Underdog-Rolle im großen Spiel

Passend zu Karneval wird in Freialdenhoven ein prächtiges Fußball-Fest gefeiert! Das Bitburger-Pokal-Viertelfinale gegen Alemannia Aachen am morgigen Samstag (Anstoß 15.00 Uhr) bedeutet eines jener besonderen Spiele, bei dem mehr Menschen im Stadion an der Ederener Straße sein werden, als unser kleiner Ort Einwohner zählt. Trotz der Wetterentwicklung soll es laut wetter.com vor und während des Duells bei 11 Grad trocken bleiben, sodass auch mit vielen kurzentschlossenen Besuchern zu rechnen ist (die Tageskassen öffnen um 13.30 Uhr). Seit der Pokal-Auslosung Mitte Januar befasste sich die „Borussen-Familie“ mit der Organisation für den stolzen Tag, damit sich die möglichst große Kulisse gut versorgt fühlt (alle Infos dazu in den Zuschauer-Infos [hier]) und damit die Rahmenbedingungen stimmen für das Geschehen auf dem Rasen, in das der Regionalligist aus der Kaiserstadt als klarer Favorit geht.

Zwar trennt beide Vereine nur eine Spielklasse, aber dennoch ist der Deutsche Vizemeister von 1969 in einer anderen Welt unterwegs. Der Traditionsklub hat 20 Mal mehr Mitglieder als die Borussia, einen 15 Mal höheren Zuschauerschnitt und vor allem arbeiten die Spieler unter Profibedingungen, sind Berufsfußballer. Weitere Vorteile der Aachener ergeben sich aus den ausschließlich positiven Meldungen, die in letzter Zeit vom Tivoli zu vernehmen sind. So holte der TSV aus seinen drei Partien nach dem Ende der Regionalliga-Winterpause sieben Punkte (Tabellenplatz sechs), kassierte dabei kein Gegentor und gewann letzte Woche auswärts beim Tabellenzweiten Rödinghausen mit 2:0. Hinzu kommen zahlreiche Vertragsverlängerungen mit Leistungsträgern, wie etwa Kapitän Peter Hackenberg. Auch beispielsweise Robin Garnier und Vincent Boesen, die mit je fünf Ligatoren hinter Stipe Batarilo (sieben Tore) die meisten Treffer erzielten, schnüren ihre Fußballschuhe über den Sommer hinweg an der Krefelder Straße. In der trotz der Abstiege und zwei Insolvenzen nach wie vor riesigen Fanszene besteht die berechtigte Hoffnung, dass ein Mannschaftsgerüst anders als in den Vorjahren beibehalten werden kann. „Wir sind derzeit gut drauf“, bestätigt Fuat Kilic. Seine zuletzt souverän aufgetretene Elf werde der Aachener Trainer kaum verändern. „Der Pokal ist nicht für Experimente da, denn er ist finanziell und sportlich sehr lukrativ. Klar besitzt der Gegner eine gewisse Qualität, aber wenn wir die Leistung aus den vergangenen Wochen abrufen, dann sollten wir das Match für uns entscheiden“, sagt der 45-jährige Deutsch-Türke.

Freialdenhovens Trainer Wilfried Hannes meint: „Der größte Pluspunkt der Alemannia ist ihr Spielrhythmus. Sie sind schon mitten im Meisterschaftsbetrieb, der bei uns erst Mitte März beginnt. Wir haben in den letzten Wochen nur Testspiele absolviert.“ Darunter befand sich allerdings eine Partie gegen den Aachener Ligakonkurrenten Bonner SC, die die Borussen lange offenhielten. Obwohl der BSC in der Vorbereitung erheblich weiter war, behauptete er sich erst in der Schlussphase mit 1:0. „Die Begegnung unterstrich nochmal, dass wir absolut in der Lage sind, auch gegen höherklassige Mannschaften gut auszusehen“, beobachtete Hannes. Jedoch muss für den großen Wurf zweifellos alles passen. Dazu gehört ebenso die Unterstützung der heimischen Zuschauer, die mit Szenenapplaus und antreibenden Worten durchaus an einer möglichen Sensation mitwerkeln können. Das Team glaubt an seine Chance, speziell nach den Erfahrungen des Vorjahres, als man gegen den Drittligisten Fortuna Köln 80 Minuten lang führte (Ergebnis 1:2). Alle Schwarz-Weißen sind heiß auf das Spiel des Jahres und so bereiteten sie sich hochengagiert und fokussiert vor. Hannes betont: „Wir wollen das Beste aus uns herausholen! Die Aachener taten sich bei Pokalspielen in der Region immer recht schwer. Letztes Jahr in Rott war das 2:1 kaum überzeugend und in Hahn sind sie sogar mal ausgeschieden. Vielleicht können wir ihnen als Underdog ein Bein stellen.“

Bislang bekamen es beide Seiten im Bitburger-Pokal mit unterklassigen Vereinen zu tun. Aachen schaltete Union Rösrath (Kreisliga A, 7:0) und den SV Schlebusch (Landesliga, 3:1) aus, Freialdenhoven setzte sich gegen Germania Eicherscheid (Bezirksliga, 3:1) und den FV Bonn-Endenich (Landesliga, 4:1 n.V., Foto) durch. Personell können beide Trainer auf ihre Stammkräfte zurückgreifen. Schiedsrichter Niklas Dardenne aus Nettersheim sowie seine Assistenten Luca Marx aus Brühl und Jakob Ferner aus Köln eröffnen um 15.00 Uhr das Pokal-Derby, dem die Fußballfreunde der Region schon länger entgegenfiebern. Mal sehen, wer als Halbfinalist Karneval feiern darf – der Favorit oder der Underdog.

Liveticker: Am Samstag ab 14.45 Uhr [hier]. Bitte aktualisieren Sie den Ticker während des Spiels durch regelmäßiges Schließen und wieder Öffnen des Tickers.