Mit zwei Standard-Toren selbst beschenkt

Durch zwei Tore nach ruhenden Bällen und eine resolute mannschaftliche Organisation beschenkte sich die Borussia in der Vorweihnachtszeit selbst mit drei Punkten aus dem Salus-Park. Mit dem 2:1-Auswärtssieg beim FC Hürth machten die Freialdenhovener die Niederlage am Mittwoch beim VfL Alfter (1:2) wett und polierten ihre beeindruckende Bilanz gegen den FC auf. Seit nunmehr 13 Duellen verloren die Schwarz-Weißen nicht mehr gegen die Hürther, die sich in den vergangenen Wochen im Aufwind befanden. „Ich freue mich, dass wir auf ein negatives Ergebnis (in Alfter) einmal mehr die richtige Antwort gaben“, gefiel Trainer Wilfried Hannes unter anderem die Willensstärke seines Teams. „Es war ein verdienter Erfolg.“

Einer, der bei nasskaltem Wetter im mit Kunstrasen ausgestatteten Stadion zustande kam. Zeugwart Frank Fietkau packte am ersten Advent die Langarmshirts aus, in denen die Borussen die Spielkontrolle an sich nahmen. Die Verteidigungsreihen arbeiteten gut und sorgten dafür, dass bei den häufig auf Konter bedachten Hausherren nicht viel zusammen lief. Ein am langen Pfosten vorbeirollender 18-Meter-Versuch des Hürther Top-Scorers Yousef Keshta rutschte durch, anschließend hätten für längere Zeit Weihnachtsmarkt-Aussteller im Strafraum der disziplinierten und entschlossenen Freialdenhovener gefahrlos ihre Werke präsentieren können. Da sich aber keine Gesellschaft für Schlussmann Tobias Werres fand, richteten die lediglich 60 Zuschauer (Hilal-Maroc Bergheim stellte parallel einen Minusrekord in der Mittelrheinliga-Historie mit nur 14 zahlenden Besuchern gegen den SV Breinig auf) ihre Augen meistens auf die FC-Hälfte. Dort gab es in der 20. Minute die erste dicke Gelegenheit für die Borussia zu sehen: Kevin Kruth drehte sich mit einer tollen Ballannahme um seinen Gegenspieler herum, konnte Hürths Torhüter Kevin Kraus aber trotz lang gestreckten Beins nicht überwinden (20.). Die Gäste investierten viel und produzierten weitere Abschlüsse: Okan Dikenli und Oskar Tkacz probierten es mit hohem Tempo über links (23./27.), Poongbeom Lee mit einem Schuss aus der Zentrale (32.).

Kurz vor der Pause war die Zeit für die fällige Führung gekommen. Eine Ecke von der linken Seite durch Lee köpfte Kruth wuchtig aus fünf Metern unter die Latte (44.). Leider zog sich der Angreifer bei der Landung eine Oberschenkelzerrung zu (Philipp Simon ersetzte ihn). Dennoch rief dieser Treffer zuversichtliche Mienen beim Pausentee hervor. Nicht lange nach dem Seitenwechsel ereignete sich die zweite spielentscheidende Standardsituation: Wieder beförderte Lee das Leder von der Eckfahne aus ins Getümmel. Keeper Kraus missglückte im Luftkampf die Faustabwehr und Tkacz zimmerte den aufgesprungenen Ball aus 13 Metern am auf dem Boden liegenden Schlussmann und allen Verteidigern vorbei ins Netz (54.).

Defensiv standen die Borussen weiter sicher, wenngleich der Vorwärtsdrang fortan etwas schwächelte. „Das kann man darauf zurückführen, dass wir zwei Spiele mehr in den Knochen hatten“, verwies Hannes auf das Pokalmatch in Schönenbach (4:0) und die Begegnung in Alfter, während Hürth zwei Wochen lang keine Partie bestritt. Allerdings schnupperte Freialdenhoven eher am dritten Treffer, als der FC am Anschlusstor. Manche Gleichzahl- und einzelne Überzahlsituationen musste die Hannes-Elf gegen aufmachende Gastgeber effizienter nutzen. Lee vergab aus spitzem Winkel statt den in der Mitte postierten Simon zu bedienen (75.). Simon selbst, Tkacz und der eingewechselte Nathan Ndombele kreierten zusätzliche Möglichkeiten.

So sollte es nochmal enger und hektischer werden: Das Hürther 1:2 durch einen flatternden, buchstäblichen Sonntagsschuss von Jan Winkler aus 25 Metern in den Knick (86.) leitete eine stürmische Schlussphase ein, garniert von vier Minuten Nachspielzeit. Hohe Bälle flogen in den 16-Meter-Raum der Borussen, wo nun so viel los war wie am Glühweinstand auf der Kölner Domplatte, doch auf die Abwehrqualitäten der Feldakteure war Verlass und auf Werres, der mehrfach die Kugel aus der Luft pflückte. Hannes: „Wenn wir das 3:0 machen, ersparen wir uns das. Aber sonst hatten wir fast alles im Griff. Wir sind sehr zufrieden.“

Aufstellung: Werres – Kraus, Kreutzer, Daescu, Dikenli – Lee, Takai, Sambou – Kuhnke (74. Ndombele), Kruth (46. Simon), Tkacz (87. Fadel)
Tore: 0:1 Kruth (44.), 0:2 Tkacz (54.), 1:2 Winkler (86.)
Gelbe Karte: Daescu
Schiedsrichter: Yigitbasi (Bergisch Gladbach)