2:1 gg. Hennef zum Nachlesen

Durch einen 2:1-Sieg brachte die Borussia dem zwischenzeitlichen Tabellenführer FC Hennef 05 seine erste Niederlage seit elf Spielen bei! In der Schlussviertelstunde ließen Kevin Kruth mit einem 18-Meter-Strahl (78.) und der erstmals eingewechselte Nathan Ndombele per Drehschuss (84.) die Fans jubeln. Sie bogen mit ihren Treffern einen 0:1-Pausenrückstand um, den Hennefs Brand mit der ersten ernsten Offensivszene der Gäste herstellte. Auch wenn die Tore spät fielen, so hatte die Berechtigung des ersten Heimerfolges in dieser Saison schon zuvor Nahrung erhalten. Poongbeom Lee, Alex Daescu, Takato Fukuhara und Kevin Kruth mit einer Art „Wembley-Tor“ besaßen sehr gute Gelegenheiten.

vor dem Spiel: Lee ersetzt den gesperrten Dikenli auf der Linksverteidiger-Position. Ansonsten vertraut Hannes zum dritten Mal in Folge der gleichen Startelf. Wegen Problemen an der Hüfte gehört Ruhrig nicht zum Aufgebot.

8. Minute – Großchance Borussia: Nach einem Eckstoß kommt der Ball zum ausführenden Fukuhara zurück. Seine Flanke von der rechten Seite verlängert Daescu zu Lee am langen Pfosten. Seinen angehobenen Schuss entschärft Hennefs Torhüter Altmann, indem er im kurzen Eck groß stehen bleibt.

20. Minute: Schöner Pass von Lee in den Lauf von Tkacz. Seine Hereingabe schnappt sich Altmann, bevor Kruth vier Meter vor dem Gehäuse seinen Schlappen hinhalten kann.

25. Minute: Erster Vorstoß der Gäste: Auf der rechten Seite bringt sich Viehweger für eine Flanke in Position. Klug soll erreicht werden, aber Kreutzer ist schneller am Ball und schreitet ein.

27. Minute – Großchance Borussia: Zum wiederholten Male probiert es Sambou auf links mit einer Hereingabe. Die Kugel segelt über Kruth genau zu Daescu, der den Kopf senkt und sich drei Meter vor der Torlinie auf den eigenen Oberschenkel köpft. Vielleicht war er wegen der Bewegungen vor ihm irritiert; in jedem Fall eine dicke Gelegenheit!

32. Minute: Brand inszeniert den ersten Hennefer Abschluss. Sein 15-Meter-Schuss ist zu linkslastig.

38. Minute: Ein Hennefer Freistoß von Jahn prallt in die Mauer und tropft herunter zu dessen Mannschaftskollegen Viehweger. Freialdenhovens Kapitän Kreutzer blockt und bereinigt.

39. Minute: Abschluss von Tkacz aus 15 Metern: Altmann packt zu.

40. Minute: Halbrechts im 16-Meter-Raum kommt Fukuhara in Ballbesitz. Am Tag der Bundestagswahl bieten sich dem Japaner mehrere Auswahloptionen: Er kann aus dem spitzeren Winkel draufhalten, weiter aufs Tor zulaufen oder den zwischen den Verteidigern lauernden Kruth einsetzen. Seine halbhohe Lösung ist für jedermann unerreichbar. Sichtlich ärgert sich Fukuhara selbst am meisten.

Nachspielzeit – Tor für Hennef (0:1): Einmal preschen die Gäste gefährlich vor und leider klingelt es auch direkt. Kraus verliert den Zweikampf gegen Klug. Dieser bedient Brand mit einem feinen Pass in die Schnittstelle der Freialdenhovener Viererkette. Aus sieben Metern halblinks überwindet Brand Schlussmann Werres.

Halbzeit: Mit diesem späten, aus Sicht Hennefs sehr schmeichelhaftem Führungstor gehen die Köpfe der Borussen erstmal runter. Dabei war auch an den Wutausbrüchen von FC-Trainer Glatzel zu erkennen, dass die im Mittelfeld viele Ballgewinne verzeichnende Borussia einen harten Brocken für den Spitzenreiter darstellt. Häufigere und klarere Möglichkeiten gehörten den Schwarz-Weißen obendrein. Vielleicht gelingt es in der zweiten Hälfte manche Situation besser, teilweise einfacher auszuspielen. Ein flüssiges Direktspiel wie noch in der Vorzeige-Halbzeit gegen Bergisch Gladbach wird durch den Untergrund erschwert.

48. Minute – Ein Freistoß von Hennefs Kilic aus 23 Metern zischt links am Freialdenhovener Kasten vorbei.

50. Minute – Sambou patzt und legt den Ball Gegner Iohara in seinen Lauf Richtung Werres. Daraufhin rennt der Mittelfeldstratege hinterher und reißt den Hennefer um. Glück hat Sambou, dass Kreutzer und Kraus noch die Chance zum Eingriff hatten. Somit belässt es das Schiedsrichtergespann um Richard Geyer beim gelben Karton und wertet das Foul nicht als Notbremse.

54. Minute – Großchance Borussia: Wieder einer dieser energischen Ballgewinne im Mittelfeld. Takai treibt das Leder nach vorne. In einer Drei-gegen-Drei-Situation spielt er hinüber zu Landsmann Fukuhara, der aus halbrechts am langen Pfosten knapp vorbeischießt.

58. Minute – Bei einer Flanke von Lee ist Kruth in Rücklage. Auch Mitspieler für flache Zuspiele standen frei. Nicht die einzige zu umständliche Lösung der Borussen.

60. Minute – Großchance Borussia: Ein Hauch von Wembley! Den harten 16-Meter-Versuch von Tkacz kann Altmann nur nach vorne klatschen lassen. Kruth ist reaktionsschnell, hält den Fuß hin und von der Unterkante der Latte prallt der Ball mit viel Tempo senkrecht herab. Der Stürmer sah ihn hinter der Linie, aber der Linienrichter ist vom Gegenteil überzeugt.

67. Minute: Bei einem Steilpass von Klug sind sich Borussias Innenverteidiger und Werres nicht ganz einig. Nutznießer ist Hennefs Brand, dessen strammer Schuss links daneben geht.

78. Minute – Tor für die Borussia (1:1): Ausgleich! Takai befördert seinen Freistoß in den Strafraum. Dort stellt der zuvor eingewechselte Ndombele seinen wuchtigen Körper geschickt rein und legt mit der Brust ab auf den heranlaufenden Kruth. Sein unhaltbares 18-Meter-Pfund schlägt oben rechts ein. Während sich die Borussen auf Feld und Tribüne freuen, regt sich Hennefs Coach Glatzel zu energisch auf. Er will ein Foul von Ndombele gesehen haben. Nach dem Wurf einer Getränkeflasche schickt der Schiri den Übungsleiter hinter die Bande.

84. Minute – Tor für die Borussia (2:1): Wow, das Spiel ist gedreht! Und wieder war Joker Ndombele entscheidend beteiligt, diesmal als Vollstrecker. Plötzlich stehen bei einer Flanke von Tkacz drei Borussen zwei Verteidigern gegenüber. Bei Ndombeles Kopfball und beim Nachsetzen von Kruth ist Torhüter Altmann zur Stelle. Erneut gelangt das Leder zu Ndombele, der mit dem Rücken zum Tor steht. Aus der Drehung bugsiert der 23-Jährige die Kugel aus sechs Metern über die Linie.

Nachspielzeit: Nock garniert seine ersten Liga-Minuten in dieser Saison mit einem Abschluss über das gegnerische Tor.

Meinung von Trainer Wilfried Hannes:
„Bereits im Vorfeld sagte ich ja, dass unsere Formkurve mich zuversichtlich stimmt, auch für eine schwere Aufgabe gegen robuste Hennefer. Zur Pause lagen wir gegen sie zurück, obwohl wir nicht wussten warum, denn wir waren aktiver und hatten mehr Chancen. Etwas offensiver ausgerichtet gingen wir in die zweite Hälfte. Nach dem Lattenknaller von Kevin Kruth bestand die Gefahr, dass wir nicht mehr zu einem Sieg kommen, zumal Hennef in den ersten 20 Minuten der zweiten Halbzeit stärker wurde. Letztlich konnten die Jungs das Resultat mit Charakter und Willensstärke aber verdientermaßen drehen, denn über die gesamte Dauer stellten wir die bessere Mannschaft. Es war eine Energieleistung, die für das Tabellenbild, aber auch für die Moral sehr wichtig ist. Das Team kämpfte bis zum Ende und zeigte, dass es nicht verlieren will. Mich freut zusätzlich der erfolgreiche Einstand von Nathan Ndombele. Seine Bilanz unterstreicht, dass wir auch auf der Bank richtig Qualität haben.“

Aufstellung: Werres – Kraus, Kreutzer, Wiersberg, Lee (75. Ndombele) – Daescu (46. Kuhnke), Takai, Sambou – Fukuhara, Kruth (88. Nock), Tkacz
Tore: 0:1 Brand (45.+1), 1:1 Kruth (78.), 2:1 Ndombele (84.)
Gelbe Karten: Daescu, Sambou, Lee, Ndombele, Takai
Bes. Vorkommnis: Gasttrainer Glatzel wegen Reklamierens auf die Tribüne verwiesen (78.)
Schiedsrichter: Geyer (Aachen)