Wieder nach Bergisch Gladbach

Es ist eine englische und eine bergische Woche für Poongbeom Lee, Kevin Kruth (von links auf dem Foto aus dem Herkenrath-Spiel) und Co. Wenn die Borussia ein Profiteam wäre, hätte sie direkt in Bergisch Gladbach bleiben können von Sonntag bis Mittwoch, denn nach der Partie im Vorort Herkenrath treten die Freialdenhovener nun im Nachholspiel am Mittwochabend (Anstoß 20.00 Uhr, Belkaw-Arena) nur wenige Kilometer näher im Kern der 110.000 Einwohner-Stadt beim SV Bergisch Gladbach an.

Es ist also keine Zeit, sich mit dem unglücklichen Verlauf des mit 2:4 verlorenen Topspiels gegen Tabellenführer Herkenrath zu beschäftigen. Trainer Wilfried Hannes würde gerne sehen, dass seine Mannen die Performance vom Wochenende in Bergisch Gladbach bestätigen, allerdings sollen sie die Fehlerquote senken und sich so diesmal auch belohnen. Der derzeit als Rechtsverteidiger aufgebotene Leon Ruhrig meint: „Wir wollen weiter Gas geben, um unter die ersten Drei in der Tabelle zu kommen. Das Match gegen den SV wird vor allem im Kopf entschieden.“ Im vergangenen Jahr war der unbedingte Siegeswille an gleicher Stelle ebenfalls ausschlaggebend. Da gewannen die Freialdenhovener in einer Saisonphase, in der es für sie nicht rund lief, mit 2:1 an der Paffrather Straße bei der bis dato heimstärksten Mannschaft der Mittelrheinliga. Daher sehen es die Schwarz-Weißen als nicht so essentiell an, dass der SV seine letzten drei Heimspiele gegen Arnoldsweiler (1:0), Hennef (2:1) sowie Euskirchen (3:0) erfolgreich bestritt und dass er zwei Tage mehr Pause genoss seit seiner 1:3-Niederlage in Hürth am Freitag. „Die Bergischen stehen als Elfter in einer Tabellenregion, wo sie nicht hingehören. Man sieht ihr wesentlich größeres Potenzial in der Rückrunde häufiger. Im Endeffekt kommt es aber auf unsere Leistung an. Vor allem die ist am Mittwoch wichtig“ verdeutlicht Fußballlehrer Hannes, der den nach abgelaufener, vierwöchiger Sperre wieder einsatzberechtigten Julian Wiersberg im Kader begrüßt.

Hannes (60 Jahre) trifft als ältester Coach der Liga auf den jüngsten. Der 26-jährige Helge Hohl war noch nicht mal geboren, als Hannes seine aktive Profikarriere mit zwei Deutschen Meisterschaften, einem Uefa-Cup-Titel und der Vizeweltmeisterschaft 1982 beendete. Doch sowohl in Walheim, wo sie den Mut hatten, dem damals 23-jährigen Hohl als Trainer der A-Jugend die Verantwortung für die 1. Mannschaft in der Landesliga zu übertragen, als auch in Bergisch Gladbach schätzt man die Spielidee und die Ansprache des Youngsters, mit dem man in Zukunft nach oben will. Auf der Website des SV steht bereits seit längerem, dass der Verein den „Traum Regionalliga“ lebt. Schon in dieser Spielzeit sollte das sehr junge Team (nur drei Feldspieler über 25 Jahre) nach den Vorjahresplatzierungen drei und fünf den Aufstieg ins Visier nehmen. Stattdessen herrschte Frust: Ein verkorkster Saisonstart, zwei Trainerwechsel (Thomas Zdebel und Marco Zillken waren Hohls Vorgänger), bis zum 12. Spieltag lag man auf einem Abstiegsrang und dazu müssen sich die Verantwortlichen und Fans allmählich damit anfreunden, nur noch die Nummer zwei in der Stadt zu sein und die 10.500 Zuschauer fassende, städtische Arena mit den dann oberklassigen Herkenrathern zu teilen. Immerhin führte Hohl den SV mit bislang vier Siegen (einer mehr als in der kompletten Hinrunde) aus dem Gröbsten heraus, aber vier Zähler Vorsprung auf den derzeit ersten Absteiger Merten sind kein beruhigendes Polster.

Die Borussia besitzt hingegen die große Chance, auf einen Schlag zwei Tabellenplätze nach oben zu klettern. Mit einem Dreier würde Freialdenhoven Friesdorf und Siegburg hinter sich lassen und als Dritter einen Punkt an Hennef herankommen. „Das wäre ein schönes Zwischenzeugnis, allerdings werden wir auf Widerstand stoßen und müssen voll da sein“, prophezeit Mittelfeldakteur Wolfgang Nock.

Bus / Adresse:
Der Bus fährt um 17.30 Uhr am Freialdenhovener Kirmesplatz ab.
Die Stadionadresse lautet: Paffrather Straße 135, 51465 Bergisch Gladbach.

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Hinspiel: 1:1-Unentschieden

Foto: FuPa