Eicherscheid und Borussia verbindet etwas

Nicht die Mittelrheinligisten VfL Vichttal, SV Breinig oder das Landesliga-Schwergewicht SV Rott vertreten die StädteRegion Aachen im Bitburger-Pokal, sondern Eintracht Verlautenheide, FC Inde Hahn und Germania Eicherscheid qualifizierten sich für den hochrangigen Wettbewerb des Fußball-Verbandes Mittelrhein. Eicherscheid ist zum ersten Mal seit drei Jahren dabei. Ihr bislang letztes Bitburger-Pokal-Spiel im November 2015 absolvierten die Germanen gegen die Borussia und im Erstrundenmatch am Sonntag (Anstoß 15.00 Uhr, Sportplatz Bachstraße) begibt sich ausgerechnet wieder das Freialdenhovener Team in den Nationalpark Eifel. „Kurios, irgendwie verbindet uns bei den Loskugeln was“, kommentiert Eicherscheids Geschäftsführer Klaus Arnolds lachend.

Es existierten allerdings tatsächlich Gemeinsamkeiten zwischen dem 1.200-Einwohner-Dorf aus der Gemeinde Simmerath und dem noch ein wenig kleineren Freialdenhoven. So besitzt der Fußball in beiden Orten einen hohen Stellenwert und innerhalb der Vereine ist bei allem Anspruch ein familiäres Flair zu spüren. Die 1927 gegründete Germania bildet mit rund 800 Mitgliedern und den drei Abteilungen Fußball, Laufen und Freizeitsport den umfangreicheren Klub. In der vor fünf Jahren ins Leben gerufenen Fußball-Jugendabteilung arbeitet Eicherscheid mit den Nachbarn TV Konzen, TuS Lammersdorf und Hansa Simmerath im Jugendförderverein FC Eifel zusammen.

Die 1. Mannschaft der Germania – und auch das markiert eine Parallele zur Borussia – ist in der Meisterschaft noch ungeschlagen. Der aktuelle dritte Platz in der Bezirksliga (zwei Klassen unter Freialdenhoven) kommt für Trainer Marco Kraß unerwartet: „Die Vorbereitung lief durchwachsen und wir müssen weiterhin oft personell improvisieren, unter anderem wegen Schichtdienstlern“, ist der 30-Jährige hochzufrieden mit der Ausbeute aus den Punktspielen und dem Erreichen des Aachener Kreispokal-Finals (1:2 gegen Verlautenheide). In der Saison 2016/17 grüßten die Blau-Weißen schon mal als Landesligist. Nach respektablem Saisonstart schafften sie in der Rückrunde nur noch zwei Siege – zu wenig für den Klassenerhalt. Aufgrund der negativen Erfahrungen von einst ist jetzt eine anständige Saison im oberen Tabellendrittel statt dem erneuten Aufstieg das Ziel. „Das täte dem Team und dem Verein nicht gut. Wir können wegen unserer Mannschaftsstruktur lediglich zweimal wöchentlich trainieren. Dazu existiert zwischen der Bezirks- und der Landesliga eine größere Kluft“, meint Kraß.

Bei der letzten Pokalpartie gegen Freialdenhoven, als Mark Szymczewski, Ryo Suzuki und Wolfgang Nock für einen 3:0-Sieg der Borussia sorgten, stand Kraß noch auf dem Feld. Seit 2017 agiert er als Coach und schloss seine Premierensaison an der Seitenlinie auf dem vierten Rang ab. Er und sein Bruder und Co-Trainer Lukas Kraß spielten von 2010 bis 2012 für den SV Rott in der Mittelrheinliga. Emir Mehmedbegovic, Marius Henk, Marcel Hermanns und Daniel Krott waren dort ihre Teamkollegen. Nun kickt das Quartett unter den Kraß-Brüdern im beim Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ 2007 mit der Goldmedaille ausgezeichneten „Bundesgolddorf“ Eicherscheid.

Zu Wilfried Hannes pflegt Marco Kraß einen guten Draht. „Er macht einen tollen Job“, lobt Kraß die Freialdenhovener Trainer-Ikone. „Durch die Kaderzusammenstellung und die Einstellung seiner Elf lässt er gepflegten Fußball spielen.“ Natürlich, so gibt Kraß zu, habe man vor der Auslosung davon geträumt, „Viktoria Köln oder Alemannia Aachen“ im Pokal an der Bachstraße zu empfangen. „Aber die Borussia ist ebenfalls ein attraktiver Gegner. Das zeigen nicht nur die aktuellen Resultate. Für mich ist sie in der Region die beständigste Mannschaft dieses Jahrzehnts.“

Auf die Freialdenhovener Fans warten am Sonntag unter anderem die laut Geschäftsführer Arnolds „sehr bekannten Waffeln mit heißen Kirschen“ und auf die Akteure der Hannes-Elf ein formstarker Kontrahent, der mit „Lauf- und Kampfbereitschaft sowie Effizienz vor dem gegnerischen Tor“ (Zitat Kraß) auf jene Überraschung schielt, die die Borussia verhindern will. Wer die Partie live vor Ort sehen möchte, dem sei die Möglichkeit zur Mitfahrt im Bus empfohlen, der am Sonntag um 12.30 Uhr vom Freialdenhovener Kirmesplatz startet. Anmeldungen nimmt Medienkoordinator Tim Schmitz per E-Mail (t.schmitz@borussia-freialdenhoven.de), telefonisch (Tel. 0176-51464546) sowie per Whatsapp (an die gleiche Nummer) entgegen.