Wieder 5:0 – ein dickes Ausrufezeichen!

Vor acht Tagen erzielten die Borussen gegen Hilal-Maroc Bergheim mit einem 5:0 bereits ein Fabelresultat. Der Vergleich beim SV Breinig stand unter ganz anderen Vorzeichen, als der gegen die abstiegsbedrohten Bergheimer. Damit, dass im Lokalduell ein erneuter ungefährdeter 5:0-Kantersieg gefeiert wurde, setzte die Borussia ein dickes Ausrufezeichen in der Mittelrheinliga! „Es war eine sehr deutliche Sache. Eigentlich hatte ich kein so gutes Gefühl, denn die Trainingswoche lief nicht so besonders. Aber das Team haute einen raus und spielte in allen Bereichen so, wie wir uns das wünschten“, bescheinigte Trainer Wilfried Hannes seiner Mannschaft eine Klasseleistung gegen einen Gastgeber, den alle Beteiligten im Vorfeld auf Augenhöhe einschätzten.

Der Aufsteiger registrierte in der Hinrunde nur 17 Gegentore und setzte sich mit konstanten Darbietungen im oberen Tabellendrittel fest. Der Fünftplatzierte eröffnete das Match mit zwei Distanzversuchen von Jan-Henrik Rother (daneben, 3.) und Tim Wilden (leichte Beute für Borussen-Keeper Tobias Werres, 5.). Ab dann erhielt die Partie auf dem Kunstrasen im Stolberger Stadtteil überraschenderweise einen sehr eindeutigen Charakter und schon nach sieben Minuten ging Freialdenhoven in Front. Mit einem gewonnenen Kopfballduell fing Moritz Kraus den Breiniger Vorstoß ab und leitete zugleich den eigenen Angriff über Philipp Simon ein. Der dribbelte auf eine hoch stehende, unsortierte Abwehr zu und steckte im exakt richtigen Moment zum gestarteten Poongbeom Lee durch. Am Ende seines langen Sololaufs schob der Südkoreaner den Ball am SV-Torwart Denis Jansen vorbei.

Nicht nur in dieser Szene harmonierten Simon und Lee bestens. Die Beiden belebten das immer wieder für Gefahr sorgende Flügelspiel. Oskar Tkacz tat es ihnen auf der anderen Seite gleich. Die gefürchteten Breiniger Konter erstickten die Borussen im Verbund und das nach Julian Wiersbergs Verletzung zum blinden Verständnis zurückfindende Duo in der Innenverteidigung mit Wiersberg und Christian Kreutzer meldete den groß gewachsenen SV-Goalgetter Nico Dautzenberg ab. Bei einem weiteren der druckvollen Freialdenhovener Spielzüge entschärfte Schlussmann Jansen einen Kopfball von Kevin Kruth noch gerade auf der Linie (26.). Jubeln konnte Borussias Stürmer dann in der 34. Minute: Eine auf den ersten Pfosten ausgerichtete Ecke von Simon landete verlängert bei Kruth. Dieser reagierte blitzartig und bugsierte das Leder mit dem Schienbein aus drei Metern ins Gehäuse. Nur wenig später legten die Schwarz-Weißen das dritte Tor nach: Auf der linken Seite stibitzten sie dem SV die Kugel, Tkacz zog aus spitzerem Winkel ab und beim Abpraller von Jansens Handschuhen ließ sich Lee aus fünf Metern nicht lange bitten (37.). Bei den Stolbergern gingen die Köpfe herunter. Trainer Michael Burlet formulierte es als Lehrstunde. „Das war ein Klassenunterschied“, meinte der Coach, der prompt nach dem Doppelschlag den zusätzlichen Offensiven Andreas Simons einwechselte.

Der Freialdenhovener Einfluss auf den zweiten Abschnitt gestaltete sich mit der sicheren Führung im Rücken nicht mehr vollends überlegen. Dafür zirkulierte der Ball ruhig durch die eigenen Reihen und die gesamte Mannschaft unterstrich, warum die Borussen derzeit die stärkste Defensive in der höchsten Amateurliga stellen. Bei den Breiniger Bemühungen, meist über ihre rechte Seite oder das Zentrum, packten sie beherzt zu. Nach vorne rollten einige Konter: Kruth nach einer Kraus-Flanke, Lee im Zusammenspiel mit Tkacz und Simon mit zwei 20-Meter-Fackeln wurden gefährlich. Dazu kam eine Doppelchance von Kraus und Lee, bei der der Südkoreaner volley aus neun Metern den Pfosten traf.

Die Tore zum 4:0 und 5:0 fielen vom Elfmeterpunkt. Das Handspiel eines Breinigers nach einer Flanke von Tkacz und ein Foul an Lee provozierten die Strafstöße, die Simon sehr platziert (67.) und Kruth mit dem Vollspann (83.) versenkten. Zum Ende schritt der aufgrund seiner Vorderleute lange nicht geforderte Torhüter Werres gegen Manfred Fleps ein und behielt die weiße Weste (86.). Hannes äußerte sich begeistert: „Eine überragende Performance! Alle Spieler waren super drauf. Speziell in der ersten Halbzeit spielten wir uns in einen Rausch. Es war ein Sieg der gesamten Mannschaft“, schwärmte der Ex-Profi, während die Aktiven das Vereinsheim enterten und dort eine ihrer besten Saisonleistungen besangen.

Aufstellung: Werres – Kraus, Kreutzer, Wiersberg, Sambou – Lee, Takai (88. Fadel), Daescu – Simon (77. Schneider), Kruth, Tkacz (82. Ruhrig)
Tore:  0:1 Lee (6.), 0:2 Kruth (34.), 0:3 Lee (37.), 0:4 Simon (67./Handelfmeter), 0:5 Kruth (83./Foulelfmeter)
Gelbe Karte: Sambou
Schiedsrichter: Heller (Köln)