„Das Derby ist immer was anderes“

Im Moment wird viel geschrieben über die fußballerische Zukunft im Kreis Düren und die großen Planspiele des neuen 1. FC Düren, der ab Sommer aus einem Zusammenschluss von FC Düren-Niederau und GFC Düren 99 entspringt. Im hier und jetzt und auf dem Platz geht es aber am Sonntag in Freialdenhoven wie gehabt zwischen der Borussia und Viktoria Arnoldsweiler um die fußballerische Vorherrschaft im Kreis Düren (Anstoß 15.00 Uhr, Ederener Straße). Die höchstspielenden Vereine des Kreisgebietes sind zugleich die Klubs, die der Mittelrheinliga am längsten durchgehend angehören. „Beide Teams werden den Zuschauern sicher zeigen, dass die beiden gestandenen Mittelrheinligisten im Kreis guten Fußball spielen“, sagt Arnoldsweilers Sportlicher Leiter Josef Möthrath in unserer Stadionzeitung.

Beide Seiten rechnen mit einem packenden Lokalduell, so wie bei den letzten Aufeinandertreffen (Foto, Zweikampf mit Christian Kreutzer). Das verbissen geführte Kreispokal-Halbfinale gewannen die Borussen im Sommer mit 3:2, in der Hinrunde hatten sie mit 3:0 die Nase vorn. „Allerdings hätte in der Phase nach dem 1:0 durchaus der Ausgleich fallen können“, duldet Freialdenhovens Fußballlehrer Wilfried Hannes keine Augenwischerei. Genauso zähle die letzte Woche, als seine Schützlinge den SV Breinig deklassierten (5:0) und Arnoldsweiler trotz langer Überzahl 0:1 in Bergisch Gladbach verlor, nicht mehr. „Wir sind gut gerüstet, aber mehr nicht. Das heißt am Sonntag einfach nichts mehr. Das Derby ist immer was anderes“, erinnert sich der 60-Jährige gut an die letzte Saison, in der die Viktoria den Freialdenhovener 3:0-Hinspielsieg mit einem eigenen 3:0 im Rückspiel konterte.

Es wird das letzte Kreisderby für Frank Rombey sein. Der Coach der „Kleeblätter“ hört nach 13 Jahren im Klub als Spieler und Trainer der 2. Mannschaft sowie der Mittelrheinliga-Elf im Sommer auf. Er habe in seiner Wirkungszeit am Bertram-Möthrath-Stadion „mehrere, sehr kraftraubende“ Kaderumbrüche umsetzen müssen und „viele andere Aufgaben neben der eigentlichen Trainertätigkeit“ übernommen, sodass er sich, wie er formuliert, „unabhängig von der Gesamtentwicklung und der inzwischen entscheidend anders gesetzten Prioritäten im Verein“ zu diesem Schritt entschlossen habe, der ihm künftig mehr Zeit für die Familie einräumt. Auf Sonntag freut sich Rombey: „Ich erwarte eine gute Leistung von meinen Spielern, egal wie die Partie ausgeht. Wenn alles passt, wird es eine Begegnung auf Augenhöhe.“ Arnoldsweiler vermisst seinen Kapitän Yunus Kocak (Gelb-Rot in Bergisch Gladbach) und auch Verteidiger Dominik Hahn (fünfte Gelbe Karte) ist gesperrt. Mit an Bord ist allerdings Viktorias Torjäger Meguru Odagaki (zehn Saisontreffer). „Es ist ein unbequemer, schwer ausrechenbarer Gegner“, weiß Hannes.

Der Borussen-Trainer hat viele Optionen. Luca Fadel (nach schwerer Rippenprellung) und Okan Dikenli (nach Daumenbruch) kommen auch immer besser in Tritt. Selbst der über ein Jahr verletzte Torhüter Stefan Kemmerling (Kreuzbandriss und Teilriss der Innenmeniskuswurzel) hält im Training wieder Bälle. Die große Auswahl kommt für Hannes zum richtigen Zeitpunkt: „Der gesunde Konkurrenzkampf hilft uns, denn unseren Lauf wollen wir natürlich fortsetzen. Ich spüre, dass die Jungs Lunte gerochen haben! Gegen Arnoldsweiler erwarte ich noch einen Schub, um wirklich gerüstet zu sein für das Pokalmatch gegen Fortuna Köln am 20. März. In dem müsste dann alles passen, damit wir irgendwo eine Chance haben.“ Passen soll ebenso erneut die Defensivarbeit. Ein ganz starker Wert von 16 Gegentoren in 17 Spielen macht die Borussia zum Bollwerk der Liga. „Riesenlob an meine Vorderleute, die alles reinwerfen, damit ich so wenig wie möglich zu tun habe“, betont der an der tollen Bilanz nicht unschuldige Keeper Tobias Werres im Video-Interview auf unserer Facebook-Seite [hier]. Der gebürtige Dürener kennt und schätzt die Derbybrisanz: „Ich glaube an ein heißes Spiel. Wir sind gut drauf, aber es wird hart umkämpft.“

Medien:
Borussen Echo: Das Vereins- und Stadionmagazin erhalten Sie kostenlos an den Eingangskassen und der Cafeteria. Inhalt u.a.: Philipp Simon zum Derbyfieber, Leon Ruhrig im Portrait, Beginn des Torwart-Lehrgangs mit Christoph Wirtz.
Facebook: Video-Interview mit Torwart Tobias Werres [hier].
Liveticker: Am Sonntag ab 14.45 Uhr [hier]. Bitte aktualisieren Sie den Ticker während des Spiels durch regelmäßiges Schließen und wieder Öffnen des Tickers.

Hinspiel: 3:0-Sieg

Foto: mambor.eu