„In dieses Derby muss man alles reinlegen“

Lokalderby, Freitagabend, Flutlichtatmosphäre und ein Topspiel zwischen dem Spitzenreiter und dem Drittplatzierten: Das Match FC Wegberg-Beeck gegen Borussia Freialdenhoven hat alle Voraussetzungen, um ein Kracher werden zu können. Wie beim Hinspiel (Foto), für das 350 Besucher an die Ederener Straße kamen, verlegten die Verantwortlichen den Klassiker vor auf freitags (Anstoß 20.00 Uhr, Waldstadion). Das ermöglicht auch vielen neutralen Amateurfußball-Fans, die sonntags die Partie ihrer lokalen Vereine verfolgt hätten, das Zuschauen beim Aufeinandertreffen der zwei besten Mannschaften aus den Kreisen Düren und Heinsberg. „Wir freuen uns drauf. Es wird bestimmt ein gutes Spiel, da beide von ihrer Art und Weise spielerisch und technisch veranlagt sind“, vermutet Trainer Wilfried Hannes.

Wegberg-Beeck liegt punktgleich mit Alfter an der Mittelrheinliga-Spitze. Ein geringer Vorteil bei der Tordifferenz gibt den Ausschlag zur Beecker Tabellenführung. Konkurrent um den Aufstieg ist Alfter allerdings nicht, denn der VfL will die zahlreiche Bedingungen beinhaltende Regionalliga-Lizenz nicht beantragen. Anders die Beecker, die die Rückkehr in die Halbprofiklasse nach einem Jahr anstreben. Im Aufstiegsfall planen die FC-Trainer Friedel Henßen und Dirk Ruhrig, dessen Sohn Leon bei der Borussia spielt [zum Sonderbericht], laut „Kicker-Sportmagazin“ mehr als die üblichen drei Trainingseinheiten pro Woche, um gegen Klubs wie Alemannia Aachen, RW Essen oder RW Oberhausen mitzuhalten. Bergisch Gladbach (acht Punkte hinter Beeck bei einem ausgetragenen Spiel weniger) hat die Abgabe der umfangreichen Lizenzunterlagen ebenfalls zugesagt und gilt somit aktuell als ärgster Widersacher. „Beeck präsentiert sich stark und souverän. Sie stehen zurecht oben. Das stellten sie beim 4:0 auswärts in Siegburg einmal mehr unter Beweis“, erkennt Hannes an. „Ich denke allerdings, dass wir besser sind als Siegburg. Das müssen wir zeigen.“

In der Vergangenheit gab es viele enge Begegnungen zwischen den sich respektierenden Rivalen. Die Bilanz spricht jedoch für Wegberg. Von den elf direkten Duellen in den letzten fünf Jahren gewannen die Beecker sechs und Freialdenhoven lediglich eins. Dieser Sieg war das 4:3 auswärts im Mai 2014, als Petrit Baliu mit einem Dreierpack den lange gefährdeten Klassenerhalt der Borussen sicherte. Dennoch ist Hannes, der personell erneut großzügige Optionen besitzt, überzeugt: „Wir können ihnen weh tun. Man kennt sich untereinander und sie wissen, dass wir vor ihnen keine Angst haben. Das ist ein Vorteil.“ Daher hält der Trainer nichts von der Ansicht, dass ein Punkt bereits eine zufriedenstellende Ausbeute sei. Auch Borussias Offensivkraft Mark Szymczewski formuliert klar: „Wir spielen Fußball, um zu gewinnen, nicht um unentschieden zu spielen. Das ist im Derby ohnehin schwierig. In dieses Spiel muss man alles reinlegen.“

Bus / Adresse:
Aufgrund der kurzen Anfahrt wird kein Bus eingesetzt.
Die Stadionadresse lautet: Kiefernweg 87 – 89, 41844 Wegberg.

Medien:
Facebook: Video-Interview mit Mittelfeldspieler Leon Ruhrig. Darin geht es auch um das ungewohnte Duell mit seinem Vater [hier].
Liveticker: WDR-Videotext-Tafel 235 und 618 [hier]

Hinspiel:
1:2 – Zweifach netzte Beecks Lambertz in einem spannenden Spiel herrlich ein. Die engagierte Borussia war häufig ebenbürtig, Ende der ersten Halbzeit nach Kruths 1:1 auch besser mit der Möglichkeit auf die eigene Führung (zwei Chancen von Simon), kam aber in der zweiten Hälfte kaum noch durch.

(Foto von unserem Medienpartner fupa.net)