Siegburg in der Favoritenrolle

Statt im frisch renovierten Walter-Mundorf-Stadion wird das Auswärtsspiel beim Siegburger SV 04 am Sonntag (Anstoß 15.15 Uhr) auf dem benachbarten Kunstrasenplatz ausgetragen. Dort trifft die Borussia auf den Tabellendritten, der hinter dem Aufstiegsfavoriten TV Herkenrath 09 die beste Rückrundenmannschaft der Liga stellt und ein Auge auf die Vizemeisterschaft wirft. Die Freialdenhovener, die im ersten Duell ausgezeichnet mit den Siegburgern zurechtkamen (5:0), könnten ihrerseits die Basis legen, um auf der Zielgeraden der Saison nochmal ein, zwei Tabellenplätze zu steigen oder zumindest ihren sehr ordentlichen fünften Rang zu festigen. Dazu muss das Team zusammenstehen, denn die Personallage ist ziemlich angespannt.

Borussias Situation:
Dass die Schwarz-Weißen lediglich eine ihrer letzten fünf Begegnungen gewannen, spricht auch dafür, dass sie nachweislich das schwerste Restprogramm aller Mittelrheinligisten durchlaufen. Siegburg liegt im Tableau vor ihnen, ebenso wie Friesdorf beim Abschluss am Samstag, 9. Juni, 16.00 Uhr und auch der letzte Heimspielgegner Hürth (Sonntag, 3. Juni, 15.00 Uhr) ist alles andere als Laufkundschaft. Konditionell und von der Bereitschaft her zeigen sich die Borussen in Form. Beim Regionalliga-Bewerber Hennef machten sie am Pfingstsonntag kein schlechtes Spiel, allerdings fehlte es an Durchschlagskraft (0:2).

Siegburgs Situation:
Der SSV straft Alle Lügen, die ihm das viel zitierte „schwierige zweite Jahr“ nach dem Durchmarsch aus der Bezirksliga prophezeiten. Sie schreiten mit der breiten Brust nach zuletzt drei Siegen auf den Platz. Ohnehin unterlagen sie in der Rückserie nur zweimal – beim designierten Meister Herkenrath und in Friesdorf. Die Mannschaft um Goalgetter Julian Fälber, der gemeinsam mit Arnoldsweilers Meguru Odagaki die Torjägerliste anführt (18 Tore), möchte sich in Position bringen vor der Auswärtspartie in Hennef am nächsten Spieltag, wo im direkten Aufeinandertreffen der Kampf um die Vizemeisterschaft gipfelt.

Das letzte Mal:
Wilfried Hannes blieb im November wegen großer Personalprobleme gar keine andere Wahl, als sein Team so zu formieren, wie der Fußballlehrer es tat. Die Rest-Elf aber (Foto) lieferte eine erstklassige Leistung ab mit Dynamik, schönen Kombinationen auf engem Raum und fünf verschiedenen Torschützen: Oskar Tkacz, Christian Kreutzer, Gérard Sambou, Yannick Kuhnke, Poongbeom Lee. Dieses beeindruckende 5:0 sollte den Freialdenhovenern für Sonntag Mut machen.

Personal:
Eine angespannte Lage: Denn neben den ohnehin verletzten Okan Dikenli (Knie), Leon Ruhrig (Mittelfuß), Stefan Kemmerling (erneuter Daumenbruch) sieht es auch bei Julian Wiersberg und Luca Fadel finster aus. Christian Kreutzer ist einmal mehr Wackelkandidat. Zumindest trainierte Philipp Simon wieder mit und Keeper Tobias Werres ist zurück. Den Siegburgern fehlen Mittelfeldmann Glody Ngyombo gesperrt und berufsbedingt Abwehr-Stammkraft Lucas Inger.

Das sagen die Trainer:
Wilfried Hannes: „Die Verletzungen sind ein bitteres Brot in dieser Phase. Siegburg schoss in der Rückrunde nach oben und ist der Favorit. Wir müssen bei Ballbesitz wieder konzentrierter sein und die besser postierten Mitspieler einsetzen. Zudem darf es uns nicht wie in Hennef passieren, dass wir uns in der Defensive Blackouts leisten, denn die wird Siegburg wie Hennef zu nutzen wissen.“

Kinan Moukhmalji: „Freialdenhoven war das mit Abstand stärkste Team, auf das wir in dieser Saison bislang getroffen sind. In der Luft werden wir am Sonntag kein Land sehen, wir müssen durch flache Pässe durchkommen. Letzte Woche habe ich das Spiel der Borussia in Hennef gesehen. Hennef hat das gut gemacht und vor allem stark verteidigt — das war der Schlüssel. Es wird diejenige Mannschaft gewinnen, die den größeren Willen an den Tag legt. Sollten wir die Saison auf dem zweiten Platz beenden, würden wir das feiern wie einen Titel.”

Bus / Adresse:
Der Bus fährt um 12.30 Uhr am Freialdenhovener Kirmesplatz ab.
Die Stadionadresse lautet: Am Stadion 1, 53721 Siegburg.

Medien:
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