2:0! Nächstem Angstgegner das Fürchten gelehrt

Durch ihren dritten Sieg hintereinander kletterte die weiterhin ungeschlagene Borussia auf Tabellenplatz zwei. Im Westen von Bonn bügelten die Schwarz-Weißen erneut eine missratene Bilanz auf. Nach dem Schützenfest gegen Friesdorf, gegen das die Kicker von der Ederener Straße in der Vergangenheit ebenfalls nicht sonderlich erfolgreich waren, lehrten sie am Sonntag in Alfter dem nächsten „Angstgegner“ das Fürchten. Beim 2:0 über den VfL lösten Alain N’Goua und Hussain Alawie endlich die letzten Freialdenhovener Siegtorschützen im Vorgebirge, Alexander Back und Kelly Ajuya, aus dem März 2013 ab. „Es wurde Zeit, dass wir dieses Alfter-Syndrom aus dem Kopf kriegen“, meinte ein glücklicher Wilfried Hannes.

Der Fußballlehrer vertraute exakt der in der Vorwoche so brillierenden Startelf. Diese kam allerdings schwer in die Partie und rannte anfangs aufgrund hektischer Ballverluste öfter den zweikampfstarken Hausherren hinterher. Der erste Schuss durch Alfters Gibok Lee zog am kurzen Pfosten vorbei (8.). In der 24. Minute wurden die aggressiven Gastgeber richtig gefährlich: Einen Konter über die Schaltstelle Mehmet Dogan wollte Claas Heinze per Heber über den herauslaufenden Borussen-Keeper Stefan Kemmerling finalisieren, das Leder rollte aber knapp daneben. „Wie immer am Strangheidgesweg war es ein schwerer Beginn. Wir spielten nicht das, was wir können, wobei Alfter es zugleich schaffte, unser Spiel kaputt zu machen“, räumte Hannes ein.

Das Bild änderte sich nach rund einer halben Stunde. In aussichtsreicher Position verpasste Pascal Schneider eine Flanke von N’Goua; kurz darauf hatten Mark Szymczewski (abgeprallt) und Schneider mit einem Rechtsschuss aus sechs Metern (Torwart hält) zwei dicke Gelegenheiten in einer zusammenhängenden Szene auf dem Fuß (38.). Hannes haderte: „Eine davon muss rein!“ Mit dem Pausenpfiff von Schiedsrichter Daniel Meys drang Szymczewski nochmal von halbrechts nach innen und scheiterte aus zwölf Metern an der Fußabwehr von Alfters Schlussmann Tim Rudersdorff.

Die im Vergleich zum ersten Abschnitt nicht mehr so offensiv geprägte zweite Halbzeit kontrollierten die Freialdenhovener. Sie brachten ihr Positionsspiel nun besser durch und legten in der Ballbesitz-Statistik zu. Den guten Beginn hätte der freistehende Kevin Kruth beinahe in Zählbares umgemünzt, doch sein Fünf-Meter-Kopfball nach einem Schneider-Freistoß misslang gänzlich (58.). „Wegen der tiefstehenden Sonne sah ich überhaupt nichts. Sonst wäre das eine klare Sache gewesen“, schilderte der Stürmer. Keine Zweifel vermuteten die Borussen auch drei Minuten später, als Schneider auf direktem Weg Richtung Tor durch eine Grätsche gestoppt wurde, der Elfmeterpfiff aber trotz energischer Proteste ausblieb. Die folgenden Abschlüsse vom eingewechselten Oskar Tkacz und auf der Gegenseite von Lee gestalteten sich weniger zwingend – beide Torhüter entschärften jeweils.

In der 77. Minute schepperte es dafür gewaltig: Schneiders Flanke klärte Alfter zu kurz, sodass die Kugel N’Goua vor den Schlappen fiel, der den Ball mit dem Spann satt erwischte und ihn zum inzwischen verdienten 1:0 unter die Latte hämmerte. Trotz offensiver Wechsel des VfL hielt der sichere Abwehrverbund um die Innenverteidiger Marcus Weber und Christian Kreutzer (Foto) wieder die Null. „Mit der Führung konterten wir zudem gut, da war richtig Tempo drin. Die Einwechslungen wirkten sich positiv aus“, fand Hannes, der über einen Geschwindigkeits-Gegenzug von Tkacz das 2:0 beobachtete. Dessen Hereingabe von der rechten Seite nach innen schob der ebenso eingewechselte Hussain Alawie zu seinem ersten Mittelrheinliga-Tor ein (85.). Einem weiteren Treffer des Deutsch-Libanesen (vorbereitet von Wolfgang Nock) versagten die Unparteiischen die Anerkennung, doch das tat der Freude im Borussen-Lager freilich keinen Abbruch.

Aufstellung: Kemmerling – Kraus, Kreutzer, Weber, N’Goua – Daescu, Szymczewski (71. Alawie), Sambou – Kuhnke (63. Tkacz), Kruth (88. Nock), Schneider
Tore: 0:1 N’Goua (77.), 0:2 Alawie (85.)
Gelbe Karten: M. Dogan / –
Schiedsrichter: Meys (Aachen)
Zuschauer: 200 im Waldstadion Strangheidgesweg