Vorfreude auf „El Clásico“

Auf dem Trainingsplatz in Freialdenhoven geht es dieser Tage besonders intensiv zur Sache. „Jeder ist zu 120 Prozent motiviert, die Beecker Serie hier zuhause zu beenden“, spürt Mittelfeldmann Leon Ruhrig. Der Rivale FC Wegberg-Beeck kommt als bislang ungeschlagener Tabellenführer zu den drittplatzierten Borussen, die eine Partie weniger austrugen. Das Nachholspiel am Mittwochabend (Anstoß 20.00 Uhr, Stadion an der Ederener Straße) zwischen den stärksten Mannschaften der Kreise Düren und Heinsberg verspricht einmal mehr ein Derby-Knaller zu werden.

Die Paarung gab es bereits in vielen Variationen, allerdings stets brisant und spannend. Das brachte dem Aufeinandertreffen den wohlklingenden Beinamen „El Clásico“ ein. „Wie bei Real gegen Barcelona kann immer alles passieren“, meint Beecks Co-Trainer Dirk Ruhrig, der Vater von Leon. Was sich lange nicht mehr ereignete: Ein Heimsieg der Borussia gegen den FC in der Mittelrheinliga. Der letzte liegt inzwischen über zehn Jahre zurück. Am 19. Oktober 2008 nahmen die Schwarz-Weißen erfolgreich Revanche für das wenige Monate zuvor unglücklich verlorene Mittelrheinpokal-Endspiel (2:3) gegen den gleichen Kontrahenten. Beim 4:1 damals traf Pascal Schneider dreimal. Angesprochen auf die Statistik schaut dieser ungläubig. „Echt? Haben wir solange nicht mehr daheim gewonnen? Dann wird es höchste Zeit das jetzt zu ändern“, wünscht sich der vereinstreueste Spieler eine Kopie des Vorjahres. Da kickte Freialdenhoven die noch der Regionalliga angehörenden Beecker durch ein verdientes 2:1 auf eigenem Rasen aus dem Mittelrheinpokal (auf dem Foto Alexandru Daescu, der mit Turbanverband weitermachte).

Am Ende der vergangenen Saison stiegen die „Kleeblätter“ aus der Halbprofiklasse ab, hielten aber deutlich besser mit, als 2015/16 in ihrer ersten Regionalliga-Saison. Zurück in der Mittelrheinliga nimmt das Ensemble von Trainer Friedel Henßen mit zehn Siegen aus den ersten elf Partien abermals eindrucksvoll Kurs auf die Meisterschaft. Sie setzen ligaweit die qualitativen Maßstäbe, agieren in diesem Jahr zwar selten spektakulär, aber dafür bemerkenswert effizient. Schon vier 1:0-Siege belegen das. Zudem kassierten sie auswärts bisher nur ein Gegentor. Dieses führte in Alfter jedoch prompt zum einzigen Beecker Punktverlust (1:1). Ein hoffnungsvoller Fakt für die Borussen, die nur beim torlosen Remis gegen Hürth nicht ins gegnerische Netz trafen.

Neben dem letztjährigen Pokalcoup bewies das von Wilfried Hannes gecoachte Team auch im August beim „Dauerfinale“ in Rurdorf, dass ein Erfolg gegen das vermeintliche Überteam in ihnen steckt. Das Pendel schlug erst Richtung Beeck aus, als Freialdenhoven durch eine Gelb-Rote Karte für Alain N’Goua in Unterzahl war und ein Maulwurf im Fünf-Meter-Raum vor Tobias Werres dem FC half (Endstand 1:2). „Aufgrund der Erfahrungen aus dieser Begegnung sehe ich uns auf jeden Fall dazu in der Lage, ihnen die erste Niederlage beizubringen. Das wäre für uns zudem ein wichtiger Schritt, um in der Tabelle lange ganz oben mit dabei sein zu können“, kalkuliert Vincenz Borgelt. Der Verteidiger ist noch eines der neuen Gesichter im Dauerduell der Lokalrivalen. Grundsätzlich kennen sich die Aktiven bestens. „Die langen Bekanntschaften und viele hart umkämpfte Partien tragen zur besonderen Atmosphäre bei. Dazu kommen am Mittwoch Flutlicht, viele Zuschauer und der Topspiel-Status aufgrund der aktuellen Tabelle“, freut sich Leon Ruhrig, für den persönlich bekanntermaßen noch mehr in dem Match drinsteckt, da sein Vater auf der Beecker Trainerbank sitzt. Dirk Ruhrig erwartet eine weitere heiße Auflage des Klassikers: „Es wird sich wie gewohnt nichts geschenkt!“