Mit neuem Gesicht gegen ständigen Begleiter

Gute Stimmung herrscht wieder im Borussen-Lager: Dem entschlossen erkämpften Überraschungserfolg beim SV Bergisch Gladbach (2:1) folgte am gestrigen Donnerstag die Geburtstagseinladung von Trainer Wilfried Hannes, der das Team ins Vereinslokal Pinell einlud und von seinen Spielern zum Sechzigsten beschenkt wurde. Der Einzige, der beim zuvor absolvierten Training nicht zufrieden drein schaute, war Julian Wiersberg. Ein Muskelfaserriss bedeutet das unfreiwillige Saisonende für den 22-Jährigen. Sein etatmäßiger Partner in der Innenverteidigung, Christian Kreutzer, belastete dafür in den Übungen seinen Rücken wieder voll. „Es sieht wieder gut aus. Die Physiotherapie empfahl mir vor einigen Wochen, nicht zu früh wieder einzusteigen, um den Erfolg der Behandlung nicht zu gefährden“, schilderte der Spielführer. Besserung signalisierte auch Gérard Sambou, nachdem er wegen einer Prellung in Bergisch Gladbach nach zehn Minuten vom Feld musste. Für ihn kam Okan Dikenli aufs Feld, der mit den absolvierten 80 Minuten demonstrierte, nach seiner langwierigen Knieverletzung auch schon längere Distanzen durchzustehen. Er hat ebenso in dieser Woche mit dem Team trainiert wie Jumpei Ebisu, dem es nach seinen Sprunggelenk-Problemen deutlich besser geht. Ein neues Gesicht war auch fleißig: Poongebeom Lee (Foto). Der 20-jährige Südkoreaner stellte sich vor wenigen Wochen in Freialdenhoven vor und macht seitdem einen guten Eindruck. Der Mittelfeldmann, der auch im Kader der nächsten Saison stehen wird, ist bereits am Sonntag spielberechtigt, wenn der Siegburger SV 04 zum ersten Mal seit 1999 im Stadion an der Ederener Straße zu Gast ist (Anstoß 15.00 Uhr).

Der Heimatverein von Weltmeister Wolfgang Overath und Jugendklub von Kult-Kicker Hans Sarpei ist in dieser Spielzeit so etwas wie der ständige Begleiter der Borussia in der Tabelle. Hintergrund ist ein ähnlicher Saisonverlauf: Der Aufsteiger begann stark und lag in der Hinrunde unter anderem dank der Tore von Julian Fälber (13 Saisontreffer) zwischenzeitlich auf Rang vier direkt hinter den drittplatzierten Freialdenhovenern. Auch der glückliche Siegburger 1:0-Erfolg im Hinspiel trug dazu bei. „Ein Schuss auf unseren Kasten, ein Gegentor – daran erinnern wir uns noch gut“, schüttelt Borussen-Coach Hannes noch heute den Kopf. „Es wird auch diesmal wieder alles andere als ein Selbstläufer gegen einen wahrscheinlich tiefstehenden Gegner. Aber wir haben die Rechnung aus der Hinserie noch offen.“ Die Rückserie verlief weniger gut für den SSV. Auch hier kann sich die Elf von Trainer Kinan Moukhmalji mit der Borussia die Hand geben. Vor dem Duell am Sonntag sind Beide punktgleich (38 Zähler).

„Wir brauchen noch Punkte“, hebt Hannes beim Blick auf die Abstiegszone den Finger. Sollte der Fall eintreten, dass keiner der zuletzt schwankenden drei aufstiegsberechtigten Vereine Herkenrath, Wegberg-Beeck und Bergisch Gladbach auf den ersten drei Plätzen landet, gäbe es keinen Regionalliga-Aufsteiger und dafür sogar einen Absteiger in die Landesliga mehr (vier statt drei). Dieses Szenario ist gerade nach dem gestrigen 5:1 von Herkenrath über Rheinbach unwahrscheinlich, aber Hannes tut gut daran, dem Braten nicht zu trauen. In der sehr ausgeglichenen Mittelrheinliga sind schon zu viele Überraschungen passiert. Bei eigenem Sieg und wenn parallel Hahn in Friesdorf nicht gewinnt oder Herkenrath Alfter schlägt, kann aber auch im theoretischsten aller Fälle nichts mehr anbrennen. Garant dafür soll eine große Willensstärke wie in Bergisch Gladbach sein. Für Kapitän Kreutzer war diese auch ein Ergebnis der vorangegangenen Aussprache unter den Aktiven: „Wir waren alle nicht zufrieden mit uns selbst und dem Abschneiden. Daher setzten wir uns bewusst zusammen und schworen uns darauf ein, gerade in schwierigen Spielphasen mehr zu beißen. So etwas können nur wir Spieler ändern. Nur wir stehen auf dem Platz und wir können und wollen mehr zeigen – auch jetzt gegen Siegburg“. Das wäre gleichzeitig noch ein Präsent in der Feierwoche von Wilfried Hannes.

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Hinspiel:
0:1-Niederlage: Vieles richtig gemacht und doch durch ein Gegentor von Thorben Versteegen unnötig unterlegen. Trotz teils drückender Überlegenheit und vielen aussichtsreichen Situationen bekamen es die Borussen nicht hin, den Ball im Tor unterzubringen.