2:3 – Deutz stoppt Borussias Siegeszug

Der SV Deutz 05 hat den Siegeszug der Borussen leider gestoppt und ihnen am 11. Spieltag mit einem 3:2 die erste Niederlage zugefügt. Der irre Spielverlauf begann mit der Freialdenhovener Führung durch Marcus Weber (16.), die Maximilian Büsch (zentral auf dem Foto) schnell ausglich (20.). Auf Büschs 2:1 (56.) gaben wiederum die Schwarz-Weißen in Person von Hussain Alawie die direkte Antwort (61.). In der Nachspielzeit gelang den Kölnern noch der für uns bittere „Lucky Punch“. In der Tabelle bleibt die Borussia Dritter – drei Punkte vor Deutz und drei Zähler hinter Bergisch Gladbach.

Aufstellung: Kemmerling – Borgelt, Kreutzer, Weber, N’Goua – Ruhrig (79. Rubaszewski), Szymczewski, Daescu – Kuhnke (45.+1 Alawie), Kruth, Schneider (86. Kraus)
Tore: 0:1 Weber (16.), 1:1 Büsch (20.), 2:1 Büsch (56.), 2:2 Alawie (61.), 3:2 Alegre (90.+2)
Gelbe Karten: Zammitto, Hoffmann, Büsch / Ruhrig, Kruth
Schiedsrichter: Linn (Bergisch Gladbach)
Zuschauer: 240 am Kunstrasen Dr.-Simons-Straße

Presseschau zum Spiel

Jülicher Zeitung / Nachrichten
Freialdenhoven kann den Punkt nicht festhalten

In letzter Sekunde ließ sich Borussia Freialdenhoven die Punkte am elften Spieltag in der Mittelrheinliga noch entreißen. Beim Aufsteiger SV Deutz unterlief den Gästen in der dritten Minute der Nachspielzeit ein Fehler, so dass David Martin Alegre noch den Siegtreffer für den SV Deutz erzielen konnte.

Marcus Weber hatte Freialdenhoven nach einer guten Viertelstunde in Führung gebracht. Ein Freistoß, getreten von Pascal Schneider, segelte in den Strafraum der Deutzer. Weber nahm Maß und köpfte sehr zur Freude seiner Mitspieler ein (16.). Diese Freude der Borussen währte jedoch nur sehr kurz. Denn Borussia Freialdenhoven hatte an diesem Tag einen sehr unsicheren Stefan Kemmerling zwischen den Pfosten. „Uns hat heute ein Torwart gefehlt“, fand Trainer Wilfried Hannes nach der Begegnung deutliche Worte der Kritik. Nur vier Minuten nach der Führung faustete Kemmerling einen Eckball so unglücklich weg, dass Maximilian Büsch nur noch den Kopf hinhalten musste, um zum 1:1 zu treffen. Vor dem Spiel hatte Hannes noch mit Blick auf seine Torhüter von der Qual der Wahl und einem Problem auf hohem Niveau gesprochen. Diesmal musste Kemmerling gleich mehrfach hinter sich greifen. Denn Büsch traf auch nach dem Seitenwechsel. In der Abwehr von Freialdenhoven war man nicht auf der Hut, so dass die Gäste in aller Ruhe von der Seitenlinie flanken konnten. Und wieder war es Büsch, der zum 2:1 (56.) für den SV traf.

Doch anschließend drehten die Borussen auf. Bereits fünf Minuten später fand Hussain Alawie die richtige Antwort. Der Ball sprang im Deutzer Strafraum von Bein zu Bein, bis er schließlich dem Stürmer vor die Füße fiel. Der zögerte nicht lange und schob zum 2:2 ein (61.). Danach bestimmte Borussia Freialdenhoven das Geschehen mehr und mehr. „Gerade in der zweiten Hälfte der zweiten Halbzeit haben wir uns sehr gesteigert“, war Wilfried Hannes durchaus zufrieden. Aber es gelang einfach der Führungstreffer nicht. Es fehlte sowohl der entscheidende Pass, als auch die zündende Idee. Und als alle gedanklich bereits ein wenig abgeschaltet hatten, passierte Torhüter Kemmerling erneut ein folgenschwerer Fehler. Zunächst fing der Keeper von Freialdenhoven eine Flanke nicht mit der Hand, sondern faustete ein wenig überhastet zum Eckball. Und dann unterlief er den hereinsegelnden Ball unmittelbar vor der Torlinie und musste dann mit ansehen, wie das Leder durch Alegre in die Maschen befördert wurde. Unmittelbar danach pfiff Schiedsrichter Thomas Linn die Partie ab.

„Mich ärgert vor allem die Art und Weise, wie wir heute verloren haben“, gestand Trainer Hannes anschließend. Das war besonders deshalb ärgerlich, weil wir uns gesteigert hatten.“ Hannes gestand seiner Mannschaft aber durchaus auch mal eine Niederlage nach der bislang sehr guten Serie zu.

Kölner Stadt-Anzeiger
Deutzer Drama mit Happy End

Fußball-Mittelrheinligist SV Deutz 05 hat rund 300 Anhängern auf der Anlaga an der Dr-Simons-Straße wieder einmal eine dramatische Schlussphase mit Happy End beschert und gegen Borussia Freialdenhoven mit 3:2 (1:1) gewonnen. Der Siegtreffer in der Nachspielzeit ging auf das Konto von David Marti Alegre. Der spanische Torjäger köpfte in der 93. Minute im Anschluss an eine Ecke von Tim Pütz ein. „Nach dem Ausgleich von Freialdenhoven wurde hier mit offenem Visier von beiden Mannschaften auf Sieg gespielt, das war ein echtes Spitzenspiel und ein bemerkenswerter Sieg ohne drei Stammspieler”, meinte der Sportliche Leiter Oliver Thoss.

Kurzfristig hatte Trainer Raimund Kiuzauskas noch auf seinen Spielmacher Telmo Pires Teixeira (Adduktorenprobleme) verzichten müssen, dazu standen mit David Knauf und Fabio Brito-Ventura zwei weitere Optionen für die Startelf nicht zur Verfügung. Thoss hatte zunächst optische Vorteile der Gäste gesehen, die auch deshalb in der 16. Minute nicht unverdient in Führung gingen. Fünf Minuten später demonstrierte Tim Pütz zum ersten Mal seine technischen Qualitäten: Seine perfekt geschlagene Ecke verwertete Max Büsch zum Ausgleich. Büsch war es auch, der in der zweiten Hälfte in der 56. Minute das ausgeglichene Spiel mit seinem zweiten Treffer kippte.

Mit dem 2:2 (61.) nach einer guten Stunde war aber klar, dass die bislang ungeschlagenen Gäste sich damit nicht zufrieden geben würden. Es folgte ein sehenswertes Offensivspektakel von beiden Teams, in dem Deutz am Ende das Quäntchen Glück auf seiner Seite hatte.

Vereinsbericht Deutz 05

Am Sonntag war ein echtes Schwergewicht in Deutz zu Gast. Die Borussia aus Freialdenhoven kam ungeschlagen und hatte in neun Spielen erst vier Gegentore kassiert. Trainer Raimund Kiuzauskas musste kurzfristig auf Kapitän Telmo Pires Teixeira verzichten. Für ihn rückte Niklas Grob in die Startelf. Die 05er begannen im Stil eines selbstbewussten Tabellenvierten. Das variable Mittelfeld besetzte bei Ballbesitz durch Tobias Blum und Grob hochstehend die Außenbahnen und verdichtete bei Bedarf die eigene Hälfte. Nach einer Viertelstunde ein Freistoß für die Borussia. Marcus Weber sprang am höchsten – weil unbedrängt – und wuchtete den Ball unter die Latte. Aber der Aufsteiger reagierte nachhaltig. Schon fünf Minuten später zog Tim Pütz einen Eckball mit der nötigen Schärfe auf den zweiten Pfosten, wo Maximilian Büsch ungehindert vom baumlangen Torwart Kemmerling per Kopf vollstreckte. Nach 25 Minuten war es ein Spiel auf Augenhöhe. Der Gegner versuchte mehrfach mit seinen pfeilschnellen Spitzen in die gefährliche Zone zu kommen, doch Deutz minimierte die Torgefahr mit hervorragendem Umschaltspiel nach Ballverlust und hatte immer genug Personal hinter dem Ball. Die Standards der Borussia waren brandgefährlich, sie galt es zu verhindern. In der 37. Minute ein wunderbarer Ball von Blum in den Lauf von Grob der aus kurzer Distanz am Torwart scheiterte. Mit einem 1:1 ging es in die Pause.

Die erste Phase des zweiten Durchgangs gehörte dem beherzt spielenden Aufsteiger. David Marti Alegre konnte sich in der 53. Minute einmal von seinem unerbittlichen Kontrahenten Christian Kreutzer lösen, scheiterte aber im Fallen. Kurz darauf die Führung für die Schwarz-Gelben: Kevin Kaumanns spielte gefühlvoll in den Lauf von Blum, der technisch hochwertig für Büsch auflegte. Gegen dessen platzierten Schuss gegen die Laufrichtung gab es für den Borussia-Schlussmann kein Mittel. 2:1 für Deutz 05! Die Zuschauer waren aus dem Häuschen. Aber auch Freialdenhoven regierte zügig. Kurz nach der Führung gelang es Deutz nicht, einen Ball im Strafraum zu klären, der wie in einem Flipper hin und her sprang. Schließlich fiel er Hussain Alawie vor die Füße, der problemlos einschob. Verdient, weil schon kurz zuvor ein Borussiaspieler mit dem Außenrist knapp das Tor verfehlt hatte. Nun wurde es ein Spiel mit offenem Visier. Beiden Teams schien der Punkt nicht genug zu sein. Büsch schoss dem Torwart eine Viertelstunde vor dem Ende genau in die Arme, Minuten später versuchte Kaumanns, Büsch zu bedienen, anstatt selbst abzuschließen. Der Pass geriet zu ungenau. Trainer Kiuzauskas schob frisches Personal nach, um dem hohen Druck des Gegners standzuhalten, aber auch, um selbst noch die Chance auf einen Sieg zu erhöhen. Nach 78 Minuten kam Anel Tabakovic für den tüchtigen Doppeltorschützen Büsch, kurz vor Ende Kaan-Ahmet Akgün für Grob, der ein immenses Laufpensum verrichtet hatte. Nichts Entscheidendes passierte. Eine Minute vor dem Ende sollte Gianluca Pavone mithelfen, das Remis festzuhalten. Er ersetzte den bis dahin richtig starken Kaumanns. Es lief schon die Nachspielzeit, als Pütz zum Eckball antrat. Wiederum scharf und präzise getreten flog das Spielgerät über Abwehr und Torwart zum zweiten Pfosten, wo Marti Alegre das tat, was ein Torjäger tun muss: Er köpfte zum 3:2 ein. Jubel im schwarz-gelben Lager, Frust bei der Borussia. Wussten doch alle, dass es die so ziemlich letzte Aktion des Spiels war. War es auch.

Foto: FuPa