Der Schiedsrichter sieht jedoch kein Vergehen. Boesen kommt an den Abpraller, setzt den Ball aber aus 17 Metern neben den linken Pfosten des verwaisten Kastens.

Halbzeit: Bei den Gegentoren waren die sonst gut verteidigenden Borussen zu weit weg von ihren Gegnern. Wer aber nach dem 0:2 glaubte, das Spiel sei bereits durch, der wurde durch den Anschlusstreffer eines Besseren belehrt. Mit dem 1:2 fügte Freialdenhoven dem Traditionsklub seinen ersten Pflichtspielgegentreffer im Kalenderjahr 2019 zu. Hannes setzt in der Pause ein Offensivsignal, bringt den Jüngsten, Winterneuzugang Engels (gekommen von der A-Jugend von Fortuna Düsseldorf), für Daescu.

52. Minute – Großchance Aachen: Imbongo legt von links rüber auf Garnier, der aus 18 Metern knapp links vorbeizielt.

60. Minute: Es entwickelt sich ein verteilteres Match vor der großen Kulisse. Die Borussen sind im zweiten Durchgang galliger und kommen wieder häufiger ins Angriffsdrittel.

66. Minute: Eine flache Hereingabe von rechts durch Garnier klärt Kreutzer vorm einschussbereiten Idrizi.

71. Minute: Engels pflückt den Ball gekonnt aus der Luft. Technisch einwandfrei, aber der anschließende Schuss bleibt gegen drei herbeigeeilte Aachener stecken.

73. Minute – Großchance Aachen: Das war richtig gefährlich für die Heimelf. Kuhnke geht ins Dribbling und verliert das Spielgerät gegen Batarilo. Der schaltet schnell und findet mit einem Steckpass Garnier. Mit vereinten Kräften stoppen N’Goua und Kemmerling den Aktivposten.

76. Minute – Großchance Borussia: Auf der anderen Seite macht es Kuhnke diesmal besser und bringt den Ball von rechts an den Fünfer. Der eingewechselte Schneider verpasst unter Bedrängnis um wenige Schuhgrößen.

80. Minute: Imbongo legt auf Batarilo rüber und der versenkt das Leder, allerdings aus Abseitsposition.

85. Minute – Großchance Aachen: Fiedler findet mit einem Pass in den Lauf Boesen, doch Kemmerling ist auf dem Posten, stürmt aus dem Tor und schnappt dem Alemannen die Kugel vom Fuß.

89. Minute – Großchance Aachen: Imbongo beim Konter auf Boesen – wieder gewinnt Kemmerling das Eins-gegen-Eins-Duell!

Nachspielzeit – Tor für Aachen (1:3): Die Entscheidung. Glowacz zieht halbrechts aus 15 Metern ab und trifft über den Innenpfosten zum 3:1 für die Alemannia. Beim Torjubel demolieren einige Aachener Fans die Bande und stürmen aufs Spielfeld. Es wird nochmal angepfiffen, aber dann ist Schluss. Alemannia feiert den verdienten Halbfinaleinzug, doch die Borussen, die sich bis zum Ende nach Kräften wehrten (zumal sie noch gar nicht im Ligabetrieb sind), verkauften sich beachtlich. Für die Kaiserstädter war es ein glanzloser, aber auch selten gefährdeter Auswärtserfolg.

Videoaufnahmen von vielen Highlights sind online bei unserem Medienpartner FuPa Westrhein [zur Seite hier]

Aufstellung: Kemmerling – Kraus (68. Schneider), Kreutzer (82. Alawie), Weber, N’Goua – Daescu (46. Engels), Borgelt, Sambou – Kuhnke, Kruth, Szymczewski
Tore: 0:1 Garnier (20.), 0:2 Imbongo (27.), 1:2 Kruth (39.), 1:3 Glowacz (90.+1)
Gelbe Karten: Borgelt, Kreutzer / Fiedler, Batarilo
Schiedsrichter: Dardenne (Nettersheim)

Text: Kevin Teichmann & Tim Schmitz
Foto: Lothar Offermanns