3:1 gg. Wesseling-Urfeld zum Nachlesen

Der lange zähe und jederzeit umkämpfte Regenkick gegen die Spvg Wesseling-Urfeld hielt in der Schlussphase einiges bereit. In der 73. Minute ging die Borussia, die mehr für die Offensive tat, als die disziplinierten und nickligen Gäste, durch Kevin Kruth in Führung. Mit dem zügigen Ausgleich per Elfmeter (77.) keimte für Wesseling-Urfeld und ihre spanischen Gastfans auf der Tribüne die Hoffnung auf, wichtige Zähler gegen den Abstieg zu sammeln. Doch die willensstarken Freialdenhovener schlugen abermals mit den Treffern von Philipp Simon (84., Vorlage Luca Fadel) und Pascal Schneider (87., Vorlage Yannick Kuhnke) zurück. Durch den Erfolg festigten sie ihren fünften Tabellenrang. Die Begegnung zum Nachlesen:

vor dem Spiel: Nock kommt für Lee in die Startelf. Daescu rückt für den gesperrten Takai ins defensive Mittelfeld vor, da Abwehrchef Kreutzer wieder fit ist.

2. Minute: Eine Szene in drei Akten: Kraus flankt, Kruth köpft, Wesselings Torwart Gräber hält.

20. Minute: Es sollte die letzte nennenswerte Aktion bis hierhin gewesen sein. Häufig vermeidet es die Spielvereinigung früh zu attackieren. Stattdessen agiert sie mit einem sehr zurückgezogenen Verteidigungsriegel und lauert auf Konter, obwohl sie Punkte im Kampf um den Klassenerhalt dringend benötigt. Die Borussia kombiniert bis 30 Meter vor dem gegnerischen Gehäuse, im vorderen Drittel bleiben sie noch zu oft hängen.

25. Minute – Großchance Borussia: Nun aber tankt sich Simon bis zur Grundlinie durch und spielt von rechts aus flach Kruth an, der aus fünf Metern an den kurzen Pfosten schießt!

28. Minute: Tkacz drängt von seiner rechten Seite mit Tempo nach innen. Aus 18 Metern finalisiert Simon den Angriff, aber hinter dem Versuch ist nicht genug Power.

35. Minute: Wesselings Klein setzt Strack in Szene. Der verzieht seinen Abschluss aus 14 Metern freistehend nach links.

36. Minute: Auf der linken Außenbahn gewinnt Schneider sein Laufduell. Im Zentrum wäre Kruth bereit gewesen, allerdings taucht Gräber ab und fischt sich das Spielgerät.

38. Minute: Einen Eckstoß der Gäste wehrt Kraus ab. Der Ball landet bei Strack, der aus 20 Metern links neben den von Werres bewachten Kasten zielt.

39. Minute – Großchance Wesseling: An der Mittellinie nehmen die Wesselinger den Borussen Simon über die Grenze der Legalität hinweg in die Zange. Infolgedessen fehlt beim 13-Meter-Versuch von Elenz nicht viel. „Wesseling“-Sprechchöre sind zu hören, vor allem von den spanischen Fans, die die Industriestädter mitbrachten. Hintergrund: Im Winter absolvierte die Spielvereinigung ein Trainingslager im spanischen Competa. Aus dem Ort in der Nähe von Malaga kam nun eine Delegation zum Gegenbesuch, um die Wesselinger im Abstiegskampf anzufeuern.

Halbzeit: Die wie gewohnt körperbetont spielenden Gäste verfolgten diszipliniert ihre Marschroute und wurden gegen Ende des ersten Abschnitts mutiger. Natürlich ist es für die Borussen nicht einfach auf einem wegen des Dauerregens rutschigen Rasen gegen einen Widersacher, für den es hier um viel geht und der auf Fehler wartet. Dennoch möchten die Freialdenhovener, die durch Kruths Pfostenschuss die beste Torchance besaßen, in der zweiten Hälfte mit dem Ball und ihren zahlreichen Eckbällen sicher mehr anfangen.

48. Minute: Mit einer Einzelaktion bringt sich Simon in ein freies Schussfeld, setzt die Kugel aus halblinker Position aber rechts oben drüber.

60. Minute: Der wie Kuhnke zur Pause eingewechselte Fadel schickt Schneider die Linie hinunter. Bei dessen Flanke von links fehlen dem hineinrutschenden Kruth zwei Schuhgrößen. Im Gegenzug köpft Elenz einen von rechts kommenden Flugball am langen Pfosten vorbei. Ansonsten dominieren umkämpfte Mittelfeldszenen und in den Strafräumen passiert nicht allzu viel. Aber die Zuschauer sind optimistisch, schließlich fielen in allen Auflagen dieses Duells immer Tore.

73. Minute – Tor für die Borussia (1:0): Und da ist es so weit! Bei einem langen Schlag von Kreutzer startet Kruth. Einige Wesselinger spekulieren auf Abseits, sodass der Freialdenhovener nur noch einen Verteidiger vor sich hat. Kruth verlädt diesen und versenkt das Leder aus vier Metern flach unter dem Körper von Keeper Gräber hindurch ins Netz.

75. Minute – Großchance Borussia: Kuhnke wirft auf der rechten Flanke den Turbo an und erreicht mit seiner Hereingabe Schneider, der von einem Abwehrmann bedrängt aus vier Metern an die Querlatte ballert. Das war die große Möglichkeit hier frühzeitig für Ruhe zu sorgen.

77. Minute – Tor für Wesseling (1:1): Jetzt geht‘s Schlag auf Schlag! Kraus leistet sich am linken Rand des 16-Meter-Raums eine unnötige Grätsche gegen Seeger, denn der war gerade dabei die Gefahrenzone zu verlassen. Schiedsrichter Koj zeigt berechtigt auf den Elfmeterpunkt. Wesselings Kapitän Zaun vollstreckt rechts unten.

84. Minute – Tor für die Borussia (2:1): Freialdenhoven lässt sich von der nochmal erhitzten Atmosphäre und dem gestiegenen Offensivdrang der Gäste nicht aus der Ruhe bringen und schlägt sehenswert zurück! Fadel befördert den Ball von links kurz vor der Grundlinie zu Simon. Zwei Gegner versuchen ihn zu stören, doch Simon bugsiert die springende Kugel aus sieben Metern technisch anspruchsvoll mit dem Spann in die rechte obere Ecke.

87. Minute – Tor für die Borussia (3:1): Lee schickt Kuhnke mit einem Pass in die Schnittstelle der aufgerückten Wesselinger Abwehr auf die Reise. Kuhnke tanzt den vorgepreschten Torhüter aus und wartet gegen die übrig gebliebenen zwei Verteidiger auf den richtigen Moment, um den mitgelaufenen Schneider einzusetzen. Der hat dann aus zwei Metern überhaupt keine Mühe mehr die Entscheidung herbeizuführen.

89. Minute – Großchance Borussia: Eine weitere Kontersituation: Lee hat Kuhnke rechts und Schneider links zur Auswahl, entschließt sich aber zum eigenen Abschluss. Der landet einen Meter links vom Tor in der Bande.

Nachspielzeit: Zum Abschluss ein Abseitstor von Kuhnke nach Zuspiel von Sambou.

Stimme von Trainer Wilfried Hannes:
„Es ist schwer gegen die Teams, für die es richtig um etwas geht, denn die hauen bis zum Abpfiff alles rein. In der ersten Hälfte machten wir es im Spiel nach vorne nicht gut. Der Auftakt war ok, aber dann ließen wir stark nach gegen einen stabilen, kopfballstarken und rustikalen Gegner. Erfreulich war durch die beiden Wechsel in der Pause und später auch die Hinzunahme von Kuhnke, dass unsere Offensivaktionen mehr Struktur und Konsequenz annahmen. Daher sehe ich die Tore als verdient an. Leider brachten wir uns durch den überflüssigen Elfmeter nochmal in Probleme. Aber darauf fanden wir eine schnelle Antwort. Insgesamt zeigten wir den besseren Fußball. Das Positionsspiel in der zweiten Halbzeit war stimmig und wir kamen immer wieder gut durch, was uns sogar einen höheren Sieg hätte bringen können. Es war wichtig wieder gewonnen zu haben. Das gibt uns ein gutes Gefühl für die Woche, an dessen Ende eine schwere Auswärtspartie in Hennef wartet.“

Aufstellung: Werres – Kraus, Kreutzer, Wiersberg (46. Fadel), Sambou – Nock (46. Lee), Daescu – Simon – Tkacz (67. Kuhnke), Kruth, Schneider
Tore: 1:0 Kruth (73.), 1:1 Zaun (77./Foulelfmeter), 2:1 Simon (84.), 3:1 Schneider (87.)
Gelbe Karten: keine
Schiedsrichter: Koj (Aachen)