„Endlich wieder mit drei Punkten belohnt“

Am Ostermontag beendeten die Borussen ihre Serie von fünf sieglosen Spielen in Folge. Mit dem 2:1-Auswärtserfolg fügten sie der Spvg Wesseling-Urfeld erst die zweite Heimniederlage in der gesamten Saison zu. In der Mittelrheinliga-Tabelle stieg Freialdenhoven wieder auf Platz 6.

Die erste große Gelegenheit gehörte allerdings den Gastgebern: Michael Sohns Alleingang endete frei vor Ivica Ljubicic. Der Borussen-Torhüter bewahrte die Ruhe und agierte genauso hellwach wie in der gesamten Partie (15.). Ansonsten investierten die mit derselben Elf wie gegen Alfter (1:1) beginnenden Schwarz-Weißen in der ersten Halbzeit mehr. Sie stellten das bessere Team und ließen kaum etwas zu. Erfreulicherweise spiegelte sich das ab der 23. Minute auch im Resultat wieder: Mark Szymczewski flankte von der linken Seite und Pascal Schneider vollendete – für ihn eher ungewohnt – mit dem Kopf. Es war der erst neunte Gegentreffer für Wesseling auf eigenem Platz in dieser Saison. Wie beim 1:0 setzte sich die Borussia oft über die Außenbahnen durch. Moritz Kraus und Yannick Kuhnke harmonierten rechts, links kurbelten Szymczewski und Schneider an. Ihre avisierten Abnehmer Kevin Kruth und Leon Ruhrig wurden im Zentrum jedoch energisch abgeschirmt. Die Freialdenhovener Defensive störte gleichzeitig die Kreise der Wesselinger Offensivkräfte um Quinito Proenca und Deniz Millitürk, wobei sich diese zum Teil auch selbst etwas im Weg standen.

Mehr boten die Hausherren im zweiten Durchgang. Sie bauten verstärkt auf lange Bälle, denen sich Borussias Innenverteidiger Julian Wiersberg und Christian Kreutzer ausgesetzt sahen. Meist zufällig entstanden nur einzelne Urfelder Abschlüsse. Strukturiert kam dagegen Freialdenhoven zum 2:0: Über ein erneut hervorragendes Zusammenspiel auf dem linken Flügel zwischen Schneider und Szymczewski bediente letzterer den in der Mitte lauernden Oskar Tkacz. Der kurz vorher eingewechselte Winterzugang legte Heimkeeper Jörg Gräber mit einem leicht angehobenen Schuss aus der Nahdistanz das zweite Osterei ins Netz (61.). „Wir leisteten uns zu viele Fehler. Freialdenhoven war einfach reifer und cleverer“, erkannte Wesselings Trainer Josef Farkas eine „verdiente Niederlage“ gegen die Borussia an, welche bis dato überwiegend das Geschehen kontrollierte.

Das tat sie trotz des Windes, der durch das Ulrike-Meyfarth-Stadion fegte. Nachdem die Gäste anfangs von einer Rückenbrise profitierten, mussten sie in der zweiten Hälfte mit kämpferischem Einsatz dem Gegenwind und den druckvoller werdenden Wesselingern begegnen. Hier konnte sich die Borussen-Fraktion erneut auf Schlussmann Ljubicic verlassen. „Er war ein stabiler Rückhalt. Diese super Leistung bedeutete die richtige Antwort auf die öffentliche Kritik zuletzt“, lobte Torwart-Trainer Christoph Wirtz. In der 90. Minute blieb sein Schützling aber machtlos. Ein Foul von Alexandru Daescu begründete den zweiten 18-Meter-Freistoß für die Gastgeber innerhalb von fünf Minuten. Diesmal platzierte David Strack die Kugel über die Mauer hinweg exakt in den Winkel. Während der hektischen Nachspielzeit musste Freialdenhoven daher nochmals heftig zittern, zumal Schneider zuvor eine Möglichkeit auf das 3:0 nach öffnendem Doppelpass mit Tkacz liegen ließ (87.). „Alle bissen sich durch und belohnten sich durch ihre Einstellung gegen einen schwierigen Gegner endlich wieder mit drei Punkten“, meinte Trainer Wilfried Hannes. Dazu zählte auch Kapitän Kreutzer, der trotz Rückenschmerzen durchhielt.

Aufstellung: Ljubicic – Kraus, Kreutzer, Wiersberg, Szymczewski – Daescu, Sambou – Kuhnke (78. Dikenli), Ruhrig (53. Tkacz), Schneider (85. Simon) – Kruth
Tore: 0:1 Schneider (23.), 0:2 Tkacz (61.), 1:2 Strack (90.)
Gelbe Karten: Kraus, Daescu, Dikenli
Schiedsrichter: Windeln (Wegberg)