Mittelrheinliga: Tops und Flops der Hinrunde

Schnee und Feuchtigkeit am vergangenen Wochenende sorgten dafür, dass die meisten Mittelrheinligisten verfrüht in die nun begonnene Winterpause entlassen wurden. Die Saisonhalbzeit bietet eine optimale Gelegenheit, um einen Blick auf die Statistiken und Bilanzen der Beletage im Fußball-Verband Mittelrhein zu werfen.

Dass die Borussia sich nach der Hinrunde gerechtfertigt in der Tabelle auf ihrem starken dritten Platz einordnete, verdeutlicht die Anzahl der Siege. Mit acht Erfolgen weist sie nämlich den drittbesten Wert hinter Bergisch Gladbach (10) und Wegberg-Beeck (13) auf. Die Beecker sind ohnehin das Nonplusultra der höchsten Amateurklasse und auf dem besten Wege, in die Regionalliga zurückzukehren. Sie gewannen sage und schreibe alle Spiele bis auf ein 1:1-Unentschieden in Alfter. Das Gefühl einer Niederlage lernten die „Kleeblätter“ in dieser Saison noch gar nicht kennen. Verfolger Bergisch Gladbach verlor zweimal, Hennef und der auf Tabellenrang sieben gelistete Aufsteiger Frechen dreimal, Freialdenhoven viermal.

Der Elfmeter der Borussia zum 1:3 gegen Beeck bedeutete eines von nur fünf Gegentoren des Spitzenreiters

Zwischenzeitlich stellte die Elf von Wilfried Hannes den stabilsten Defensivverbund der Liga. Inzwischen ist sie bei den Gegentreffern Dritter (15) hinter Bergisch Gladbach (14) und Beeck, die von ihren nur fünf Gegentoren (ein unfassbarer Wert!) immerhin eins durch unsere Mannschaft hinnehmen mussten. Die meisten Gegentreffer gehen derweil nicht auf das Konto von Liga-Schlusslicht Arnoldsweiler (28), sondern wurden von Breinig und Merten kassiert (je 33). Beinahe selbstredend ist Beeck auch bei den geschossenen Toren Primus. Mit 31 Buden zeigt das Team von Friedel Henßen und Dirk Ruhrig Bergisch Gladbach, Friesdorf (beide 29), Hennef (27) und der Borussia (26) die Rücklichter. Am sparsamsten präsentierte sich Arnoldsweiler mit 14 Treffern in 15 Partien.

Als die Freialdenhovener bis in den November hinein drei Pflichtspielmonate am Stück ungeschlagen blieben, führten sie die Auswärtstabelle an. Auch hier mussten sie inzwischen Beeck und Bergisch Gladbach passieren lassen. Hürth, Vichttal und Merten kehrten nie mit drei Punkten von einer Auswärtsfahrt zurück. Auf eigenem Platz fühlen sich nach dem Spitzenduo Beeck und Bergisch Gladbach ebenso Hennef und Deutz besonders wohl. Die Borussen sind Fünfter der Heimtabelle. Die Fans von Breinig und Arnoldsweiler feierten daheim noch keinen Sieg.

Überragende Kulisse in Freialdenhoven zur Saisoneröffnung

Apropos Fans: Hier erlebt die Mittelrheinliga einen Aufschwung. Insgesamt 19.862 Besucher kamen in die Stadien. Das sind 3.150 Menschen mehr als in der Hinserie des Vorjahres, obwohl durch den Rückzug des TSC Euskirchen vor dem Saisonbeginn sogar weniger Spiele ausgetragen wurden. Der Schnitt beträgt 187 Zuschauer pro Partie. Die meisten Anhänger begrüßten die Klubs unserer Region: Düren (382 Zuschauer im Schnitt), die Borussia (356), Wegberg-Beeck (251) und Vichttal (249). Den Zuschauerrekord gab es bei der Saisoneröffnung in Freialdenhoven: 1.265 zahlende Zuschauer fieberten beim 1:0 gegen Düren mit. Den einzigen zweistelligen Schnitt findet man in Friesdorf (85).

War beim Schützenfest gegen Friesdorf an vier Toren direkt beteiligt: Yannick Kuhnke

Dabei ist gerade in dem Bonner Stadtteil Unterhaltung garantiert. Mit einem Torschnitt von 4,4 Treffern pro Spiel liegen die Partien mit Friesdorfer Beteiligung weit über dem Ligaschnitt, der sich exakt wie in der letzten Saison bei 3,1 einpendelte. Kein Wunder, dass die Blau-Weißen an den beiden torreichsten Begegnungen ihren Anteil hatten. Gegen Breinig gewannen sie 6:3, gegen Düren unterlagen sie mit dem gleichen Resultat. Die Borussia erreichte gegen Friesdorf ebenfalls das halbe Dutzend. Der 6:1-Triumph an der Ederener Straße war nicht nur der höchste Freialdenhovener Liga-Sieg seit über sieben Jahren, sondern auch der höchste Erfolg der Mittelrheinliga-Hinrunde insgesamt. Das identische Ergebnis wiederholte Bergisch Gladbach kürzlich in Breinig.

Mittelrheinliga-Staffelleiter Alois Rabenbauer freut sich im letzten Jahr seiner Tätigkeit über eine Besserung in Sachen Fairness. Er legte Sperren für nur zehn Rote Karten fest. Bis zur Winterpause der vorherigen Spielzeit zeigten die Schiedsrichter schon 25 Mal Rot. Darüber hinaus wurden aktuell 18 Gelb-Rote Karten verteilt. Ohne Platzverweis blieben Bergisch Gladbach und Hürth. Die Borussia ist als Fünfter der Fairplay-Tabelle ebenso diszipliniert unterwegs. Gegen Deutz, Arnoldsweiler und Merten sollte man die Schienbeinschoner jedoch nicht vergessen. Die „bösen Buben“ der Liga sind Dürens Dennis Dreyer (zweimal Gelb-Rot, zweimal Gelb) und Adrijan Behrami aus Arnoldsweiler (sieben Gelbe Karten).

Kevin Kruth ist der beste Vorlagengeber der Liga und zudem treffsicher

In den Strafräumen ist Metin Kizil am meisten gefürchtet. Elf Tore erzielte der Goalgetter von Bergisch Gladbach. Im Rennen um die Torjägerkanone verfolgen ihn Mehmet Dogan (Alfter) und Shpend Hasani (Beeck, beide neun Tore), der auch den „Clásico“ vor 500 Zuschauern in Freialdenhoven mit einem Doppelpack entschied. Kevin Kruth ist mit sieben Treffern Sechster. Allerdings gilt der Borussen-Stürmer mit sieben Assists als ligaweit bester Vorlagengeber. Nur Beecks Hasani glich vor kurzem aus. Damit verkörpert der frühere Alemannia-Profi Hasani den Top-Scorer der Mittelrheinliga.

Fotos: Michael Schneiders / Lothar Offermanns / Tim Schmitz
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