3:1! Effizienz und Routine schlagen zu

Nach dem Sieg über den 1. FC Düren zur Saisoneröffnung (1:0) gewann die Borussia nun auch das zweite Kreis Düren-Derby! Mit dem 3:1-Auswärtserfolg bei Viktoria Arnoldsweiler setzen die Schwarz-Weißen ihre tolle Serie fort, bleiben selbst nach acht Spieltagen ungeschlagen und eroberten in der Tabelle den zweiten Platz zurück! Es war allerdings ein schwieriger Lokalkampf gegen einen unangenehmen Kontrahenten. Doch bei aller Gegenwehr der jungen Viktorianer behauptete sich letztendlich verdientermaßen die Freialdenhovener Effizienz und Routine.

Anders als in der ersten Hälfte des Kreispokal-Halbfinals vor zwei Monaten (1:0 für Borussia) hatte es die Elf von Wilfried Hannes von Beginn an mit spielerischen und mutigen Arnoldsweilern zu tun, die ihre Konter nach gleich vier Ecken von Pascal Schneider aber schlecht ausspielten. „In diesen Situationen sind wir ohne Not oft ins Abseits gelaufen“, kommentierte Viktoria-Coach Thomas Virnich. So blieb es bei einzelnen Fernschüssen der Gastgeber und die wurden leichte Beute für Stefan Kemmerling.  Die Borussia hingegen erwies sich als effektiver: In der 27. Minute flankte Oskar Tkacz von rechts auf den zweiten Pfosten, Schneider beförderte den Ball direkt mit dem Innenrist zentral auf die Linie des Fünf-Meter-Raums und Hussain Alawie versenkte aus der Drehung. „Eigentlich wollte ich draufschießen“, gab Schneider später lachend zu.

Dass auch aus missratenen Aktionen etwas wird, zeichnet Mannschaften mit hohem Selbstvertrauen aus. Und das besitzen die Freialdenhovener, die zudem mehrfach über Außen durchbrachen und mit zwei Abschlüssen von Alawie, einmal in die Hände des Keepers und einmal vorbei, auffielen. Es war der erste Startelfeinsatz des Deutsch-Libanesen in der Mittelrheinliga. Er lief an der Seite von Kevin Kruth im Sturm auf. Das erstmalig angewendete System mit einer „flachen Vier“ im Mittelfeld unterstreicht ein weiteres Merkmal der Borussia in dieser Saison, denn bei jetzt schon drei praktizierten Grundordnungen kann der Gegner nie sicher sein, was auf ihn zukommt.

In der Pause gab Hannes seinen Jungs mit auf den Weg, sich in Anbetracht der Führung nicht mit einem Remis abzufinden. Dennoch begann der zweite Abschnitt mit einer Riesenchance für den Kreisrivalen: Nach drei schnellen Kombinationen tauchte Niklas Koppitz frei vor Kemmerling auf. Der Torwart entschärfte den Sieben-Meter-Schuss mit seinem Bein (50.). Beide Teams bewegten sich in der Folge auf gleichwertigem Level. Hohe Bälle der Borussia prallten an den großen Arnoldsweiler Innenverteidigern ab, am Boden waren Fehlpässe keine Seltenheit. „Mit der Leistung insgesamt konnte ich nicht immer zufrieden sein“, räumte Hannes ein. „Das Passspiel war nicht so konzentriert und präzise wie ich es mir wünschte, aber man muss sagen, dass die Arnoldsweiler uns erwartungsgemäß das Leben schwer machten mit ihrer Geschwindigkeit und ihrem kämpferischen Einsatz.“

Trotzdem fiel das 1:1 eine Viertelstunde vor Schluss durchaus überraschend. Einen Diagonalball des bereits in der ersten Halbzeit für den verletzten Stefan Ristovski gekommenen Tim Pelzer auf die rechte Arnoldsweiler Offensivseite unterschätzte Alain N’Goua offensichtlich. Der Italiener ließ Brooklyn Merl passieren und aus fünf Metern in die lange Ecke zielen (75.). Auf das erste Gegentor der Saison aus dem Spiel heraus (!) reagierte Freialdenhoven nicht geschockt. Stattdessen schlugen sie gegen nun mehr wollende Viktorianer postwendend zurück. Aus einem Einwurf und einem Zuspiel von Kruth bekam der eingewechselte Yannick Kuhnke das Leder am rechten Strafraumeck. Er schickte zwei Verteidiger ins Kino und vollendete mit der Pike aus neun Metern (76.). Hannes bewies bei seinen Wechseln ein gutes Händchen, denn neben Kuhnke stach mit Leon Ruhrig (im Vordergrund auf dem Foto oben) ebenso der zweite Joker spielentscheidend. Der nach einem Seuchenjahr mit vielen Verletzungen immer besser in Fahrt kommende Ruhrig köpfte eine Tkacz-Flanke mit Hilfe des Innenpfostens ein (80.). Die Borussia feierte auf dem Rasen des Bertram-Möthrath-Stadions, auch da die Arnoldsweiler Jungspunde gegen den wie gewohnt stark postierten und resoluten Freialdenhovener Defensivblock kaum Land sahen.

Aufstellung: Kemmerling – Borgelt, Kreutzer, Weber, N’Goua – Tkacz (82. Kraus), Daescu, Sambou, Schneider (65. Kuhnke) – Kruth, Alawie (73. Ruhrig)
Tore: 0:1 Alawie (27.), 1:1 Merl (75.), 1:2 Kuhnke (76.), 1:3 Ruhrig (80.)
Gelbe Karten: Müller / –
Schiedsrichter: Bonczek (Bonn)
Zuschauer: 200 im Bertram-Möthrath-Stadion