1990er Jahre

Dieses Jahrzehnt sollte für uns die großen Erfolge bringen – den Durchmarsch von der Bezirksliga bis in die Verbandsliga.

Mit den fantastischen 55 : 5 Punkten und 119 : 18 Toren wurde im Jahre 1991 in der Bezirksliga Rur-Wurm ein Ergebnis erzielt, wie es wohl kaum in keiner anderen Liga zu finden war. Vizemeister Dremmen blieb 13 Punkte und 73 Tore hinter unserem Team. Was alle erhofft, aber keiner in dieser Form und mit dieser Souveränität erwartet hatte, war eintreten: Borussia spielte zum ersten Mal in der Landesliga.

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Die Aufstiegsmannschaft zur Landesliga – o.v.l.n.r. Frank Pinell, Manni Vogel, Siggi Kluth, Werner Jahr, Gudio Forst, Mirko Marinovic, Mitte: Trainer Hans Lipka, Präsident Rolf Imdahl, Jo Montanes, Hans Peter Lipka, Jürgen Höppner, Norbert Steufmehl, Marko Schmitz, Stefan Grigoriou, Peter Schumacher, Co-Trainer Alex Dohmen, Ehrenvorsitzender Franz Forst, unten: Betreuer Manfred Gurke, Jürgen Lipka, Rudi Wolff, Jakob Kremers, Manfred Stolarski, Stefan Kreiten, Jürgen Müller, Obmann Willi Lersch
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Beim Stande von 0:0 blickte Trainer Lipka noch etwas skeptisch drein, später aber konnte auch er erleichtert aufatmen.

Am 1. Mai 1991 wurde der Aufstieg vorzeitig perfekt, als man in Katzem souverän und ungefährdet mit einem deutlichen 6:0 gewann. Nach dem Spiel kannte der Jubel keine Grenzen mehr.

90er-05Die Feiern in Freialdenhoven besonders in den Gaststätten Lemmermeyer und Pinell  bleiben unvergessen, aber auch die dreitätige Ausflugsfahrt nach Hooksiel ist vielen noch in guter Erinnerung. Es war eine Fahrt, die in die vereinsgeschichte einging.

So war u.a. am Samstagnachmittag ein Spiel gegen eine Kreisauswahl vereinbart worden. Vormittags hatte man eine Bier-Brauerei in Jever besichtigt. Einige Spieler hatten bei den Freigetränken der Brauerei richtig zugeschlagen, so dass die Mannschaft kurzfristig umgekrempelt werden musste und in der ersten Halbzeit (mit 1,5 Promille im Durchschnitt) von den Einheimischen mit 0:2 vorgeführt wurde. Nach der Pause und einer gehörigen Standpauke von Trainer Lipka riß man das Ruder noch einmal herum und gewann im strömenden regen souverän noch 5:2.

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Die Mannschaft in Hooksiel 1991 (aufgefüllt mit Touristen, Kameraleuten und allen, die Trainer Hans Lipka bei der Spielerauswahl im Bus mangels Masse nicht entkamen)

Und die Erfolge rissen auch – Gott sei Dank – in der Landesliga nicht ab. Mit 53 : 11 Punkten und 77 : 27 Toren wurde unsere erste Mannschaft 1992 Meister der Landesliga und schaffte sensationell den Aufstieg in die Verbandsliga.

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Die Meistermannschaft 1992, Aufsteiger in die Verbandsliga – o.v.l.n.r. Dirk Druve, Jürgen Höppner, Hans Peter Lipka, Frank Pinell, Jürgen Lipka, Rudi Wolff, Mitte: Co-Trainer Alex Dohmen, Mirko Marinovic, Obmann Willi Lersch, Peter Schumacher, Werner Jahr, Frank Höppner, Stefan Grigoriou, Siggi Kluth, Präsident Rolf Imdahl, Trainer Hans Lipka, stv. Vorsitzender Karl Willi Jansen, Udo Lipka, Thomas Bügler, Manfred Stolarski, Jo Montanes, Marko Schmitz, Masseur Willibert Dohmen, Ehrenvorsitzender Franz Forst

Maßgeblichen Anteil an diesen Erfolgen hatte neben  der tollen Mannschaft, unserem Vorstand an der Spitze Rolf Imdahl, die Familie Lipka. Trainer Hans und seine Söhne Hans Peter, Jürgen und Udo haben ein großes Kapitel unserer Geschichte mitgeschrieben.

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v.l.n.r Christa, Jürgen, Hans Peter, Udo und Hans Lipka

Und dass die Borussia schon immer verstand, besondere Anlässe entsprechend zu feiern, zeigen die vorstehenden Bilder sehr eindrucksvoll von der unvergessenen Aufstiegsfeier 1992 im geschmückten Festzelt.

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Ein Mann, der sich in diesen Jahren als wahrer Glücksgriff für die Borussia entpuppte und im Erfolgsjahr 1992 leider seine aktive Spielerkarierre bei der Borussia beendete: Jo Montanes, ein leuchtendes Beispiel für absolute Professionalität, hier bei der Verabschiedung mit Ehrenvorsitzenden Franz Forst, wo es reichlich Emotionen gab.

1992 Fertigstellung des neuen Sportumkleideheimes

Viele, viele freiwillige Helfer und Vereinsmitglieder erstellten in Eigenleistung das Sportumkleideheim, das 1992 feierlich eingeweiht wurde.

Auch in der ersten Verbandsliga-Saison erreichte die Borussia mehr, als nur oben mitzuspielen.

Das Team von Trainer Hans Lipka konnte nach einer guten Hinrunde bereits vom dritten Meistertitel in Folge und dem damit verbundenen Aufstieg in die Oberliga träumen. In der Rückrunde der Saison 1992/1993 hatte die Mannschaft allerdings sämtliche Chancen auf einen erneuten Durchmarsch vergeben. Selbst ein grandioser 8:0-Auswärtserfolg bei der zweiten Mannschaft von Viktoria Köln änderte am Ende der Spielzeit nichts mehr daran, dass nur ein Pünktchen auf den Tabellenersten Germania Teveren fehlte, der die Meisterschaft mit 44:16 Punkten für sich entschied.

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Bis heute sind die Zuschauerzahlen gegen Teveren in einem Pflichtspiel unerreicht.

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Zwei Väter der vielen Erfolge: Trainer Hans Lipka und Rolf Imdahl (v.l.)

Auch in Sachen Stadionverbesserung tat sich einiges. So wurde 1993 eine Stehtribüne errichtet. Aus dem naturbelassenen Hang wurde durch Ausbau eine Tribüne mit acht Stufen in Verbundstein auf einer Länge von rund 70 Metern geschaffen.

Unsere beiden Fotos zeigen den früheren und heutigen Zustand der Tribüne.

Im Kreispokal der darauffolgenden Saison gab es ebenfalls ein knapp ausgegangenes Duell: Die Borussia trat als Außenseiter zum Aufeinandertreffen mit dem SC Jülich 1910 an. Jülich konnte zwar dreimal die Führung erlangen, doch die Tore der „Zehner“ wurden, wenige Minuten nachdem sie gefallen waren, wieder durch die Freialdenhovener Mannschaft ausgeglichen. In der folgenden Verlängerung entwickelte sich bei 400 Zuschauern im Jülicher Karl-Knipprath-Stadion ein offener Schlagabtausch beider Teams. Als Jülich durch eine rote Karte dezimiert war, nutzte Udo Lipka eine Unachtsamkeit der gegnerischen Defensive und netzte in der 110. Minute per Picke zum entscheidenen 4:3 ein.

Packende Duelle lieferten sich die Borussen im Kreispokal gegen die „Zehner“ aus Jülich. Mehrfach konnte unser Verein die Endspiele für sich entscheiden.

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Unser Bild zeigt ein „Shake-Hands“ aus dieser Zeit zwischen Jürgen Lipka und Achim Kropp, der aus Freialdenhoven stammt und einige Jahre als Profi bei Fortuna Köln kickte.

Leider lief es in der Meisterschaft nicht so rund: Nach vier Spieltagen trennte man sich von Trainer Hans Lipka.

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Sein Amt trat der Dürener Gerd Kalscheuer an. Am Ende langte es mit dem 7. Rang und 30:30 Punkten für einen gesicherten Mittelfeldplatz.

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Mannschaft 1994/95 – o.v.l.n.r. Markus Dziwior, Tom Beckers, Siggi Kluth, Frank Hoch, Guido Knuppertz, Frank Schröder, Mitte: Masseur Manfred Gurke, Obmann Willi Lersch, Stefan Metzen, Sinisa Sankovic, Andy Goß, Rene Rumbach, Thomas Offermanns, Rafael Kalonda, Präsident Rolf Imdahl, stv. Vorsitzender Karl-Willi Jansen, unten: Co-Trainer Manfred Seidel, Zico, Christian Ioannidis, Thorsten Engler, Tom Bügler, Andreas Chico, Frank Sous, Trainer Gerd Kalscheuer

Auch in der Verbandsliga-Saison 1994/1995 bewegte sich die Borussia in der Tabelle jenseits von gut und böse.  Nach 30 Spieltagen belegte Freialdenhoven mit 32:28 Punkten den 8. Tabellenplatz. Positiver Höhepunkt der Spielzeit war die Titelverteidigung des Kreispokals. Die Kalscheuer-Truppe konnte den Endspielgegner SSV Körrenzig vor heimischem Publikum klassisch auskontern. Nach dem 2:0-Sieg über den überraschend stark aufspielenden Kreisligisten nahm Borussias Torwart und Kapitän Thomas Bügler den Pokal von Hans Thelen, dem technischen Obmann des Fußballkreises Jülich, entgegen.

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Mannschaft 1995/96 – o.v.l.n.r. Tom Beckers, Ralf Geilenkirchen, Frank Hoch, Patrick Roussaint, Cumbo, mitte: Trainer Gerd Kalscheuer, Präsident Rolf Imdahl, Andy Goß, Conny Baumann, Thomas Offermanns, Richard Gerringa, Stefan Metzen, Markus Franken, Rafael Kalonda, Guido Knuppertz, Ehrenvorsitzender Franz Forst,, unten: Masseur Manfred Gurke, Zico, Christian Ioannidis, Thorsten Engler, Tom Bügler, Horvath, Frank Sous, Obmann Willi Lersch

In der vierten, aufeinanderfolgenden Verbandsliga-Saison trennte man sich nach vier Spieltagen von Fußballlehrer Gerd Kalscheuer. Sein Nachfolger war auch sein Vorgänger. Denn eben Hans Lipka löste Kalscheuer in der Spielzeit 1993/1994 auf der Freialdenhovener Trainerbank ab. Sein Abschiedsspiel an der Ederener Straße hätte sich Lipka, der nach der Saison von Hans Mathar abgelöst werden sollte, bestimmt anders vorgestellt. Am 30. Spieltag nämlich, verlor die Borussia auf eigenem Rasen gegen die Spielvereinigung Oberaußem/Fortuna, die schon lange als Absteiger feststand. Zunächst hatte Freialdenhoven die Partie zwar im Griff und führte mit 1:0, doch in der zweiten Halbzeit wuchsen die Gäste über sich hinaus, siegten schließlich mit 4:1 und versalzten der Borussia damit einen gelungenen Saisonausklang. Trotz dieser schmerzhaften Niederlage spielte die Mannschaft eine insgesamt überzeugendee Spielzeit und lag in der Abschlusstabelle mit 46 Zählern auf dem 5. Rang.

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Mannschaft 1996/97 – o.v.l.n.r. Thomas Offermanns, Stefan Grigoriou, Conny Baumann, Jupp Zschau, Guido Knuppertz, Volker Hammers, Richard Gerringa, Remco Didderen, Frank Hoch, Mitte: Präsident Rolf Imdahl, Trainer Heinz Mathar, Masseur Manfred Gurke, Thorsten Engler, Markus Cepuran, Rafael Kalonda, Andreas Chico, Bernd Hofmann, Co-Trainer Manfred Seidel, stv. Vorsitzender Karl-Willi Jansen, unten: Avramovic, Christian Ioannidis, Icke Hermanns, Frank Sous, Stefan Gerhards

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Den Erfolg des vorherigen Jahres konnte die Borussia unter Leitung des neuen Trainers Hans Mathar bestätigen. Erneut etablierte sich die Truppe im oberen Tabellendrittel und erreichte am Ende mit einer Punktzahl von 48 den 6. Platz.

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Mannschaft 1997/98 – o.v.l.n.r.Trainer Heinz Mathar, Obmann Willi Lersch, Guido Knuppertz, Marc Wolter, Markus Cepuran, Guido Neulen, Hans Mundt, Richard Gerringa, Conny Baumann, Jupp Zschau, Stefan Wilms, Co-Trainer Manfred Seidel unten: Volker Hammers, Mirko Braun, Frank Sous, Bernd Hofmann, Setfan Gerhards, Christian Ioannidis, Icke Hermanns, Udo Schmitz

Ein Jahr später, in der Saison 1997/1998, lief es sogar noch besser. Zwar konnte man gegen den späteren Meister Preußen Köln nichts ausrichten, aber man blieb lange Zeit auf den Versen des Tabellenzweiten TSC Euskirchen. Mit einem 2:1-Auswärtserfolg bei Borussia Brand, wo man viele Jahre nicht siegen konnte, verringerte sich der Vorsprung Euskirchens auf drei Punkte. An den letzten vier Spieltagen holten aber beide Mannschaften mit jeweils drei Siegen und einem Remis 10 Punkte, sodass es bei Rang 3 für die Borussia blieb.

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Mannschaft 1998/99 – o.v.l.n.r. Präsident Rolf Imdahl, Physiotherapeut Metin Atici, Trainer Heinz Mathar, Fabienne Fevry, Conny Baumann, Bernd Hofmann, Arnd Feldmann, Frank Johnen, Patrick Dijkstra, Michael Beckers, Christian Ioannidis, Obmann Willi Lersch, Physiotheraputh Erik Schlösser, Co-Trainer Manfred Seidel, unten: Edin Durakovic, Marc Wolter, Icke Hermanns, Lars Heese, Tom Bügler, Richard Gerringa, Mirko Braun, Faber, Josip Labas

Auch in der nächsten Spielzeit belegte Freialdenhoven den 3. Tabellenplatz. Das 0:0-Unentschieden am letzten Spieltag bei der Brander Borussia rettete den Gastgeber aus Aachen zwar vor dem Abstieg in die Landesliga; Freialdenhoven jedoch hätte bei einem Sieg mit dem späteren Vizemeister SSV Körrenzig, der zum Saisonfinale zuhause gegen die SSG Bergisch Gladbach mit 3:1 verlor, noch in Punkten ausgleichen können. Schließlich wurde die Borussia mit 52 Punkten Dritter; Gewinner der Meisterschaft wurde die TSC Euskirchen mit 55 Zählern, einen Punkt vor dem zweitplatzierten SSV Körrenzig.