2:1! Borussia bezwingt den Aufstiegsaspiranten

Beim heimstärksten Team der Liga und Aufstiegsaspiranten SV Bergisch Gladbach hat die Borussia durch eine hervorragende Willensleistung mit 2:1 gewonnen! Nachdem Yannick Albrecht den spielstarken Favoriten bereits in der vierten Minute per Freistoß in Führung schoss, glaubten viele Zuschauer in der Belkaw-Arena an einen klaren Verlauf gegen die erneut notgedrungen improvisiert aufgestellten Freialdenhovener, die zusätzlich ab der 10. Minute auf Gérard Sambou verzichten mussten. Doch die Borussen antworteten entschlossen und markierten zu Beginn der zweiten Hälfte durch Kevin Kruths Kopfball nach einem Freistoß von Philipp Simon den Ausgleich (51.). Bissig und mit hohem läuferischen Aufwand kämpften die Gäste weiter und belohnten sich in der Nachspielzeit: Der wenige Augenblicke zuvor erst eingewechselte Oskar Tkacz nahm einen Steilpass von Leon Ruhrig auf und erzielte den 2:1-Siegtreffer, der nach den letzten Wochen wie eine Befreiung bejubelt wurde.

Hier der ausführliche Bericht:

Mit einer bemerkenswerten mannschaftlichen Kraftanstrengung bezwang Borussia Freialdenhoven den gastgebenden SV Bergisch Gladbach mit 2:1. Damit gelang ein wichtiger Schritt zum Abbremsen der Talfahrt. „Das war eine überragende kämpferische Leistung“, schwärmte Trainer Wilfried Hannes. Seine Akteure hatten bewiesen, dass die Borussia so auftreten kann, um auch einem Aufstiegsanwärter die Stirn zu bieten und ihn zu schlagen.

Die Partie begann keineswegs günstig für Freialdenhoven. Der Gastgeber ging in der vierten Minute in Führung. Einen Freistoß aus 20 Metern zirkelte Yannick Albrecht über die Mauer hinweg, Keeper Ivica Ljubicic konnte nicht mehr eingreifen. Kurz danach musste auch noch Gérard Sambou verletzt vom Rasen. Für ihn warf Hannes den lange verletzten Okan Dikenli „ins kalte Wasser“. Der Versuch klappte, die Borussia ließ bis zur Halbzeit nur noch einen Chip von Clinton Mampuya und einen Freistoß von Ajet Shabani (Ljubicic hielt) der allerdings fußballerisch besseren Hausherren zu.

Um das Spiel schneller zu machen, wechselte Hannes erneut. Für Wolfgang Nock kam Yannick Kuhnke in der Pause und sorgte gleich für mehr Druck. Der Ausgleich in der 51. Minute war die konsequente Folge: Von der rechten Seite brachte Philipp Simon eine Freistoßflanke mustergültig an den zweiten Torpfosten, Kevin Kruth sprang am höchsten und drückte den Ball mit dem Kopf zu seinem 13. Saisontor über die Linie. Danach sahen die Zuschauer ein Hin und Her, wobei die Borussen den stärkeren Eindruck machten dank einer großen Leistungsbereitschaft sowie ihrer Mentalität, sich in Bälle zu werfen, Zweikämpfe unbedingt gewinnen zu wollen und mehr Laufarbeit als der Gegner zu leisten. Freialdenhoven profitierte zudem davon, dass die Bergischen die drei Punkte fest eingeplant hatten und mit steigendem Druck defensiv Räume anboten. So hatte Pascal Schneider gleich zwei Gelegenheiten nach Kuhnke-Flanken. Beide Male versuchte er es volley. Darüber hinaus besaß Kuhnke zwei Abschlüsse. Bergisch Gladbach forderte Borussias Hintermannschaft inklusive Ljubicic allerdings ebenfalls das eine oder andere Mal; insbesondere bei Ecken mussten die Gäste aufpassen.

Als Glücksgriff entpuppte sich dann ein taktischer Wechsel in der Schlussphase, als Hannes Oskar Tkacz für Schneider brachte. Denn nach einem Abschlag von Ljubicic bescherte ein Steilpass von Leon Ruhrig auf Tkacz diesem in der Nachspielzeit eine freie Bahn Richtung Gehäuse. Mit einer Schussfinte ließ er den gegnerischen Torhüter Michael Cebula aussteigen und bugsierte den Ball im Fallen ins Netz (90.+3). Fortan befand sich der 24-Jährige im Mittelpunkt der Feiertraube. Die gesamte Mannschaft inklusive der Bank kam zusammen und jubelte ausgelassen. Man konnte bis auf die Tribüne spüren, welche Erleichterung die Spieler nach den nicht erfolgreichen letzten Wochen empfanden.

„Das Tor war natürlich eine Erlösung für uns“, gestand Trainer Hannes. Frust herrschte dagegen bei seinem Kollegen Thomas Zdebel nach der dritten Niederlage Bergisch Gladbachs aus den letzten fünf Partien: „Das ist ein weiterer Rückschlag für uns. Freialdenhoven wollte es mehr als wir“, war der ehemalige Bundesligaprofi (u. a. VfL Bochum) ein fairer Gratulant. Hannes bemerkte: „Wir brauchen in dieser ausgeglichenen Liga durchaus noch Punkte, daher war der Sieg heute in vielerlei Hinsicht enorm wichtig.“ Er bescheinigte seinen Akteuren eine mannschaftlich hervorragende Geschlossenheit und bezog ausdrücklich die Einwechselspieler mit ein. Besonders konnte der Trainer sich jedoch über seine Abwehr freuen, die kaum etwas zugelassen hatte. Oskar Tkacz bekam das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht nach seinem erfolgreichen Kurzeinsatz: „Wir haben gekämpft bis zum Umfallen und uns mit Kampf und Biss die Chancen erarbeitet. Auch das Tor haben wir erzwungen. Wir freuen uns sehr über diesen Arbeitssieg.“

Aufstellung: Ljubicic – Kraus, Wiersberg, Sambou (10. Dikenli), Szymczewski – Nock (46. Kuhnke), Daescu – Simon, Ruhrig, Schneider (90. Tkacz) – Kruth
Tore: 1:0 Albrecht (4.), 1:1 Kruth (51.), 1:2 Tkacz (90.+3)
Gelbe Karten: Nock, Ruhrig, Simon, Kuhnke, Tkacz
Schiedsrichter: Meier (Lohmar)

(Bericht mit Unterstützung von fupa.net)