Kurze Woche für die Borussia

Der eine Punkt beim 1:1 gegen den FC Blau-Weiß Friesdorf führte dazu, dass die Borussia in der Mittelrheinliga-Tabelle einen Rang kletterte und nun Dritter ist. Begünstigt wurde das durch die Absage des direkten Duells der beiden Verfolger Bergisch Gladbach und Herkenrath. (Der Platz in Bergisch Gladbach wurde durch die Regenfälle der vorangegangenen Tage zu sehr in Mitleidenschaft gezogen.) Bei der Auswertung des Unentschiedens auf dem Kunstrasen an der Ederener Straße waren sich die Hauptdarsteller am Sonntag allesamt einig. Nach einer ansprechenden ersten Halbzeit mit Freialdenhovener Chancenplus bauten die Borussen im zweiten Durchgang ab und die Gäste aus dem Stadtteil von Bonn legten zu. „Zuerst arbeiteten wir gut, was gegen den starken Gegner nicht einfach war. In der zweiten Hälfte aber kontrollierten wir die Bälle kaum noch, gaben sie schnell wieder her. Insbesondere nach vorne kam zu wenig. So gerieten wir mehr unter Druck“, erkannte Trainer Wilfried Hannes. „Wir haben keinen Fußball mehr gespielt“, ergänzte Mark Szymczewski, der das von Philipp Simon erzielte Führungstor der Borussia vorbereitete.  „Leider passten wir uns an die langen Bälle an, mit denen der Gegner stellenweise agierte. Wir bewegten uns nicht mehr so clever“, begründete der auf der „Zehn“ eingesetzte 27-Jährige.

Über das bei angenehmem Frühlingswetter entstandene Ergebnis konnten sich die Gastgeber also nicht beschweren. Allerdings floss bei der Auslegung der maßgeblichen Szenen zwischen der 67. und 71. Minute auch Kritik an den jungen Schiedsrichtern ein. Hannes: „Ob Friesdorfs Püttmann beim 1:1 im Abseits stand, wie viele Zuschauer in dem Bereich des Platzes meinten, war von meiner Position aus nicht zu sehen. Beim zweiten Tor von Philipp kurz zuvor griff der Schiri dafür zu Unrecht ein. Philipp war einfach früher am Ball als der Friesdorfer Torwart“, kommentierte der Coach die Situation außerhalb des Fünf-Meter-Raums, in der die Unparteiischen auf Foul am Keeper statt auf das richtungsweisende 2:0 entschieden.

Diese Aspekte spielten jedoch nur untergeordnet eine Rolle. Vornehmlich regierte die Selbstkritik, obwohl die Friesdorfer große Qualität im Offensivbereich bewiesen und Hannes Recht behalten sollte, dass sich ihre Leistungsfähigkeit in der Tabelle (10. Platz) verfälscht widerspiegelt. „Wir hätten von uns mehr erwartet, gerade nach der ersten Halbzeit. Nicht mehr herausgeholt zu haben, müssen wir uns selbst ankreiden“, sagte der Fußballlehrer. Der Offensivgeist wurde mit Möglichkeiten von Szymczewski und Moritz Kraus nochmal in der Schlussphase belebt, in der Oskar Tkacz sich nach nur zehn Minuten Einsatzzeit durch Schubsen seines Gegenspielers eine unnötige Rote Karte einhandelte. Die Länge der Sperre verkündet der Verband gegen Ende dieser Woche.

Im Anschluss an eine Analyse der Begegnung beim Dienstagtraining richten die Freialdenhovener den Blick unverzüglich nach vorne, denn es ist nur eine kurze Trainingswoche bis zur nächsten Aufgabe. Schon am Freitagabend geht es auf die lediglich 25 Kilometer lange Strecke zum Tabellenführer FC Wegberg-Beeck und damit zu einem Topspiel und einem elektrisierenden Match. „Darauf ist die Freude riesig. Die Atmosphäre im Stadion wird stimmen. Beeck hat Qualität, will technisch-spielerisch zum Erfolg kommen, so wie wir. Das sind immer richtig gute Partien“, versprüht Szymczewski bereits große Lust auf das Derby.