„Cool bleiben“ in der Eiszeit

Während der „Eiszeit“ in dieser Woche und den Platzsperren in Freialdenhoven war im Borussen-Lager Improvisation gefragt. Am Montag gingen unsere Mittelrheinliga-Kicker mangels Alternativen auf eine Laufrunde (Archivfoto), statt sich intensiv auf das parallel für abgesagt erklärte Pokal-Highlight gegen Fortuna Köln vorbereiten zu können. In einem kleineren Bereich des Spielfeldes trainierten sie am Donnerstag. Erst zum Training am Freitagabend wurde der Kunstrasen wieder gänzlich freigegeben. Ganz klar: Eine optimale Vorbereitung auf das spannende Derby beim Tabellenfünften SV Breinig (vier Punkte hinter der drittplatzierten Borussia) sieht anders aus. Im wahrsten Sinne des Wortes „cool bleiben“ sollen die Freialdenhovener dennoch am Sonntagnachmittag (Anstoß 15.00 Uhr) auf der Sportanlage Schützheide: „Viele Teams mussten ja in dieser Woche mit erschwerten Bedingungen zurechtkommen. Wichtig ist, dass wir im Spiel aufmerksam und konzentriert sind“, verdeutlicht Trainer Wilfried Hannes.

Für seine Mannen gelten Auswärtsspiele ja inzwischen fast schon als ungewohnte Phänomene. Die gesamte Vorbereitung und auch die ersten beiden Meisterschaftsduelle des Jahres 2018 (Friesdorf 0:1, Bergheim 5:0) bestritten die Schwarz-Weißen auf eigenem Terrain. 27 Kilometer bis in den Stolberger Stadtteil sind allerdings auch keine große Herausforderung. Dort ist der Hallenchampion dieses Winters beheimatet. Im entscheidenden Match um den Finaleinzug beim Hallencup in Aachen gewann Breinig gegen Freialdenhoven (3:1) und zwang im Endspiel die favorisierte Alemannia in die Knie (8:3). Draußen hat die Rückserie für den SV noch nicht begonnen. Die Partie letzte Woche in Arnoldsweiler fiel aus. Die Testspielresultate aus den Vergleichen mit Düren-Niederau (2:0) und Bergisch Gladbach (4:0) zeigen jedoch, dass die Breiniger ihre Form offenbar nicht verloren haben.

Es ist nicht das erste Mal, dass Trainer Michael Burlet einen Aufsteiger mit geringeren Mitteln zum Überraschungsteam formt. Es gelang ihm bereits 2009/10 bei der inzwischen in die Kreisliga C abgestürzten Germania aus Dürwiß. Aus dieser Zeit sind Alan Graf und Manfred Fleps immer noch an Burlets Seite. Die Freialdenhovener Defensive, die mit nur 16 Gegentreffern die beste der Liga ist, muss aber vor allem auf drei Breiniger Acht geben: Nico Dautzenberg (11 Tore), Tim Wilden (9) und Andreas Simons (8) reihen sich allesamt in den Top 10 der Torjägerliste auf. Erst dahinter folgt mit Kevin Kruth (6) der erste Borusse. „Breinig spielt einen Top-Konterfußball und verfügt über eine stabile Abwehr. Wir werden uns auf Augenhöhe begegnen“, zollt Hannes dem Liga-Neuling Respekt.

Mindestens einen Punkt möchte er mitnehmen. Damit würde seine Rechnung aufgehen, mit (mindestens) vier Punkten aus den Spielen gegen Bergheim und Breinig weiter eine gute Position innerhalb der Spitzengruppe einzunehmen. Schon das Hinspiel endete Remis. Mit dem 1:1 zeigten sich die Borussen allerdings nicht zufrieden. „Wir machten eins unserer schlechtesten Spiele“, verweist Leon Ruhrig auch auf die frühe Rote Karte für den Breiniger Cedric Laschet. „Trotz der Überzahl ab der 23. Minute agierten wir nicht konsequent gegen diese gute, kompakte Mannschaft. Jetzt am Sonntag muss die Einstellung stimmen“, weiß der Mittelfeldmann. An den ersten Schlagabtausch mit Breinig hat auch Pascal Schneider miese Erinnerungen. Der Top-Scorer der Vorsaison fiel unglücklich und hart auf seine Schulter und war wegen eines Schlüsselbeinbruchs quasi in der kompletten Hinserie zum Zusehen verdammt. Nun ist Schneider wieder fit. Dennoch bekam am vergangenen Wochenende Oskar Tkacz den Vorzug links vorne und erzielte einen Treffer. In der Offensive hat der Trainerstab weiter die Qual der Wahl, wobei der Einsatz von Yannick Kuhnke fraglich ist. Der 25-Jährige trat aus Frust über einen ausbleibenden Elfmeterpfiff gegen Bergheim heftig gegen einen Metallzaun und trug eine tiefe Wunde am Zeh davon.

Bus / Adresse:
Aufgrund der kurzen Anfahrt wird kein Bus eingesetzt.
Die Stadionadresse lautet: Schützheide 50d, 52223 Stolberg.

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Hinspiel: 1:1-Unentschieden