1:2 – Selbst im Weg gestanden

In einem mittelfeldlastigen Kick, der sich lange auf Augenhöhe bewegte, machte die Borussia einen entscheidenden Fehler zu viel und verlor die Auswärtspartie beim Traditionsklub SpVg Frechen 20 mit 1:2. Betrübte Stimmung herrschte auf der Rückfahrt, denn die Mannschaft schrieb sich die Niederlage durch individuelle Patzer selbst zu. Immerhin bleibt sie in der Mittelrheinliga-Tabelle Dritter.

Wie Trainer Wilfried Hannes schon in unserem Vorbericht [hier] ankündigte, wollte er diesmal auf die angeschlagenen Kräfte verzichten, die zuletzt stets auf die Zähne bissen. Christian Kreutzer und Leon Ruhrig blieben draußen, Jehia Makki (Foto links) und Yannick Kuhnke begannen. Der an Knieproblemen leidende Kevin Kruth beobachtete das Geschehen ebenso zunächst von der Bank aus und erblickte in der zweiten Minute eine Frechener Großchance. Da verlängerte Felix Krellmann einen Einwurf zu Marcus Wilsdorf. Aus der Nahdistanz bugsierte dieser das Leder in die Arme des Freialdenhovener Schlussmanns Tobias Werres. Anders als es der Auftakt vermuten ließ, verlief die erste Halbzeit etwas dürftig. Engagierte Zweikämpfe und wenige Offensivaktionen prägten den ausgeglichenen Mittelfeld-Schlagabtausch. Freialdenhoven überließ den Gastgebern phasenweise mehr Platz, stand aber jederzeit stabil, sodass die „Zwanziger“ nicht in den Strafraum vorrückten. Von außerhalb versuchten es Granit Rama (20.) sowie Nils-Simon Remagen (25.).

Eine bessere Gelegenheit hatten die Borussen auf Lager: Den strammen Volley von Mark Szymczewski nach Flanke von Pascal Schneider musste Patrick Nettekoven, Frechens Debütant zwischen den Pfosten (früher bei Alemannia Aachen tätig), nach vorne prallen lassen. Es blieb eine der insgesamt seltenen Szenen über die Flügel, was auch daran lag, dass eine von der Sonne unerreichte Außenbahn vereist war. Der umsichtige Schiedsrichter Daniel Meys stellte im Vorfeld der Partie sogar eine kurzfristige Absage in den Raum, doch alle Aktiven willigten ein. Kurz vor seinem Pausenpfiff erwischte Schneider den Ball nach Makkis Zuspiel gerade noch mit der Fußspitze – Nettekoven schmiss sich der Kugel entgegen (45.). „Trotzdem machten wir zu wenig“, sah Hannes seine Truppe nicht in bester Verfassung.

Das galt erst recht für die 51. Minute: In der Nähe der Seitenauslinie wurde Kuhnke energisch gedoppelt und entschied sich für ein Dribbling in Richtung eigene Hälfte, bei dem ihm Oliver Noster das Leder abjagte. Die Borussen-Defensive präsentierte sich nach dem Ballverlust unsortiert. Über die Zwischenstation Rama steuerte Wilsdorf frei auf Werres zu und versenkte seinen Rechtsschuss abgebrüht in die lange Ecke. Angestachelt durch den Rückstand wurden die Freialdenhovener stärker und erzielten in der 68. Minute den Ausgleich: Eine weite Flanke von Alain N’Goua legte der kurz zuvor eingewechselte Kruth mit dem Kopf perfekt für Schneider auf. Der Elf-Meter-Schuss schlug neben dem kurzen Pfosten ein. Kruth verbuchte somit eine weitere Vorlage und für Schneider wirkte sein vierter Saisontreffer wie Balsam auf seinen nach einem Zweikampf dick gewordenen Fuß.

„Anschließend waren wir am Drücker, aber wie so oft an diesem Tag mangelte es an letzter Entschlossenheit“, kommentierte Hannes die verpufften Standards gegen die gut verteidigenden Hausherren, die nun kaum noch für Entlastung sorgten. Mit einem Remis hätten wohl beide Seiten leben können, doch neun Minuten vor dem Ende unterlief den Freialdenhovenern der maßgebliche Fehler. Ein Frechener Freistoß von der rechten Seite segelte mehrere Sekunden durch die Luft, zwei Borussen behinderten sich im Zentrum und Lenhard Preis köpfte aus acht Metern freistehend ins lange Eck. Nicht nur bei der Entscheidung fand Hannes, dass sich sein Team teils selbst im Weg stand: „Das ist auch eine Sache der Disziplin. Anders als gegen Beeck, wo man die Leistung eines besseren Gegners anerkennen konnte, war Frechen nicht unschlagbar. Wir müssen uns die Woche über zurückarbeiten“, blickte er bereits auf das wichtige Bitburger-Pokal-Achtelfinale beim Landesliga-Zweiten FV Bonn-Endenich am kommenden Samstag.

Aufstellung: Werres – Borgelt, Makki, Weber, N’Goua – Daescu, Szymczewski (64. Kruth), Sambou – Kuhnke, Alawie (74. Kraus), Schneider (81. Nock)
Tore: 1:0 Wilsdorf (51.), 1:1 Schneider (68.), 2:1 Preis (80.)
Gelbe Karten: Preis / N‘Goua
Schiedsrichter: Meys (Aachen)
Zuschauer: 160 im Kurt-Bornhoff-Sportpark

Foto: FuPa