Fruchtbare Korrekturen nach „holprigem“ Start

Ihre Favoritenrolle im ersten Mittelrheinliga-Spiel nach der Winterpause beim Schlusslicht VfL Rheinbach setzten die Borussen in drei Zähler um. Durch den 3:0-Auswärtserfolg schob sich Freialdenhoven zugleich auf den vierten Tabellenplatz vor. Mit dem Sieg war allerdings ein hartes Stück Arbeit verbunden nach einem – im wahrsten Sinne des Wortes – „holprigen“ Start. Ein Grund für die Schwierigkeiten lag nämlich im Rasen des Freizeitparkstadions. Das unebene und tiefe Geläuf wurde von den Borussen-Kickern schon bei der ersten Begehung abschätzig beäugt. „Der Platz hatte mit Fußball in der obersten Amateurklasse nichts zu tun“, ätzte Trainer Wilfried Hannes. Die Kugel hoppelte über das Grün. Die technisch betonte Spielweise, mit der die Schwarz-Weißen während der Vorbereitung operierten, war nicht möglich. Es regierte viel Stückwerk sowie das Prinzip „hoch und weit“. Insbesondere nach dem einsetzenden Regen war ein mühevoller Fight gefragt.

Neben dem Untergrund machten auch die Hausherren selbst der Hannes-Elf Probleme. Die im Winter verstärkten Rheinbacher zeigten sich trotz ihrer fast aussichtslosen Lage im Abstiegskampf hochmotiviert und stellten Freialdenhoven früh zu. Einen der VfL-Konter finalisierte Lars Wessel mit einem Abschluss aus 17 Metern, den Borussias Schlussmann Ivica Ljubicic aus dem langen Eck holte (25.). In einer anderen Szene war Christian Kreutzer gegen den einschussbereiten Jan Euenheim zur Stelle (38.). „Es war kein 3:0-Spiel. Man muss fair sagen: Wenn das 1:0 für Rheinbach gefallen wäre, hätten wir auch verlieren können“, konstatierte Hannes. Die Borussia gab in der mittelfeldlastigen Begegnung zunächst eine schwache Figur ab. Einzelne Fernschüsse flogen über oder neben den Rheinbacher Kasten. Nur der als einziger der drei Zugänge von Beginn an aufgebotene Oskar Tkacz kam einmal durch, zögerte aber und zielte vorbei (35.).

In der Halbzeit machte Hannes klar: „Bei den schwierigen Bedingungen kommt es nur auf das Ergebnis an. 0:0 geht das hier nicht aus!“ Gleichzeitig justierte der Fußballlehrer nach und veränderte das System von der in den Testspielen öfter angewandten Dreierkette zu einem 4-3-3. Folglich besaß die Borussia eine passendere Raumaufteilung, nahm noch intensiver den Kampf an und war mit einer offensiveren Taktik, unterstützt von der Einwechslung Mark Szymczewskis, besser in der Partie. Bis der Coach in der 61. Minute erneut beim Angriffspersonal nachlegte und Pascal Schneider ins Spiel warf, mussten die Gäste noch einen brenzligen Moment überstehen: Einer der vielen langen Bälle des VfL segelte über Gérard Sambou und Szymczewski hinweg zu Euenheim, dessen Schuss an den Pfosten klatschte (59.).

In der 70. Minute aber sollten die Freialdenhovener die Begegnung auf ihre Seite ziehen: Vom rechtzeitig gesundeten Admir Terzic bedient, brachte Schneider den Ball fast von der Außenlinie flach und kräftig nach innen. Am ersten Pfosten grätschten Szymczewski und ein Verteidiger daneben, doch dahinter tauchte Kevin Kruth auf, der die sehr wichtige Führung erzielte. Anschließend wirkte Rheinbach gebrochen. Die mitgefahrenen Borussen-Fans, die bis dato Geduld beweisen mussten, sahen ihr Team nun gestärkt und mit der Oberhand ausgestattet. Nur sechs Minuten später köpfte Alexandru Daescu einen zum Tor hin gezogenen Schneider-Freistoß von der rechten Seite mit dem Hinterkopf ins lange Eck ein (76.).

Schneider verzeichnete zwei weitere große Möglichkeiten, als er alleine vor VfL-Keeper Sebastian Reichling scheiterte (81.) und er auf Szymczewski querlegen wollte, der Ball jedoch wegen des Platzes ungeplant an sein Schienbein hochsprang (83.). Rheinbach hatte noch eine hochkarätige Gelegenheit durch einen Kopfball von Stephan Derigs aus fünf Metern, der das Aluminium streifte (85.). In der Nachspielzeit traf Philipp Simon zum Endstand: 30 Meter vor dem Tor nahm der Mittelfeldakteur einen Pass von Terzic auf, drehte sich um seinen Gegenspieler, ließ den nächsten Abwehrmann aussteigen und beendete seine Aktion aus sechs Metern erfolgreich mit der Picke (90.+2). Dank der fruchtbaren Korrekturen und der guten Chancenverwertung reiste die volle Ausbeute mit zurück über die Autobahn 61. Hannes: „Bis zum 1:0 taten wir uns schwer. Das war kein guter Fußball, aber das ging auch auf dem Platz nicht. Entscheidend ist, den Sieg erkämpft zu haben.“

Aufstellung: Ljubicic – Kreutzer, Wiersberg, Terzic – Kraus (46. Szymczewski), Daescu, Sambou, Ebisu – Simon, Kruth (81. Ruhrig), Tkacz (61. Schneider)
Tore: 0:1 Kruth (70.), 0:2 Daescu (76.), 0:3 Simon (90.+2)
Gelbe Karte: Kreutzer
Schiedsrichter: Meier (Lohmar)