Nach Takais Volleytor nicht nachgelegt

Obwohl der VfL Alfter derzeit ungewohnterweise in der Abstiegszone statt im oberen Tabellendrittel unterwegs ist, bleibt er der Angstgegner Freialdenhovens. Auch im zehnten Aufeinandertreffen nacheinander kann die Borussia gegen die Vorgebirgler nicht gewinnen. Sie unterlag in der Nachholpartie am Mittwochabend auswärts mit 1:2. „Ein Spiel, das man nicht verlieren darf“, bewertete Trainer Wilfried Hannes. „Das Matchglück, das wir an anderer Stelle schon mal in Anspruch nehmen konnten, war nicht auf unserer Seite.“

Bereits die Anreise ins Waldstadion lief nicht wunschgemäß. Der Freialdenhovener Bus geriet im Feierabendverkehr in einen Stau und kam später im Westen von Bonn an. Trotz kürzerem Aufwärmprogramm und anderweitiger Befürchtungen fand die Borussia mit der besseren Spielanlage gut in die Auseinandersetzung hinein. Über die Außen trieben Yannick Kuhnke und Oskar Tkacz mehrere Angriffe nach vorne. Die Hereingaben waren meist an den nach seiner Sperre wieder einsatzberechtigten Kevin Kruth adressiert. Doch nicht der Stürmer belohnte den zunächst überzeugenden Auftritt der Gäste, sondern der im Regelfall fürs defensive Abräumen zuständige Daisuke Takai. In der 17. Minute wehrte die VfL-Abwehr den Ball in die Zentrale ab, wodurch der Japaner aus 20 Metern Torentfernung zu einem Volleyschuss ansetzte und diesen herrlich halbhoch in die Maschen drosch. Es folgten beste Möglichkeiten zum Ausbau der Führung: Kruth köpfte an den Querbalken, der ebenfalls in die Startelf zurückgekehrte Alexandru Daescu fälschte eine Flanke von Poongbeom Lee mit seinem Körper über das Alfterer Gehäuse ab. „Nach 30 Minuten hätte es 2:0 stehen müssen“, kritisierte Hannes ausschließlich die Chancenverwertung seiner dominanten Elf.

Nach dieser halben Stunde begannen die aggressiven Hausherren damit, das Freialdenhovener Aufbauspiel nachhaltig zu stören. Daraus resultierte ein erster Warnschuss von Eric Gweth (30.). Fünf Minuten danach half eine – in der Entstehung wegen eines eventuellen Fouls an Takai etwas umstrittene – Standardsituation dem VfL: Mehmet Dogan zirkelte einen Freistoß an Tobias Werres vorbei ins Gehäuse. Bestärkt durch den Ausgleich blieb Alfter über die Halbzeitpause hinweg präsent, obwohl die Borussia permanent mehr Ballbesitz aufwies. So fingen die Vorgebirgler einen Angriff in der 52. Minute ab und leiteten über einen Steilpass von Dennis Strompen einen folgenschweren Konter ein. Obwohl sich die schwarz-weißen Defensivkräfte nicht in Unterzahl befanden, setzte sich der von Strompen auf die Reise geschickte Gweth mit viel Tempo durch und vollstreckte am Ende seines Dribblings erfolgreich (52.). „Da stellten wir uns dumm an. Das 1:2 fiel aus heiterem Himmel“, haderte Hannes.

Der Trainer wollte die Serie von fünf ungeschlagenen Pflichtspielen in Folge durch offensive Einwechslungen erweitern: Philipp Simon und Nathan Ndombele kamen für die Verteidiger Okan Dikenli und Daescu. Weil das Flügelspiel im Vergleich zur belebten Anfangsphase weitestgehend erlahmte, sollte später noch Luca Fadel für genau getimte Flanken sorgen, auf die die oft vielversprechend postierten Zentrumsspieler vergeblich spekulierten. Das Team versuchte vieles, allerdings fehlten Rhythmus und Präzision, um gegen die dicht stehenden und kämpfenden Alfterer noch zu Punkten zu kommen. Letztlich brachte der VfL die Führung über die Zeit, auch da ein Kruth-Tor wegen vermeintlichen Abseits von Ndombele zurückgepfiffen wurde. „Der Sieg ist sicher etwas glücklich. Aber in unserer Lage fällt uns durch den Erfolg ein ganzer Gesteinsbrocken vom Herzen“, zelebrierte der Alfterer Vorsitzende Uwe Emons den ersten Saisonheimsieg. Selbstverständlich nicht gut gelaunt kommentierte Hannes die Niederlage, mit der Freialdenhoven in der Tabelle dennoch Zweiter (punktgleich mit dem Dritten TV Herkenrath 09) bleibt: „Es lag an uns. Wir versäumten es, das 2:0 zu machen und liefen bei den Gegentoren in zwei brutale Konter. Das darf uns als Mannschaft, die für sich in Anspruch nimmt, mit zu den besten in dieser Klasse zu gehören, nicht passieren. Einige hatten nicht die Form der vergangenen Wochen. Unter anderem im Mittelfeld, wo wir normalerweise sehr stark sind, traten wir nicht so auf, wie wir uns normalerweise präsentieren.“

Aufstellung: Werres – Kraus, Kreutzer, Daescu (73. Ndombele), Dikenli (58. Simon) – Lee, Takai, Sambou – Kuhnke, Kruth, Tkacz (83. Fadel)
Tore: 0:1 Takai (17.), 1:1 Dogan (36.), 2:1 Gweth (51.)
Gelbe Karten: Sambou, Kuhnke
Schiedsrichter: Cam (Köln)